Skoda Octavia IV (2019)

Mit der vierten Generation des Octavia will Skoda den Erfolg
seiner Vorgänger weiterführen und das Rezept der Baureihe weiter
verfeinern.
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Mit der vierten Generation des Octavia will Skoda den Erfolg seiner Vorgänger weiterführen und das Rezept der Baureihe weiter verfeinern.

© Skoda

Mit der vierten Generation des Octavia will Skoda den Erfolg seiner Vorgänger weiterführen und das Rezept der Baureihe weiter verfeinern. Wir konnten uns auf einer Fahrt mit Vorserienmodellen einen ersten Eindruck von den Qualitäten des Octavia IV machen.

Für Skoda ist der Octavia das, was für VW der Golf oder für BMW der 3er ist: das Kernmodell, jener Typ, der die Markenwerte idealtypisch verkörpert, sich bestens verkauft und einen großen, wenn nicht den größten Beitrag zum Unternehmensgewinn leistet. Das heißt auch: Die Erwartungen an die nächste Generation sind hoch. Denn sie tritt in große Fußstapfen eines Vorgängers, der in den vergangenen Jahren mit etwa 400 000 Exemplaren pro Jahr rund ein Drittel des weltweiten Gesamtabsatzes von Skoda ausmachte – und die Hälfte des Gewinns. Eine gewisse Erwartungshaltung lässt sich da nicht wegdiskutieren. Nicht nur bei den Kunden, sondern auch im Markenvorstand.

Mehr Größe, mehr Luxus? Nicht nötig

Das Problem für die Entwickler: Die Größenschraube lässt sich nicht beliebig weiterdrehen, denn da gibt es ja auch noch den Superb. Zumal der Octavia auch bisher schon das geräumigste Auto seiner Klasse war. Gut zwei Zentimeter mehr Länge (4.689 mm) bei quasi unverändertem Radstand (2.686 mm) und 15 mm mehr Breite (1.829 mm) – geschenkt. Mehr Luxus? Passt ebenfalls nicht zum bodenständigen Tschechen. Wohl hingegen das eine oder andere durchdachte Detail, ein aufgewerteter Innenraum, neues Infotainment und zusätzliche Assistenten (Ausweichhilfe, Ausstiegswarner).

Das mag spontan wie ein Facelift klingen, doch der neue Octavia grenzt sich optisch klar von seinem Vorgänger ab: der Kühlergrill stärker herausgearbeitet, die LED-Scheinwerfer mit einer neuen Interpretation des Vier-Augen-Gesichts, größere Räder und schließlich das Heck, das nun durch die horizontal angeordneten Rückleuchten breiter wirkt. Doch die meisten dieser Details sind bei unserer ersten Begegnung mit dem Octavia IV noch gut in Tarnfolie verpackt. Auch im Innenraum ist das meiste verhüllt; wer dennoch eine erste Idee vom neuen Cockpit bekommen möchte, der blättere ein paar Seiten zurück zum VW Golf.

Im Gegensatz zum Wolfsburger Cousin behält der Octavia in der Grundausstattung Analoginstrumente bei, aber wie der Golf erhält er einen frei stehenden Infotainment-Monitor, der auch die Funktion der Heizungs- und Klimaregelung übernimmt. Für sie ist ein immer sichtbarer Bereich unten im Display reserviert. Neu ist die Berührleiste („Touch-Slider“) direkt unter dem Monitor, mit der sich beispielsweise Lautstärke oder Karten-Zoom schnell ändern lassen.

Shift-by-Wire-DSG und neues Schaltgetriebe

Die ersten Kilometer im neuen Octavia legen wir auf der Rückbank zurück und können uns ganz auf die Platz- und Komforteigenschaften konzentrieren. Das Raumangebot bleibt die große Stärke des Octavia, nun garniert mit Details wie Handytaschen an den Sitzlehnen, USB-C-Anschlüssen und Kopfstützen mit vorklappbarem Seitenteil (Teil des „Schlafpakets“). Trotz 19-Zoll-Niederquerschnittsbereifung und Verstellfahrwerk im Normalmodus federt und dämpft der Octavia an der Hinterachse harmonischer als bislang; lediglich die Abrollgeräusche finden ihren Weg – je nach Asphaltqualität – noch recht deutlich in den Fond des Vorserienautos.

Nach dem Wechsel auf den Fahrerplatz fällt zunächst das digitale Kombi-Instrument (10 Zoll Diagonale) auf, das vier Grund-Layouts bietet und hier erstmals um ein Head-up-Display erweitert werden kann. Zweite Neuerung: Der DSG-Wählhebel ist nur noch ein kleiner Kippschalter, der den Fahrerwunsch elektrisch ans Getriebe übermittelt. Bei den Handschaltern feiert das neue Sechsganggetriebe des 1.5 TSI Premiere. Es verrichtet seinen Dienst unauffällig und präzise, harmoniert gut mit dem 150-PS-Benziner. Insgesamt präsentieren sich die von uns gefahrenen Versionen in guter Frühform; der Octavia erscheint gereift und bereit, seine Position zu verteidigen.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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