VW Golf-SUV: Erste Bilder des T-Roc

Auf der IAA steht der neue VW T-Roc: Die Stoßfänger sind im Gegensatz zur Studie kräftiger geformt und in Wagenfarbe lackiert. Die vordere Schürze hat Nebelscheinwerfer und eine Chromleiste.
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Auf der IAA steht der neue VW T-Roc: Die Stoßfänger sind im Gegensatz zur Studie kräftiger geformt und in Wagenfarbe lackiert. Die vordere Schürze hat Nebelscheinwerfer und eine Chromleiste.

© VW
14.09.2017 - 08:00 Uhr von Andreas Of

Volkswagen erweitert die Golf-Baureihe um ein SUV-Modell und bringt ab 2017 den VW T-Roc auf den Markt. Seine Premiere feiert der Golf-SUV auf der IAA 2017. Wir saßen schon drin, nennen Motoren, Ausstattungen und den Einstiegspreis.

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Zwischen den Golf und Tiguan passt noch ein T-Roc: Der SUV-Boom und das Wachstum beim Modellwechsel schaffen Platz für ein weiteres Kompakt-SUV auf Basis des Modularen Querbaukastens (MQB). Der T-Roc ist kürzer, flacher und frecher als der Tiguan, lässt jedoch noch Platz für ein Polo-SUV. Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann geht davon aus, „dass sich das jährliche Volumen dieser kleinen Kompakt-SUV in den nächsten zehn Jahren von heute rund 6,4 Mio. auf 10,6 Mio. Fahrzeuge vergrößern wird.“

Neu auf der IAA: R-Line und Einstiegspreis

Auf der IAA zeigt VW den T-Roc zum ersten Mal dem Publikum. Neu ist die sportliche R-Line, die den T-Roc kräftiger dastehen lässt. Während der IAA hat Volkswagen auch den Einstiegspreis genannt: 20.390 Euro kostet der T-Roc 1.0 TSI mit 115 PS und Frontantrieb. Weitere Preise sind noch nicht bekannt, jedoch sollen ab Freitag, 15. September erste Versionen konfigurierbar sein. Zum Start sind dies voraussichtlich neben dem 1.0 TSI der TSI mit 190 PS und Allrad sowie der TDI mit 150 PS.

Typisch VW? Nicht unbedingt

Doch zunächst nähern wir uns dem neuen T-Roc, an dem gleich auffällt, dass er auffällt: Zweifarbenlackierung, große Räder unter den breiten Radläufen, die am Heck sogar in einer Schulter enden. Die Linien sind klar, die Kanten scharf, das ist typisch Volkswagen. Doch da ist noch etwas anderes: die nach vorn geneigte C-Säule, ringförmige Tagfahrleuchten, ein Chromstreifen oberhalb der Seitenfenster, der große Schriftzug mitten auf der Heckklappe. „ Die Idee war, ein sehr jugendliches Auto zu machen,“ sagt Exterieurdesigner Urs Rahmel.

Ab 150 PS auch Allradantrieb im T-Roc

Antreten soll der VW T-Roc gegen die wachsende Schar der kleinen SUV, die zum großen Teil von Importeuren stammt, aber auch aus dem eigenen Haus kommen: Audi Q2 und Skoda Karoq etwa, oder Renault Captur, Citroën C3 Aircross, Opel Crossland X und Kia Stonic. Statt Offroad-Tauglichkeit ist Zweifarbigkeit angesagt. Anders als die meisten Konkurrenten und genau wie Hauskonkurrent Audi bietet Volkswagen jedoch auch Allradantrieb an – gegen Aufpreis bei den 150-PS-Motoren, serienmäßig beim Topmodell mit 190 PS. Dennoch dürfte der Fahrprofil-Schalter eher selten auf das Offroad-Programm geklickt sein. Auf der Straße soll der VW T-Roc ähnlich komfortabel fahren wie ein Golf. „Gerade mit Allradantrieb macht der T-Roc sehr viel Spaß beim Fahren“, berichtet Baureihenleiter Karlheinz Hell.

Sitzprobe im neuen VW T-Roc

Obwohl außen ähnlich groß wie der VW Golf, ist der T-Roc innen spürbar enger. Man kommt wegen der höheren Sitzposition zwar leichter rein, kann jedoch nicht so gut rausschauen: Dicke Säulen und verhältnismäßig kleine Fenster erschweren die Übersicht. Die Rücksitzbank ist zwar wenig variabel – die Lehnen klappen im klassischen Verhältnis 60:40 – aber angenehm hoch eingebaut. So sitzen selbst Langbeinige bequem. Weil die Dachverkleidung klug geformt ist, bleibt auch mit dem Panoramadach genügend Kopffreiheit.

Wer vorn einsteigt, sitzt auf 572 Millimeter Höhe, die Rückbank bietet mit 618 Millimeter einen etwas besseren Ausblick. Doch auch vorn gibt es etwas zu sehen, das Active Info Display zum Beispiel mit seinen Bildschirminstrumenten auf 11,3 Zoll Diagonale. Schön weit oben in der Mittelkonsole sitzt das Multimedia-Display für Musik und Navigation. Ein 6,5-Zoll-Bildschirm ist serienmäßig, das Topsystem Discover Media hat ein 8-Zoll-Display.

