VW Passat in Emden am Ende

Verkauft sich aktuell schleppend: Die Produktion des VW Passat
könnte im Werk Emden bald zu Ende sein.
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Verkauft sich aktuell schleppend: Die Produktion des VW Passat könnte im Werk Emden bald zu Ende sein.

© Rossen Gargolov
08.11.2018 - 08:30 Uhr von Gregor Hebermehl

Im VW-Werk Emden sollen zukünftig Elektroautos entstehen, für den seit Jahren dort gebauten Passat ist laut Medienberichten 2022 Schluss.

Laut der Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) soll die Produktion des VW Passat im Werk Emden beendet werden. Das Werk besteht seit 1964, in ihm laufen aktuell der Passat als Limousine und Kombi sowie die Arteon genannte viertürige Coupévariante der Mittelklasse-Limousine vom Band.

Der Verkauf des Passat läuft schleppend, weshalb VW die Produktion mehrfach anpassen musste: Die wiederholt notwendige Kurzarbeit summiert sich in diesem Jahr bereits auf 19 Arbeitstage. Außerdem musste die Produktion wegen Nachschubproblemen vorübergehend ruhen – es herrscht ein Mangel an Dieselmotoren, wie die Emdener Zeitung berichtet.

Druck auf VW

Laut Handelsblatt liefen in der Vergangenheit 250.000 Autos pro Jahr in Emden vom Band, maximal wären 280.000 möglich. 2018 werden gerade mal 230.000 Fahrzeuge das Werk verlassen. Der Druck auf Volkswagen, das Werk Emden auszulasten, ist groß – Betriebsrats-Chef Bernd Osterloh hat den Vorstand aufgefordert, den Zukunftspakt einzuhalten. Dieser besagt, dass 2020 sogar 290.000 Autos in Emden gebaut werden sollen.

Laut HAZ war vor zehn Jahren jeder fünfte verkaufte VW ein Passat, inzwischen ist es nur jeder zehnte. Für die aktuell achte Generation gibt es keinen Nachfolger, 2022 läuft das Modell aus. Die Idee, freiwerdende Kapazitäten mit Modellen von Skoda zu füllen, scheiterte am Protest der Belegschaft in Tschechien. So könnte Emden zu einem Elektroauto-Produktionsstandort werden. Bisher gibt es nur die offizielle VW-Entscheidung, im Werk Zwickau E-Autos zu bauen.

Wichtiger Arbeitgeber in der Region

Das Emdener VW-Werk ist der größte industrielle Arbeitgeber in Ostfriesland, zirka 11.000 Beschäftigte verdienen dort ihr Geld. Bei einer Umstellung auf E-Auto-Produktion könnte das Werk zu einem führenden Hersteller elektrisch betriebener Fahrzeuge werden. Für die Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte hat VW bisher Investitionen in Höhe von 34 Milliarden Euro vorgesehen.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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