Überblick: Campingfahrzeuge auf VW-Basis

Zahlreiche Campingbusse und Campervans basieren auf
Volkswagen-Fahrzeugen. Einen ganz kreativen T6-Ausbau bietet
Campmobil Schwerin.
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Zahlreiche Campingbusse und Campervans basieren auf Volkswagen-Fahrzeugen. Einen ganz kreativen T6-Ausbau bietet Campmobil Schwerin.

© Hersteller
27.05.2018 - 09:02 Uhr von Lisa Geiger

2016 stellte VW den neuen Crafter vor und schon bauten Knaus und Schwabenmobil die ersten Campingbusse aus. Eine Nummer kleiner bietet der VW T6 ein Basisfahrzeug für zahlreiche Hersteller. Auch der kleine Caddy hat Camper-Qualitäten.

  • VW T6
  • VW Crafter
  • VW Amarok
  • VW Caddy

Der bekannteste Campervan überhaupt basiert auf einem Volkswagen. Von welchem Fahrzeug hier die Rede ist?! Natürlich vom VW California. Mittlerweile gibt es den kleinen Camper schon in der sechsten Generation. Er wird von VW im eigenen Nutzfahrzeuge-Werk produziert. Vergangenes Jahr präsentierte VW Nutzfahrzeuge mit dem California XXL eine Studie auf dem Crafter und versicherte, dass man in Zukunft mit einem großen Campingbus von Volkswagen rechnen dürfe.

Da Deutschlands größter Automobilhersteller sich aber außerordentlich viel Zeit damit lässt, ist klar, dass andere Campingbus-Ausbauer die Gelegenheit nutzen, früher ein Serienfahrzeug auf dem VW Crafter an den Start zu bringen. Auch der VW T6 wird nicht nur von VW selbst zum Camper ausgebaut. Viele weitere Hersteller lassen sich den Transporter liefern und bauen ihre eigenen Campingfahrzeuge.

promobil hat eine spannende Übersicht mit Wohnmobil-Produzenten zusammengestellt, die einen Volkswagen als Basisfahrzeug nutzen.

VW T6 Campervans

Fischer: Der Familienbetrieb Fischer baut T6 Transporter zu Campingbussen aus. Diese gibt es in verschiedenen Varianten, mit kurzem oder langem Radstand, mit Aufstelldach oder festem Hochdach. Im Fischer Ostobus befindet sich eine Schrankwand auf der Fahrerseite, die alles für den Campingalltag beinhaltet: unter anderem einen Gaskasten und ein Wäschefach, ein WC-Staufach, einen Kocher sowie eine Besteckschublade und das Spülbecken. An Bord ist außerdem eine 36 Liter Kompressor-Kühlbox und Frisch- und Abwassertanks mit jeweils 20 Litern.

Auf das Schienen-System im Octubus passen bis zu vier Stühle. Ein klassisches Bett zum Aufklappen gibt es bei Fischer nicht. Der Campingbus-Ausbauer hat ein ganz eigenes Bett entwickelt. Nachts werden die Stühle einfach nach vorne geklappt und ein Roll-Lattenrost mit Matratze darüber aufgerollt. Weitere Personen können im Aufstelldach oder Hochdach schlafen. Einen T6-Camper von Fischer gibt es ab etwa 53.076 Euro.

Campmobil: Einen ganz kreativen T6-Ausbau bietet Campmobil Schwerin. Die Küche befindet sich hier im Heck. Sie verläuft über die komplette Breite des Fahrzeugs und bietet eine Gas-Kochstelle, eine Spüle und einen hochgesetzten Kühlschrank. Dank dem nach hinten öffnenden Aufstelldach kann man in der Küche sogar stehen. Wahlweise gibt es die Campmobil-Busse auch mit Hochdach. Sogar ein herausnehmbares Porta Potti ist an Bord.

