Dreamer D55+ Select im Test

Sechs-Meter-Campingbusse mit Querbett sind alle gleich? Der
Dreamer D55+ Select tritt den Gegenbeweis an. Nicht nur dank
Panoramadach setzt er sich wohltuend von der Masse ab.
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Sechs-Meter-Campingbusse mit Querbett sind alle gleich? Der Dreamer D55+ Select tritt den Gegenbeweis an. Nicht nur dank Panoramadach setzt er sich wohltuend von der Masse ab.

© Ulrich Kohstall
24.10.2018 - 14:02 Uhr von Ulrich Kohstall

Sechs-Meter-Campingbusse mit Querbett sind alle gleich? Der Dreamer D55+ Select tritt den Gegenbeweis an. Nicht nur dank Panoramadach setzt er sich wohltuend von der Masse ab, wie der erste Check zeigt.

  • Panoramadach
  • Raumbad
  • Schlafen
  • Daten und Preise

Es gibt so einiges zu erklären an diesem Dreamer D55+. Fangen wir beim Namen an. Dreamer gehört zur Rapido-Gruppe, was neuerdings ein kleiner Aufkleber am Kotflügel dokumentiert, und 55+ bezieht sich keinesfalls auf das Alter der Zielgruppe. Vielmehr bekommt man das Modell 55 jetzt mit einem Plus – unter anderem in Form eines festen Glasdachs über dem Fahrerhaus.

Lichtdurchflutet dank Panoramadach

Das Panoramadach macht hier den entscheidenden Unterschied: Wo man sonst beim Wechsel zwischen Fahrerhaus und Wohnraum den Kopf einzieht, um nicht an die übliche Ablage zu stoßen, bewegt man sich im D55+ so locker wie in einem Teilintegrierten. Durch das Fenster wirkt auch die ganze Sitzgruppe geräumiger – ein echtes Plus an Wohnlichkeit im Campingbus. Beim Fahren profitiert man ebenso von der neuen Offenheit. Weil die Verdunkelung vom Sitz aus erreichbar ist, kann man den Lichteinfall von oben stufenlos variieren.

Wer jetzt den Entfall der zweifellos praktischen Ablage über dem Fahrerhaus beklagt, kann beruhigt werden. An kleinen Ablagen und großen Fächern mangelt es im Dreamer D55+ bestimmt nicht. So gibt es neben dem variabel einteilbaren Heckstauraum beispielsweise drei hohe Wäscheschränke über dem Fußende des Betts und nicht zuletzt die Dusche. Richtig gelesen: Der Dreamer hat eine separate Duschkabine – ohnehin schon ungewöhnlich im Campingbus –, die sich über ihre eigentliche Funktion hinaus nützlich macht. In der oberen Hälfte steckt ein Kleiderschrank, den man zum Duschen einfach über die Liegefläche schwenkt. Darunter gähnt ein abgeteilter Freiraum, in dem auch sperrigere Dinge unterkommen können.

Raumbad im Campingbus

Bleiben wir im Sanitärbereich, der insgesamt eine ausführlichere Betrachtung lohnt: Öffnet man die Tür und arretiert sie dann in 90-Grad-Position, was mit etwas Übung einigermaßen flüssig gelingt, entsteht ein echtes Raumbad. So unbeschwert klappt die Körperpflege in kaum einem Campingbus, zumal die Stehhöhe nicht durch eine Bodenwanne beeinträchtigt ist. Viele Fächer und ein stabiles Waschbecken mit großem Ablauf ergänzen das Ensemble. Diese Kombination aus solider Machart und durchdachten Details setzt sich in der kompakten Küche fort. Statt Unterschränken gibt es hier drei teils variabel einteilbare Auszüge mit Zentralverschluss. Ein hoher Kühlschrank steht gegenüber.

Schmales Querbett im Heck

Kann der Dreamer denn auch ein traumhaftes Bett bieten? Hier macht sich die Beschränkung auf sechs Meter Außenlänge bemerkbar, denn seine Matratzenbreite erreicht nur 1,27 Meter. Zusammen mit den vielen Schränken und Ablagen ergibt sich im Heck eine kuschelige Koje. Die saubere Auskleidung, gute direkte und indirekte Beleuchtung sowie ein Bedienpanel fürs Radio zeigen aber auch hier Niveau. Ein weiterer Schlafplatz entsteht durch den Umbau der Sitzgruppe, der aber nicht zuletzt durch das hohe Gewicht des Tisches erschwert wird. Muss man ihn nicht bewegen, gefällt das Menü-taugliche Format der erweiterbaren Platte. Auch sonst hat Dreamer aus dem klassenüblich knappen Raum für die Sitzgruppe einiges gemacht.

Auf der Bank mit steiler Lehne sitzt man dank leichter Ausformung und längsverstellbarer Sitzfläche durchaus passabel. Die Kopfstützen sind höhenverstellbar, die Gurte bei Nichtbedarf entfernbar.

Wie üblich finden sich aber die besseren Plätze vorne. Wegen des nachträglichen Dachausschnitts und damit einhergehender Fiat-Vorgaben verwendet Dreamer bequeme Sessel mit integrierten Gurten. Hier stört allein die schwer erreichbare Lehnenverstellung. Der unempfindliche Kunstlederbezug bleibt erstaunlicherweise auch auf langen Strecken bei sommerlicher Hitze angenehm. Von den serienmäßigen Zusatzluftfedern an der Hinterachse darf man sich aber nicht zu viel versprechen. Eine Sänfte wird der Ducato wohl nie. Umso erfreulicher, wenn die Reisenden wie im Dreamer D55+ von einer komfortablen Einrichtung verwöhnt werden.

Dreamer D55+ Select: Alle Infos

  • Gurte/Schlafplätze: 4/2–3
  • Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 5,99/2,05/2,59 m
  • Grundpreis ab 51.800 Euro

Daten und Preise

AufbauStahlblechkarosserie mit Original-Blechhochdach, innen Kunststoff-Formteile, Isolierung PE-/PU-Dämmmatten, Boden XPS, 4 Kunststoff-Isolierfenster mit PU-Rahmen, festes Panoramafenster im Fahrerhaus, Panorama-Dachfenster, 2 Dachhauben, Pilzlüfter.

AusbauMöbel aus Sperrholz, Sitzbank mit 2 Dreipunktgurten, Heckbett 1.850 x 1.270 mm, Raumbad mit Kassettentoilette, separate Dusche, Küche mit Dreiflammkocher, Absorberkühlschrank 135 L.

BordtechnikGas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4, Frischwassertank 110 L, Abwassertank 100 L, Bordbatterie Blei-Säure-Typ, 100 Ah, Gasflaschen 2 x 11 kg.

BasisfahrzeugFiat Ducato Multijet 130, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2.287 cm3, Leistung 96 kW/130 PS, Sechsganggetriebe.

Maße und GewichteLänge x Breite x Höhe: 5.990 x 2.050 x 2.590 mm, Radstand: 4.035 mm, zulässiges Gesamtgewicht: 3.500 kg.

PreiseGrundpreis inkl. Nebenkosten 51.970 Euro, Pack Komfort+ u. a. mit Fahrerhaus-Klimaanlage, Beifahrer-Airbag, Geschwindigkeitsregler, Radio, Fliegengittertür, Stoßfänger vorne in Wagenfarbe 850 Euro, 150-PS-Turbodiesel 1.690 Euro, Heizung Truma Combi 4 Diesel 760 Euro, beheizter und isolierter Abwassertank 320 Euro, Backofen 530 Euro.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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