Die Mittelkonsole ist um den Schalthebel hat dieselbe Farbe wie die Dekorblende in der Instrumententafel. Schalter und Hebel liegen gut zur Hand. Die digitalen Instrumente und der Infotainment-Bildschirm unter Glas beeindrucken mit ihrer brillanten Optik und Anzeigenvielfalt. Weniger beeindruckend, sondern eher schlicht fassen sich manche Materialien im Innenraum an. Dafür ist alles im Volkswagen eng verfugt und solide eingebaut.

Viel Assistenz, teils gegen Aufpreis

Serienmäßig hat der T-Roc einen City-Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, Multikollisionsbremse und einen Spurhalteassistenten. Gegen Aufpreis gibt es einen Abstandstempomat, der bis 210 km/h regelt, Rückfahrkamera. Insgesamt elf Assistenzsysteme verzeichnet die Aufpreisliste, der hier fleißig ankreuzt, den warnt der Tiguan beim Rückwärts Ausparken vor Querverkehr, beim Spurwechsel vor heran nahenden Fahrzeugen und drohender Müdigkeit.

Smartphones koppeln per Mirrorlink, Apple Carplay und Android Auto, während der Akku induktiv in der Mittelkonsole lädt. Das kostet alles extra, ebenso diverse Online-Funktionen, mit denen die Navigation Sonderziele und Parkplätze heraussucht, über Staus informiert und Nachrichten anzeigt.

Weniger Länge und Höhe

Mit 4,23 Meter Länge hält der T-Roc einen Viertelmeter Abstand zum Tiguan. Kurze Überhänge und selbstbewusste 1,82 Meter Breite verschieben die Proportionen. Designer Urs Rahmel erklärt: „Wir haben uns viel Mühe gegeben, die Scheinwerfer schmal zu halten“. Dafür wanderten die Tagfahrlichter in den Stoßfänger. Die Basismodelle haben waagrechte LED-Streifen und separaten Blinker. Gegen Aufpreis leuchtet tagsüber ein LED-Ring, der von weißem Tagfahrlicht auf oranges Blinken umschaltet.

Zwei Ausstattungslinien

Zusätzlich zur Basis gibt’s die Ausstattungslinien Sport und Style, die sich in Umfang und Optik unterscheiden, jedoch gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Das kommt bei VW nicht oft vor, typisch ist eine hierarchische Aufteilung der Ausstattungslinien wie etwa beim Golf, den es als Trendline, Comfortline und Highline gibt. Sport und Style stehen jeweils auf 17-Zoll-Rädern. Style beleuchtet das Ambiente und lässt die Wahl zwischen je vier Farben für Interieur und Dach. Der Sport differenziert sich mit Alu-Pedalen, die Rückleuchten und die hinteren Scheiben sind dunkel getönt und die Vordersitze sportlich aufgepolstert.

T-Roc auch mit R-Line

Wer Sport oder Style kauft, kann die R-Line für Interieur und Exterieur dazubestellen. Außen ziert dann eine Designleiste Seitenteile und Türen, die Stoßfänger sind kräftiger geformt und in Wagenfarbe lackiert. Die vordere Schürze hat Nebelscheinwerfer und eine Chromleiste, die hintere einen schwarz genarbten Diffusor integriert. R-Line-Logos finden sich im geänderten Kühlergitter und an den Seitenteilen. Die seitlichen Schwellerblenden sind nicht schwarz abgesetzt, sondern in Wagenfarbe lackiert. Zwei Rädergrößen stehen zur Wahl: Die 18-Zoll-Räder heißen Sebring, die 19-Zöller „ Suzuka“.

Innen findet sich das R-Line-Logo auf den Einstiegsleisten, Fußmatten und Vordersitzen, im Startbildschirm und auf dem Lenkrad. Die Sitze sind mit Stoff und Mikrofaser bezogen, die Pedale haben Edelstahlkappen und der Dachhimmel ist schwarz.

Start noch im September ab etwa 20.000 Euro

Der T-Roc startet noch im September zu Preisen ab rund 20.000 Euro, damit wäre er gut 2.000 Euro günstiger als der ähnlich positionierte Audi Q2. Ab November bekommen ihn die Händler und die ersten Kunden. Die europäischen T-Roc rollen aus dem Werk im portugiesischen Setubal, ein weiterer Standort in Foshan produziert für den chinesischen Markt.

Sechs Motoren gibt es, das Angebot reicht vom Einliter-Dreizylinder mit 115 PS und Frontantrieb bis zu den jeweils 190 PS starken Zweiliter-Vierzylindermodellen, die serienmäßig Allradantrieb und DSG bekommen. Das Motorenprogramm im Überblick:

  • 1.0 TSI, 115 PS, 200 Nm, Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe
  • 1.5 TSI, 150 PS, 250 Nm, Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe
  • 1.5 TSI, 150 PS, 250 Nm, Frontantrieb, 7-Gang-DSG
  • 1.5 TSI, 150 PS, 250 Nm, Allrad, 7-Gang-DSG
  • 2.0 TSI, 190 PS, 320 Nm, Allrad, 7-Gang-DSG,
  • 1.6 TDI, 115 PS, 250 Nm, Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe
  • 2.0 TDI, 150 PS, 340 Nm, Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe
  • 2.0 TDI, 150 PS, 340 Nm, Frontantrieb, 7-Gang-DSG
  • 2.0 TDI, 150 PS, 340 Nm, Allrad, 7-Gang-DSG
  • 2.0 TDI. 190 PS, 400 Nm, Allrad, 7-Gang-DSG
Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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