In allen Campmobil-Bussen kann die Zweier-Sitzbank nachts zum Bett umgebaut werden. Die Liegefläche beträgt dann 1,90 x 1,10 Meter, kann aber mit einem Zusatzpolster auf 1,40 Meter verbreitert werden. Die Küchenzeile befindet sich am Heck des VW T6. Dank eines Doppelbodens im Küchenbereich, kann man von hinten Campingmöbel einladen. Öffnet man die Heckklappe, kann man die Küche von außen hinter dem Fahrzeug stehend benutzen – möglich machen das ausziehbare Module. Außerdem kann ein Teil der Küche einfach herausgenommen und komplett im Freien benutzt werden. Den Campmobil Bus mit kurzem Radstand gibt es ab 54.350 Euro.

Multicamper: Auf die Bedürfnisse der Nutzer sind die verschiedenen Modelle von Multicamper perfekt abgestimmt. Abenteurer fühlen sich in den beiden Offroad-Modellen Adventure und Adventure Plus+ wohl. Neben dem 4 Motion Allradantrieb von VW hat Multicamper einen zusätzlichen Unterbodenschutz sowie das Bilstein Offroad-Fahrwerk eingebaut. Der Möbelbau im Inneren ist robust und eignet sich auch für Fahrten abseits der Straße. Geschlafen wird auf der Schlafsitzbank oder im Aufstelldach.

Das Modell Wave eignet sich, wie der Name schon sagt, für Surfer und Sportler. Dieser VW Camper bietet ebenfalls Allradantrieb und viel Stauraum für Sportutensilien. Ein Surfbrett oder zwei Fahrräder finden im Inneren des Fahrzeugs Platz. Hier bietet ebenfalls eine Schlafsitzank nachts Platz für zwei. Der Küchenblock mit Spüle und Kühlschrank lässt sich von außen und innen bedienen.

Ein echter Öko-Bus ist der Multicamper Nature. Die Möbel bestehen aus Erlenholz und sind mit Holzleim frei von Lösemitteln und Formaldehyd gebaut. Das Erlenholz speichert Sonnenenergie und ist mit allergikerfreundlichen Naturölen behandelt. Der eingebaute Bio-Korkboden ist fußwarm, gelenkschonend und trittelastisch. Gepolstert wurde der Multicamper Nature mit Bio-Stoffen.

Wie auf Wolken gebettet, soll man im Multicamper Heaven nächtigen. Der Campingbus bietet Einzelbetten, die aber auch zum Doppelbett zusammengebaut werden können. Dieser T6-Camper zeichnet sich durch viele Stauraummöglichkeiten, eine gute Wärmeisolierung sowie eine optionale Toilette aus. Für den größt möglichen Komfort auf kleinem Raum. Einen Multicamper gibt es ab ca. 53.778 Euro.

Reimo: Der Campingbus-Spezialist Reimo bietet Ausbauten auf unterschiedlichen Volkswagen-Basisfahrzeugen an. Darunter natürlich auch ein Modell auf T6-Basis. Der Reimo Carrara verfügt über eine Schlafsitzbank und ein optionales Aufstelldach. Im Inneren befindet sich eine Küchenzeile mit Zwei-Flammen-Gaskocher, einem Spülbecken sowie einem 35-Liter-Kompressor-Kühlschrank. Neben einem Kleiderschrank gibt es auch noch Platz für ein Porta Potti. Den Reimo Carrara gibt es ab etwa 45.000 Euro.

Spacecamper: Recht bekannt unter den professionellen Bulli-Ausbauern ist das Team von Spacecamper um Firmenchef Ben Wawra, der selbst im Campingbus lebt. Seit vielen Jahren widmen sie sich den kleinen Campervans auf VW Basis. Vier Modelle gibt es bei ihnen zur Auswahl. Der Spacecamper Classic vereint die Komponenten eines Transporters mit denen eines Familien-Campers oder eines mobilen Büros. Die patentierte Schlafsitzbank ist extra leicht und soll von einer Person problemlos ausgebaut werden können. So ist es möglich, große Gegenstände zum Transport einfach von hinten durchzuladen. Zum Camping benötigt man die eingebaute Möbelzeile mit Küchen-Elementen wie Gas-Kochstelle, Spülbecken und Kühlbock. Im Küchenblock ist eine Tischplatte eingebaut, die bei Bedarf einfach aufgeklappt wird.

