Tipps zur richtigen Tankreinigung im Wohnmobil

Mit einem sauberen Frischwassertank starten Sie sorglos in die
Camping-Saison. Wir zeigen, wie Sie richtig reinigen.
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Mit einem sauberen Frischwassertank starten Sie sorglos in die Camping-Saison. Wir zeigen, wie Sie richtig reinigen.

© Saskia Hörrmann

Mit einer gründlichen Tankreinigung legt man den Grundstein für genießbares Trinkwasser im Reisemobil. promobil erklärt ausführlich, wie Sie den Wassertank Schritt für Schritt richtig sauber machen.

Wasser ist Leben, heißt es. Und Wassertanks sind Lebensräume für Mikroorganismen,die uns wiederum das Leben schwer machen. Neben lästigem Kalk ist es vor allem der sogenannte Biofilm, den es unbedingt aus der Wasseranlage Ihres Reisemobils zu entfernen gilt. Denn genau in diesem fühlen sich gesundheitsgefährdende Bakterien pudelwohl. Dabei bilden sich mit der Zeit eine schleimige Schicht an den Tankwänden sowie Verfärbungen in den Leitungen. Und das nicht etwa, weil Sie schlechtes Wasser getankt haben. In wässriger Umgebung können wir das Wachstum des Biofilms nämlich kaum aufhalten. Er ernährt sich von Partikeln im Trinkwasser, von Weichmachern, die im Plastik stecken, oder auch von Kalkbelägen.

Selbst wenn der Tank in ständigem Gebrauch ist, empfiehlt sich also dessen gründliche Reinigung etwa einmal im Jahr, besser noch vor und nach der Saison. So werden Ablagerungen, die sich über die Zeit gebildet haben können, entfernt und dem ersten Urlaub schwimmt nichts mehr im Weg.

Leider schützt der Biofilm die eingenisteten Bakterien, ist robust und hartnäckig. Also sollte der erste Schritt der Tankreinigung eine gehörige Abreibung sein. Bürsten Sie den Tank von Hand einmal komplett aus – zumindest alle irgendwie erreichbaren Stellen. Gut wäre auch die Wasserleitungen soweit möglich etwa mit dünnen Flaschenbürsten zu schrubben. Anschließend kann die Reinigung und Desinfektion mit einem geeigneten Mittel beginnen. Wir haben den Tank eines viel genutzten Reisemobils exemplarisch mit dem Reiniger Dexda Clean von WM-Aquatec ordentlich durchgespült.

Schritt für Schritt zeigen wir, wie es geht, worauf zu achten ist und wie es uns erging. Kleiner Hinweis vorab: Wenn die Steckverbindung des Wasserschlauchs lose ist, könnten Sie nass werden.

Tipp: Auch der Füllschlauch, die beliebte Gießkanne und der Einfüllstutzen erfreuen sich an einer Reinigung. Hierfür den Tankreiniger nach demselben Prinzip einfüllen und anschließend gründlich ausspülen.

Achtung

  • Niemals mehrere Reiniger mischen oder gleichzeitig anwenden! Gefährliche Gase können entstehen!
  • Schützen Sie sich und Ihre Haut am besten mit Handschuhen!
  • Halten Sie die Reiniger stets von Kindern fern!

Schritt für Schritt zum frisch gepflegten Tank

  1. Exemplarisch benutzen wir die Zwei-Komponenten-Lösung von WM-Aquatec. Hierzu muss die Tablette drei Stunden in der Flasche aufgelöst werden.
  2. Auch der nächste Schritt ist je nach Hersteller unterschiedlich. In diesem Fall wird die Hälfte der fertig reagierten, gelben Lösung in fünf Liter handwarmes Wasser gegeben, um eine hochkonzentrierte erste Füllung herzustellen.
  3. Bevor Sie einen Reiniger in den Tank geben, sollten Sie möglichst die kompletten Tank-Innenwände mit einer Bürste schrubben, um den Biofilm zu lösen. Leitungen ggf. mit Flaschenbürsten.
  4. Auch die Perlatoren sind beliebte Nistplätze für Kalk und Bakterien. Diese wenn möglich vorher abschrauben.
  5. Ist der Tank vorbehandelt, wird die erste Mischung in den Tank gegeben. Es empfiehlt sich hierzu die große Service-Öffnung.
  6. Zusätzlich werden nun 15 Liter Wasser in den Tank gefüllt. Um die Menge besser abzumessen, sind die allseits bekannten Gießkannen praktische Helfer. Schneller ginge es auch hier durch die Service-Öffnung.
  7. Anschließend öffnen Sie bei ausgeschaltetem Boiler alle Entnahmestellen, bis die Flüssigkeit austritt, so dass sich das Mittel im gesamten Wassersystem (auch Warmwasser) befindet.
  8. Zur Reinigung der Perlatoren fangen Sie etwas der Flüssigkeit auf und legen Duschkopf und Co. darin ein. Vor dem Einbau gründlich spülen.
  9. Nun wird die zweite Hälfte der konzentrierten Lösung in den Tank gefüllt. Um Ihre Haut zu schützen, sollten Sie unbedingt Handschuhe tragen. Auch sollten Sie die Gase nicht einatmen.
  10. Nun füllen Sie den Tank mit Frischwasser auf. In diesem Fall sollten Sie maximal 60 Liter hinzugeben. Der Rest wird durch die Gase mit desinfiziert. Nun 4–24 Stunden einwirken lassen.
  11. Öffnen Sie die Entnahmestellen, um die Mischung aus dem Frisch- in den Grauwassertank zu spülen. Auch hier kann das Mittel wirken. Dann alles an einer Service-Station ablassen.
  12. Abschließend alles noch einmal mit frischer Tankfüllung durchspülen und das Wasser restlos ablassen. Ciao, Bakterien!

Hausmittel

Hausmittel zur Reinigung des Frischwassertanks sind weit verbreitet. Dabei sind manche günstigen Alternativen wie Zitronensäure durchaus wirksam, andere aber mit Vorsicht zu genießen. Wir haben die vier gebräuchlichsten gecheckt.

  • Essigessenz: Löst Kalk, antibakteriell, jedoch zu aggressiv z. B. gegen Dichtungen.
  • Zitronensäure: Löst Kalk, antibakteriell, darf aber nicht erhitzt werden.
  • Gebissreiniger: Antibakteriell, große Unterschiede zwischen den Herstellern, nicht aufgelöste Reste der Tabs können die Pumpe beschädigen und sogar neue Ablagerungen bilden.
  • Chlorreiniger: Antibakteriell, unverdünnt gefährlich, Chlor-Geruch kann lange zurückbleiben.

Silberionen, was war da noch?

Die ultrafeinen Silber-Teilchen werden nach wie vor häufig als Bakterizid zur Trinkwasserkonservierung eingesetzt. Obwohl dieser Zusatz 2018 von der sogenannten §-11-Liste, die zulässige Mittel aufführt, gestrichen wurde. Verkauf und Eigengebrauch sind nämlich weiterhin erlaubt. Eine Studie der Universität Duisburg-Essen hat für Silber vor rund einem Jahr eine zellschädigende Wirkung nachgewiesen. Und das bei gleicher Konzentration, in der der Stoff auch antibakteriell wirkt. Die Meinungen gehen wie immer weit auseinander. Fakt ist, wenn Wasser nicht länger als drei Tage steht, kann von einer generellen Konservierung abgesehen werden. Und das Silber bleibt, wo es am liebsten ist: in der Besteckschublade oder am Ringfinger.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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