Wohnmobil-Trends für 2019

Trend 1: Innovative Basisfahrzeuge. MAN TGE: Der
VW-Crafter-Zwilling dient als Basis für ein T-Modell von Knaus.
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Trend 1: Innovative Basisfahrzeuge. MAN TGE: Der VW-Crafter-Zwilling dient als Basis für ein T-Modell von Knaus.

© Kohstall
11.01.2019 - 09:15 Uhr von Christian Becker

Mehr Wohlbefinden, Sicherheit und Komfort – promobil zeigt 10 Innovationen fürs Modelljahr 2019 bei den Reisemobilen. Das sind nicht immer fundamentale Neuerungen, auch Kleinigkeiten machen das Leben unterwegs leichter.

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Wir haben die neuen Reisemobile genau angesehen und zeigen Ihnen unsere 10 Lieblingsentwicklungen fürs Modelljahr 2019: Dinge, die wir für sinnvoll und praktisch erachten. Das sind die Top-Innovationen.

  1. Innovative Basisfahrzeuge

    Der von Volkswagen in Eigenregie entwickelte Transporter VW Crafter brachte inzwischen einen weiteren Ableger hervor: den technisch baugleichen MAN TGE. Auf der diesjährigen CMT war der Crafter-Zwilling bereits als Campingbus mit einem Ausbau des Anbieters Flexebu zu sehen. Eine größere Bedeutung wird ihm ab der kommenden Saison zuteil, wenn er als Basis für Knaus’ neuen Teilintegrierten Van TI Plus dienen wird.

    Die wichtigste Transporter-Neuheit in diesem Jahr ist der Mercedes Sprinter. Erstmals ist der Sprinter zudem auch als Triebkopf mit Frontantrieb verfügbar, was ihn als Basis für Teil- und Vollintegrierte nun noch interessanter macht.

    Aufgefrischt wurde in diesem Jahr auch der Ford Transit Custom, der neben optischen Änderungen auch ein neues Infotainmentsystem bekam.
  2. Besseres Raumgefühl dank Längssitzbänken

    Unsere französischen Nachbarn machen es vor: Bei Challenger, Chausson, Itineo, Le Voyageur, Pilote oder Rapido prägen Grundrisse mit Längssitzbänken den Jahrgang 2019. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man genießt mehr Bewegungsfreiheit und kann es sich wie zu Hause auf einer Couch bequem machen.

    Weil dieser Trend zu Längsbänken in Frankreich bereits seit einem Jahr erkennbar ist, hat man auch bei Bürstner reagiert. Der Hersteller bietet zur Saison 2019 mehrere Grundrisse mit Couch an. Auch Adria, inzwischen in französischem Besitz, hat das Thema aktuell für sich entdeckt: Sonic und Coral zeigen in den DC- und DL-Varianten, wo es langgeht. Und die anderen? Nur vereinzelt findet man neue Modelle mit Längsbänken aus Deutschland ( Dethleffs Pulse) und Italien ( Laika Kosmo).
  3. Moderne, helle Wohnwelten

    Galt lange dunkles Holz – am besten in Hochglanz – als sichtbarer Ausdruck hochpreisiger Mobile, gibt es nun zum Beispiel auch bei Carthago ein neues helles Design, welches das ganze Fahrzeug luftiger und größer wirken lässt. Im neuen Dethleffs Pulse geht man sogar noch einen Schritt weiter und hat dem hellen Möbelbau auch noch ein – zwar optionales, aber schickes – Lichtdesign mit Dachbaldachin in Beton-Optik verpasst.

    Aber auch bei Niesmann + Bischoff, Itineo und Bürstner zeigt sich ganz deutlich: Der Trend geht weg vom „Holzhütten-Interieur“. Im Bürstner Ixeo sorgen warme Brauntöne kombiniert mit weißen Flächen für ein luftiges Raumgefühl. Es soll modern und hell sein, und den aktuellen Wohntrends zu Hause entsprechen. Die Zeit des Gelsenkirchener Barocks ist damit hoffentlich Geschichte.
  4. Leichtere Konstruktionen

    Hymers SLC-Chassis ist zwar nicht mehr ganz neu, kommt nun aber erstmals an einem Mercedes Sprinter zum Einsatz: clever – Rahmenträger und Doppelbodenkonstruktion sind eins und sparen so Gewicht.

    Importeur Ahorn Camp meldet, durch leichtere Sitzbank- und Hubbettkonstruktionen sowie eine Heckabsenkung aus Kompositmaterial 50 bis 60 Kilo pro Fahrzeug eingespart zu haben.

    Ähnliche Erfolge reklamiert auch Carthago für sich beim Abspecken des C-Tourer und C-Compactline. Die beiden, ohnehin schon auf Leichtbau getrimmten Baureihen konnten durch Detailmaßnahmen nochmals um 50 bis 60 Kilo erleichtert werden. So bleibt der reisefertige C-Compactline I 138 erstmals unter 2800 Kilo.

    Die neue Quertraverse am Ducato-Windlauf soll zwar vor allem den Motorzugang bei Integrierten verbessern, spart laut Fiat aber auch knapp vier Kilo.
  5. Neuartige Dachfenster im Kastenwagen

    Wer auf den Dachstaukasten im Campingbus verzichten kann, genießt so eine neue Großzügigkeit – bislang aber nur im Ducato. Die neuesten ausgebauten Fiat-Ducato-Modelle von Dreamer und Adria haben ein sogenanntes Skyroof. Wo sonst ein Dachstauraum war, ist jetzt ein großes Panorama-Fenster an der Dach-Stirnseite eingebaut. Dadurch kommt viel Licht herein und sorgt so für die ungewohnt luftige Anmutung – fast wie in einem teil- oder vollintegrierten Reisemobil.