Der Spacecamper Light zeigt, wie der Name vermuten lässt, nur den leichtesten Anflug eines Campingbusses. In dem T6-Ausbau gibt es keine großen Möbel. Die Dreier-Sitzbank verläuft über die gesamte Breite und bietet nachts ein 1,55 x 2 Meter großes Bett. Vor der Sitzbank befindet sich eine schmale Küchenzeile mit kleinem Spülbecken und einem Gas-Kochfeld für einen kleinen Topf. Zubehör und Lebensmittel kommen in dem Küchenregal und unter der Sitzbank unter.

Beim ClassicOpen kommt eine weitere Schiebetür hinzu, die ein besonders offenes Camping-Erlebnis verspricht. Der Küchenblock kann in diesem Modell ganz einfach hinausgeschwenkt und so benutzt werden. Darüberhinaus kann man die Küche auch ganz herausnehmen und auch außerhalb des Fahrzeugs benutzen.

Der LightOpen wird mit vielen verborgenen Camping-Elementen auf Wunsch zum Campingfahrzeug und präsentiert sich im Alltag als Familienlimousine mit viel Platz. Auf die Dreier-Sitzbank passen drei Kindersitze, die dank Seitenaufprallschutz gut gesichert sind. Wie im ClassicOpen, bietet auch der LightOpen eine zweite Schiebetür, die den Zugang zu allen Kindersitzen erleichtert. Das Highlight dieses Campervans sind die integrierten Kochstellen in der großen Tischplatte. Auf dem Campingplatz wird also direkt am Tisch gekocht und gegessen. Gut versteckt neben der Rückbank befindet sich ein kleines Waschbecken. Eine 25-Liter-Kompressor-Kühlbox kommt sich zwischen den Fahrersitzen unter. Der Grundpreis Spacecamper Classic beträgt 51.978 Euro.

Vanufaktur: Unter der Dachmarke Vanufaktur laufen die Offroad-Fähigen Terracamper und die hübschen Flowcamper. Die Terracamper-Modelle auf VW-T6-Basis sind beide mit Allradantrieb ausgestattet und bereit für das Abenteuer abseits asphaltierter Straßen. Der Terracamper Terock 2.0 bietet Sitzplätze für drei Personen. Neben dem Einzelsitz im hinteren Teil des Fahrzeugs befindet sich die große Küchenzeile mit Kompressor Kühlbox (35 Liter), Zwei-Flamm-Spirituskocher und 40-Liter-Frischwassertank. In der Möbelzeile findet sich außerdem noch Platz für eine Campingtoilette. Das Aufstelldach klappt nach hinten auf. Das aufklappbare Bett wird über die Möbel ausgebreitet und liegt dann erhöht im Fahrzeug.

Der Terracamper Tescout nutzt ein großes Möbelmodul, dass sich bis zu den Fahrersitzen über die komplette Breite des Campingbusses ausbreitet. Wie beim Terock, wird auch hier das Bett über den Möbelmodulen ausgeklappt und bietet eine 160 x 200 Zentimeter große Liegefläche. Wenn man nicht zum Campen unterwegs ist, kann das Modul ausgebaut und eine weitere Sitzreihe wieder hinein gebaut werden. Die Terracamper Terock und Tescout 2.0 gibt es ab 49.000 Euro.

Der Flowcamper auf VW T6 überzeugt mit seinem schicken Holzdesign im Fahrzeuginnern. Neben einem Echtholz Boden, bestehen auch die bunten Möbelteile aus Echtholz, ebenso wie der ausschwenkbare Tisch. Mit Aufstelldach bietet der Bus bis zu fünf Schlafplätze. Die Küche verfügt über eine Spüle mit 12 Liter Frisch- und Abwasserkanister, Einflammgaskartuschen-Kocher und eine Kompressor-Kühlbox mit 24 Liter Fassungsvermögen. Einen Flowcamper gibt es ab 39.000 Euro.

