Sparpotenzial mit LPG und CNG

Erd- oder Autogas? Zwei Redakteure diskutieren die beiden
Treibstoff-Alternativen und küren ihren persönlichen Favoriten.
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Erd- oder Autogas? Zwei Redakteure diskutieren die beiden Treibstoff-Alternativen und küren ihren persönlichen Favoriten.

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Erd- oder Autogas? Die Redakteure Stefan Cerchez und Peter Wolkenstein diskutieren die beiden Treibstoff-Alternativen und küren ihren persönlichen Favoriten für kostengünstiges Autofahren.

Stefan Cerchez würde Autogasfahren

Am einfachsten wäre es ja, wenn LPG und CNG als Brennstoff fürKraftfahrzeuge schon ähnlich etabliert wären wie Benzin oderDiesel. Dann könnten wir Fakten wie die Zahl der Tankstellen oderdie rechnerische Reichweite getrost ignorieren und schlicht nachpersönlicher Präferenz entscheiden. Leider ist es nicht ganz soeinfach: CNG- und LPG-Autos kommen im deutschen Fahrzeugbestandtrotz Zuwächsen immer noch nur sporadisch vor, und die Entscheidungfür oder gegen eines der beiden Konzepte bedeutet immer auch, einenKompromiss zu machen. Entweder ich setze auf die anspruchsvolleCNG-Technik, die mir einen höheren Wirkungsgrad und die sauberereVerbrennung bietet, aber durch voluminösere Tanks und geringereReichweite gehandikapt wird. Oder ich verzichte auf das letzteQuäntchen Effizienz und entscheide mich für das etwas einfachereLPG-Konzept.

LPG durch einfache Nachrüstung möglich

Ich muss gestehen: Meine Sympathien gehören dem Autogas.Natürlich habe ich Respekt vor den Verbrauchsrekorden eines VW EcoUp, um nur ein CNG-Beispiel zu nennen. Die Tatsache, dass sichprinzipiell fast jeder Benziner mit einem LPG-Kit nachrüsten lässt,das es dem Besitzer ermöglicht, zu zweistelligen Cent-Preisen proLiter zu tanken, stufe ich in meiner persönlichen Gas-Bilanz aberals noch wertvoller ein. Dazu kommt die praxistaugliche Reichweite,gekoppelt mit einem europaweiten Tankstellennetz, das dieseBezeichnung auch verdient. Und obendrein noch das beruhigendeGefühl des weiterhin vorhandenen großen Benzintanks. Denniedrigeren Energiegehalt und die ungünstigeren Abgaswerte von LPGkann ich angesichts des signifikanten Preisunterschiedes gegenüberBenzin verschmerzen. Mein Favorit ist jedenfalls flüssig.

Peter Wolkenstein bevorzugtCNG

Der Preis ist verlockend: Ein Liter Autogas (LPG) kostet nurhalb so viel wie ein Liter Superbenzin, während CNG (komprimiertesErdgas) dazwischen liegt. Doch der Schein trügt. Bei CNG beziehtsich der Preis auf ein Kilogramm. Und ein Kilo CNG enthältanderthalb mal so viel Energie wie ein Liter Benzin und doppelt soviel wie ein Liter Autogas. Damit liegen die Kraftstoffkosten pro100 Kilometer bei CNG rund 20 Prozent unter denen von Autogas.

Zudem schont CNG neben dem Geldbeutel auch die Umwelt. Bei derVerbrennung entstehen deutlich weniger Schadstoffe undKohlendioxid. CNG-Motoren können zudem mit Biogas oder synthetischhergestelltem Erdgas betrieben werden, wodurch sich neben ihrerCO2-Bilanz auch ihr Zukunftspotenzial weiter verbessert.

CNG-Auto vom Hersteller alsoptimale Lösung

Ein anderer Punkt ist das Fahrzeugangebot. Wenn ich gegenübereinem konventionell angetriebenen Modell keinerlei Abstriche machenwill, kommt nur ein vom Hersteller entwickeltes Gasauto in Frage.Und von ihm erwarte ich neben einem modernen Antrieb auch eine bisins Detail integrierte und auf den Gasbetrieb optimierte Lösung,wie sie nur bei CNG-Autos heute üblich ist.

Bei LPG beschränkt sich das Angebot der Hersteller meist aufwenig attraktive Saugmotoren. Und selbst die werden mehr oderweniger nachgerüstet - ohne Tankanzeige, Bordcomputer und Gastankkomplett zu integrieren. Es bleibt ein Hauch von Bastellösung, nureben ab Werk.

Zugegeben, der höhere Anschaffungspreis und die teilweiselausige Infrastruktur sprechen gegen CNG-Autos. Ohne Zapfstelle inunmittelbarer Nähe geht es kaum. Was die Kosten angeht: Manchörtlicher Gasversorger fördert den Kauf eines CNG-Autos mitTankgutscheinen im Wert von bis zu 500 Euro. Immerhin.

Quelle: 2013 Motor-Presse Stuttgart
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