Flatrate-Angebote: Was Pakete taugen

01 Versicherung Flaterate Heft 21/08
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01 Versicherung Flaterate Heft 21/08

 

Neuwagen werden immer häufiger im Paket mit Wartungsverträgen, Versicherungen oder Garantieverlängerungen verkauft. Doch nicht immer lohnen sich die Flatrate-Angebote.

Auf den ersten Blick scheint das "Economy-Paket" ein Schnäppchen. Für 99 Euro im Monat einen neuen VW Polo fahren − inklusive Versicherung für vier Jahre, zwei Jahre Garantieverlängerung und Kreditabsicherung. Vier Jahre Rundum-Service und dazu die günstige Finanzierung zum niedrigen Zinssatz von 1,9 Prozent. Klingt super, ist aber nur durchschnittlich. Denn wer die Bausteine bei VW einzeln kauft, fährt nur gut zehn Prozent teurer. Findet der Kunde noch eine günstigere freie Versicherung, wird aus dem vermeintlichen Schnäppchen ein im Branchenvergleich eher geringer Nachlass. Die Anschlussgarantie, direkt beim Neuwagenkauf abgeschlossen, kostet einzeln sogar etwas weniger als im Paket (217 statt 257 Euro).

Pakete zur Kundenbindung

Doch nicht alle Mobilitätspakete und Flatrate-Angebote sind unattraktiv. Da sie es im Gegensatz zu plakativen Rabattaktionen ermöglichen, eher unauffällig Nachlässe zu gewähren, werden sie bei den Autoherstellern ein immer beliebteres Marketing-Instrument. Der Vorteil: Der Kunde wird über Versicherungen oder Serviceverträge langfristig gebunden, und die Marke steht trotz Nachlass nicht als Billigheimer da. Ob ein Angebot lohnt, hängt schlicht davon ab, welche Bausteine in welcher Höhe subventioniert werden. Ford steckt in seine Flatrate-Pakete derzeit viel Geld. Entsprechend hoch ist der Preisvorteil gegenüber einem klassisch finanzierten Modell, für das Wartung und Garantieverlängerung aus eigener Tasche bezahlt werden.

Genau nachrechnen

Das Ergebnis: Mittlerweile entscheiden sich 60 Prozent der Ford-Kunden für eine Flatrate. Bei manchen Angeboten, wie dem Komplett-Servicepaket von Mercedes, muss man die Vertragsbedingungen genau studieren, um beurteilen zu können, ob sich das Angebot lohnt. Im Fall des ML 320 CDI bringt der Komplett-Servicevertrag keinen finanziellen Vorteil, sondern lediglich eine Kostenkontrolle. Die monatlichen Raten, die sich mit Hilfe eines Kalkulators im Internet berechnen lassen, sind etwa bei 60.000 Kilometer Laufleistung über 24 Monate ähnlich hoch wie die Summe, die der Kunde auch für die in diesem Zeitraum fälligen Inspektionen bezahlen müsste. Geworben wird zudem damit, dass man mit dem Komplett-Servicepaket auch im Ausland im Pannenfall jederzeit abgesichert ist. In den Vertragsbedingungen steht jedoch, dass der Kunde die Rechnung im Ausland zunächst selbst begleichen muss und später nur die Kosten ersetzt bekommt, die in einem solchen Fall in Deutschland angefallen wären. Darüber hinaus ist bei Neuwagen von Mercedes in den ersten zwei Jahren eine Mobilitätsgarantie sowieso kostenlos mit dabei. Im Fall einer Panne kommt der Mercedes-Pannendienst also auch ohne Komplett-Servicepaket.

Die Beispiele zeigen: Es gibt viele Spielarten, doch nicht alle Pakete sind echte Schnäppchen. Wer wirklich sparen will, muss sich leider bis ins Detail durch die Angebote kämpfen.

Quelle: www.auto-motor-und-sport.de - Alle Rechte vorbehalten. - Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Motor-Presse Stuttgart
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