Maxxcamp: Bei Maxxcamp handelt es sich um einen Hersteller von Möbelmodulen. Sie bieten Küchen- und Schlafmodule für den VW Transporter an. Angepasst sind die Möbelteile auf die Volkswagen California Beach und Multivan, da die, laut Maxxcamp, die optimalen Voraussetzungen ab Werk mitbringen. So verfügt der Beach schon über zwei Betten: eine Schlafsitzbank unten und ein weiteres Bett im Aufstelldach und muss nur noch mit den Modulen zum vollwertigen Camper ausgebaut werden. Die Module kosten etwa zwischen 1.200 und 2.000 Euro.

Campingbusse auf VW Crafter

Knaus: Als einer der ersten hat sich die Firma Knaus dem 2016 vorgestellten Crafter angenommen. Auf 6,80 Meter Länge und langem Radstand präsentierten sie mit dem Boxdrive einen eher klassischen Campingbus-Grundriss mit vielen kreativen Details. Die Schubladen öffnen mit einer Push-to-open-Funktion – haben also keine Griffe. Das LED-Ambientelicht soll für die passende Stimmung sorgen und in der Dusche gibt es sogar ein echtes Disco-Licht, das die Farben wechseln kann. Einmalig ist auch das hochklappbare Längsbett im Heck, das so für mehr Beladungsfläche sorgt. Den Knaus Boxdrive gibt es für 79.990 Euro.

Schwabenmobil: Die Firma Schabenmobil fertigte mit dem Florida Tango ein Modell nach den Vorstellungen eines promobil-Lesers an, der diesen Grundriss damals bei einem Wettbewerb für mögliche Crafter-Ausbauten eingeschickt hatte. Wie man von Namen Tango erahnen kann dreht es sich bei dem Campingbus um einen Ausbau für zwei. Im Heck befinden sich zwei Längseinzelbetten und vorne hinter den drehbaren Fahrersitzen ein kleiner Tisch für zwei. Eine Sitzbank gibt es nicht, dafür ein großes Flaschenregal. Der Grundpreis des Florida Tango beträgt 64.110 Euro.

Reimo: Neben dem T6-Ausbau präsentierte Reimo auch kürzlich einen Prototyp für einen Crafter-Campingbus. Ganz unkonventionell ist bei dem Campingbus das fehlende Festbett. Geschlafen wird auf der patentierten Schlafsitzbank von Reimo in der Mitte des Fahrzeugs. Im Heck gibt es dafür Platz für ein großes Heckbad sowie einen Kleiderschrank. Ob das Modell in Serie geht ist noch unsicher.

Pick-up Camper auf VW Amarok

Bimobil und Tischer sind Firmen, die Pick-up-Wohnkabinen für verschiedene Pick-up-Modelle anbieten. Einige dieser Kabinen sind auf den VW Amarok angepasst, wie die Bimobil Husky 220 oder Husky 258 für jeweils zwei Personen. Die Kabinen sind mit Bett, Küche und Bad voll ausgestattet für Camping. Bei Tischer passen ganze sechs Wohnkabinen aus ihrem Portfolio auf den VW Amarok.

Auch die junge Firma Gehocab bietet mit der Aufsetzkabine Kora einen Pick-up-Camper an. Die Wohnkabine ist allerdings fest verbunden mit dem VW Amarok. Sie besteht komplett aus Carbon und lockt vor allem Abenteurer über unbefestigte Straßen – promobil hat das Modell bereits auf Offroad-Pisten Island getestet.

Vanessa, eigentlich eher bekannt für Möbelmodule für Campervans, haben auf der CMT 2018 auch spezielle Möbelmodule sowie ein Holzdeckel für die Ladefläche von Pick-ups präsentiert. Mit einem Dachzelt obendrauf wird der VW Amarok zum vollwertigen Campingmobil.

Mini-Camper VW Caddy

Auch der kleine VW Caddy taugt als Campingmobil. Mithilfe von Möbelmodulen inklusive Bett von Ququq verwandelt sich der kleine PKW in einen Mini-Campingbus. Der Hersteller Reimo legt noch einen drauf und bauen eine kleine Möbelzeile sowie ein umklappbares Bett in den Caddy ein.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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