    Eine kleinere Fenstervariante bietet 2019 auch Malibu in seinen Campingbussen an.
  6. Breite Aufbautüren

    Zwar setzen sich schon seit einigen Jahren bei manchen Marken breitere Türen durch, doch 2019 packt in dieser Hinsicht noch eine Schippe Fortschritt drauf. Knaus beispielsweise bringt ab der kommenden Saison eine neue Aufbautür, die je nach Fahrzeugmodell 60 oder sogar 70 Zentimeter breit ist. Es gibt unterschiedliche Varianten von der einfacheren Komfort-Version bis zur üppig ausgestatteten Exklusiv-Ausführung.

    Von Rhein Composite stammt das 72 Zentimeter breite Tor, das in den neuen Morelo Palace führt und teilweise auch bei Modellen von Concorde wie dem Concorde Cruiser 840 RRL eingesetzt wird. Es zeichnet ein großes Fenster und eine elektrische Zuziehhilfe aus. Öffnen lässt sich die Tür über ein Zahlenschloss und die Fernbedienung am Autoschlüssel.
  7. Neue Kompaktcamper

    Vor zwei Jahren hat Pössl, Marktführer bei den Campingbussen mit Bad, durch die Vorstellung des Campster auf Basis des Citroën Spacetourer den Startschuss gesetzt. Inzwischen beeilen sich viele Hersteller – neue, wie bekannte –, auch in diesem boomenden Segment aktiv zu werden.

    Auf Renault Trafic präsentierte bald darauf Serienhersteller Adria seinen neuen Active, gefolgt vom Manufaktur-Ausbau der jungen Marke Kompanja auf gleicher Basis. Auch die Automobilmarke Nissan will bei den Kompaktcampern mitmischen und entwickelte zusammen mit Traditionsausbauer Westfalia den Michelangelo. Grundlage ist der NV 300, ein Zwillingsbruder des Trafic.

    Noch ein weiterer Trafic-Klon spielt zunehmend eine Rolle: der Fiat Talento. Zum Caravan-Salon präsentiert Karmann seine neuen Danny-Modelle auf dieser Basis, und auch die polnische Marke Globe-Traveller nutzt den kleinen Fiat für die Kompaktbusse Rookie und Rookie XL – letzterer mit Hochdach.

    Als Alternative tummelt sich daneben auch der jüngst rundum aufgefrischte Ford Transit Custom. Der französische Ausbauer Dreamer legt mit dem neuen Cap Land zum neuen Modelljahr noch ein zweites Modell auf diesem Transporter nach.
  8. Gemütliche Sitzgruppen

    Für mehr Gemütlichkeit in Campingbussen sorgen im neuen Modelljahrgang großzügige L-Sitzgruppen, wie man sie zum Beispiel beim Pössl Roadstar 640 SG und beim baugleichen Globecar Globestar 640 SG findet.

    Platz für eine L-Sitzgruppe nimmt sich auch der Campervan XL der französischen Marke Dreamer. Der Vier-Personen-Bus auf Fiat Ducato hat einen frei stehenden Tisch, sodass tatsächlich vier Personen bequem gemeinsam essen können.

    Auf eine große Sitzgruppe statt Einzelbetten im Heck setzt auch der Pilote V 630 G. Ein Klappsitz hinter dem Beifahrersitz ermöglicht, dass man sich rund um den Tisch vis-à-vis gegenübersitzen kann.
  9. Flexible Möbel

    Modulare Möbelsysteme sind praktisch – und ermöglichen einen vergleichsweise günstigen Einstieg ins Campingleben. Schnell ein- und ausbaubar, stehen die Systeme für eine simple Handhabung und flexibles Reisen. Vor allem für Einsteiger interessant, die Reisemobilluft schnuppern, aber nicht gleich ein ganzes Fahrzeug kaufen können – oder wollen.

    Alleine in Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 25 Anbieter. Reimo gehört in dieser Reihe wohl zu den renommiertesten und bekanntesten. Die multifunktionalen Campingboxen für Fiat- und VW-Modelle mit Platz für eine Kühlbox, Kocher und Wasserkanister kosten etwa 1500 Euro.

    Egoe ist noch ganz frisch auf dem Markt. Ihre Nester, wie sie ihre Produkte liebevoll nennen, bestehen wahlweise aus Küchen-, Schlaf- und Stauraummodulen mit Platz für Kocher und Kühlschrank.
  10. Einfache Bedienung

    Vernetzung liegt ja schon länger im Trend. Jetzt verfolgen Fusion und Garmin aber einen neuen, vielversprechenden Ansatz: Informationen zur Bordtechnik wie Wassertank- und Batterie-Füllstände lassen sich auf dem Naviceiver RV-BBT602 abrufen. Für den Nutzer bedeutet das eine einfachere Bedienung, egal wo er sich im Fahrzeug aufhält. Denn das Display des RV-BBT602 kann abgenommen und im gesamten Fahrzeug genutzt werden.

    Hobby und LMC bieten eine ähnliche Vernetzung, stellen zur Bedienung aber ein fest installiertes Panel und optional eine App zur Verfügung. Ausschließlich für die Baureihe Sonic setzt auch Adria auf eine App namens Live Stream.


Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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