Verstappen verliert Bonus-Punkt: Track-Limit-Stunk bei Red Bull

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hofft, dass in Barcelona
direkt schon wieder der Konter gelingt.
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Red-Bull-Teamchef Christian Horner hofft, dass in Barcelona direkt schon wieder der Konter gelingt.

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Red Bull steht diese Saison auf Kriegsfuß mit den Track-Limits. Dem dritten kostspieligen Verstoß von Max Verstappen beim Portugal-Grand-Prix folgten heftige Verbal-Attacken der Teamverantwortlichen gegen die Schiedsrichter. Die FIA verteidigte ihr rigoroses Vorgehen.

Die Track-Limits sind schon länger ein leidiges Thema. Weil immer mehr Kurse aus Rücksicht auf Motorrad-Rennen mit flachen Randsteinen und asphaltierten Auslaufzonen ausgerüstet sind, werden die Formel-1-Piloten praktisch dazu eingeladen in Kurven eine weitere und damit schnellere Linie zu wählen. Um einen möglichen Vorteil zu unterbinden, lässt die FIA noralgische Stellen überwachen. Wer zu weit rausfährt, bekommt seine Zeit gestrichen. Und wer im Zweikampf neben die Piste gerät, muss einen gewonnen Platz wieder zurückgeben.

Ausgerechnet Max Verstappen traf dieses Schicksal dieses Jahr schon mehrfach. In Bahrain wurde der Holländer zurückgepfiffen, als er Lewis Hamilton in der Schlussphase neben der Strecke passierte. In der Qualifikation bekam er eine mögliche Pole Position verwehrt, weil er in Kurve 4 eine Handbreit zu weit nach außen rutschte. Und im Rennen strich ihm die Rennleitung die schnellste Runde und den damit verbundenen Bonuspunkt.

Im Red-Bull-Lager war man nach dem Rennen sichtlich angefressen. Sportchef Helmut Marko nahm kein Blatt vor den Mund: "Das mit den Track-Limits ist wirklich lästig. Wir haben erst den Sieg in Bahrain verloren, gestern die Pole Position und jetzt die schnellste Runde. Aller guten Dinge sind drei. Ich hoffe, dass damit jetzt schon mal Schluss ist. Da muss sich was ändern. Entweder gibt es eine Begrenzung mit richtigen Kerbs oder man macht Kies hin, so dass es eine automatische Bestrafung gibt, wenn man rausfährt."

Verstappen unter Beobachtung?

Auch Teamchef Horner haute in die gleiche Kerbe: "Die Track Limits waren in den ersten drei Rennen wirklich brutal für uns: Der Sieg in Bahrain, gestern die Pole Position und jetzt die schnellste Runde. Das war sehr kostspielig." Bei Red Bull fühlte man sich unfair ins Visier genommen. Im ganzen Rennen wurde nur einem einzigen Fahrer nach einem Verstoß in Kurve 14 die Rundenzeit gestrichen und das war Verstappen. Misst die FIA hier etwa mit zweierlei Maß?

Rennleiter Michael Masi weist diesen Vorwurf weit von sich: "Während des Rennens wurde eine Reihe von Rundenzeiten wegen Verstößen in verschiedenen Kurven gestrichen – genau wie schon im Qualifying und in den Freien Trainings. Wir haben das bei allen Fahrern gleich gehandhabt. Das lief konstant nach den vorher festgelegten Regeln ab."

Dass es Verstappen als einzigen in Kurve 14 traf, war offenbar einfach Pech: "Die Kurve 14 haben wir nach den Trainings mit in die Liste der überwachten Kurven aufgenommen und das auch in den sogenannten Event Notes kommuniziert. Jeder Fahrer der hier neben der Strecke war und in den Mini-Sektoren eine persönliche Bestzeit fuhr, was bei Verstappen der Fall war, bekam seine Zeit gestrichen", erklärt Masi.

Keine Strafe gegen Norris

Bei Red Bull sorgte auch noch ein zweiter Track-Limits-Fall für Ärger. Dieses Mal sei Sergio Perez benachteiligt worden, als er von Lando Norris nach dem Restart regelwidrig überholt wurde: "Der Norris hat den Perez überholt und war mit allen vier Rädern neben der Strecke, da hat es nichts gegeben", schimpfte Marko. "Da gibt es keine Konstanz. Das ist kein richtiges Racing, wenn da so mit den Regeln herumjongliert wird."

Auch auf diese Verbalattacke hat Rennleiter Masi eine Antwort parat: "Red Bull hat uns den Vorfall schon während des Rennens gemeldet. Wir haben das untersucht und festgestellt, dass Lando den Überholvorgang nicht in Kurve vier außerhalb der Strecke vollzogen hat. Er hat Sergio vor Kurve fünf am Ende der DRS-Zone ausgebremst."

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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