Ultima RS (2019)

06/2019; Ultima RS
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06/2019; Ultima RS

© Ultima Sports

Ein Leistungsgewicht von 0,76 kg/PS ist Garant für beste Beschleunigungswerte und eine Fahrdynamik vom Allerfeinsten. Vorhang auf für den Ultima RS aus Großbritannien.

Die Ultima Ratio, also das letzte geeignete Mittel, im Konflikt der Hypercar-Anbieter scheint mehr Leistung zu sein. Oder präziser: ein Höchstmaß an Motorleistung. Vierstellige Leistungswerte sind da längst nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Der Ultima Sports mischt bei diesem Leistungs-Wettrüsten munter mit; bereits der 2015 präsentierte Ultima Evolution leistete 1.030 PS. Nun hat der britische Kleinserienhersteller noch etwas mehr Leistung gefunden und verpasst seinem neuen Modell Ultima RS, das Anfang Juli beim Festival of Speed in Goodwood debütiert, bis zu 1.217 PS.

6,2-Liter-V8-Motoren aus dem GM-Regal

Ultima verwendet in seinen Sportwagen Motoren aus dem General-Motors-Regal. Genauer: die 6,2 Liter großen V8-Benziner aus der LT-Familie. So auch im RS, dessen Basismodell über den aus der Corvette C7 bekannten LT1-V8-Saugmotor verfügt und 487 PS leistet. Leistungsstufe zwei bedeutet 659 PS, generiert aus dem LT4-Kompressor-V8, der zum Beispiel in der Corvette C7 Z06, im Cadillac CTS-V und im Chevrolet Camaro ZL1 zum Einsatz kommt.

Wer leistungsmäßig ganz hoch hinaus möchte, braucht den Ultima RS aber mit dem LT5-Motor, der nichts anderes ist als ein LT4-Triebwerk mit größerem Kompressor und in der Corvette ZR1 seinen Dienst verrichtet. Im RS bringt Ultima Sports den Treibsatz auf 811 PS oder – nachdem die entsprechenden Tuningmaßnahmen vorgenommen wurden – auf bis zu 1.217 PS. In dieser Konfiguration soll das Hypercar in nur 2,3 Sekunden von null auf 60 mph (96,6 km/h) beschleunigen und die Viertelmeile mit stehendem Start in 9,2 Sekunden absolvieren. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Ultima Sports mit über 402 km/h an, wobei die Getriebeübersetzung den Vortrieb limitiert. Die manuelle Sechsgang-Schaltung stammt übrigens von Porsche, wurde aber um eine Schaltwegeverkürzung ergänzt.

Niedriges Gewicht, effiziente Aerodynamik

Doch Leistung ist für die Briten nur ein Mittel zum Zweck. Das andere ist ein möglichst niedriges Gewicht. Um letztlich bei 930 Kilogramm zu landen (sofern der Käufer auf gewichtsintensive Sonderausstattungen verzichtet), dreht sich beim Ultima RS alles um das Thema Leichtbau. Die Karosserie im Stile früherer Gruppe-C-Le-Mans-Rennwagen besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) und stülpt sich über einen Rohrrahmen mit integriertem Überrollkäfig. Die meisten Anbau- und Aerodynamikteile sind aus Karbon gefertigt.

Besonders markant ist die Lufthutze auf dem Dach, die dem GM-V8 ein Höchstmaß an Frischluft zuführt. Aber auch der 1,78 Meter breite und neunfach verstellbare Heckflügel, der eckige Diffusor und alle anderen Luftleit-Elemente erregen Aufsehen. Im Zusammenspiel zielen die Splitter, Flügel und Spoiler aber nicht nur auf maximalen Abtrieb. Ultima Sports hat dem RS die Fähigkeit implementiert, dass sich die aerodynamische Balance von vorne nach hinten oder in die andere Richtung verschieben lässt. So kann das Auto an die Bedingungen oder die Vorlieben des Fahrers bestens angepasst werden.

Hochleistungs-Bremse und donnernder Sound

Das Fahrwerk arbeitet mit Doppel-Querlenkern und in Zug- und Druckstufe sowie Bodenfreiheit einstellbaren Dämpfern. Hinter den 19-Zoll-Leichtbau-Schmiedefelgen mit Michelin-Hochleistungsreifen arbeitet eine eine Bremsanlage von AP Racing. Aufpreisfrei kommen rundum 322 Millimeter große und geschlitzte Scheiben und Vierkolben-Sättel zum Einsatz. Optional gibt es 362-Millimeter-Scheiben, Sechskolben-Sättel und die Möglichkeit, die Bremsbalance zu verstellen. Damit soll der Ultima RS in nur 3,3 Sekunden von 100 mph (161 km/h) zum Stillstand gebracht werden können.

So kompromisslos die wild beflügelte Sportwagen-Flunder auch ist, hat ihr Erbauer das Thema Sozialverträglichkeit nicht komplett außer Acht gelassen. Das Fahrwerk soll komfortabel genug für ausgedehnte Genussfahrten sein und der Auspuff erfüllt die gesetzlichen Lärm- und Abgasvorschriften. Wer auf der Rennstrecke jedoch donnernden V8-Sound genießen möchte, kann den Schalldämpfer auch deinstallieren und stattdessen eine X-Pipe einsetzen.

Im Innenraum dominieren die Materialien Karbon und Alcantara. Die Analoguhren hinter dem Lenkrad können optional gegen ein Digitalinstrument mit umfangreicher Datenaufzeichnung getauscht werden. Klimaanlage, ein passgenaues Kofferset und eine Plakette mit der Seriennummer sind serienmäßig an Bord. Im Gegensatz zum Ledermantel für den Überrollkäfig oder zum Alpine-Infotainmentsystem mit Navigationssystem und Bluetooth-Funktion.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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