Erster Check Mercedes CLA II (2019)

01/2019, Jochen Knecht im neuen Mercedes CLA auf der CES Las
Vegas 2019
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01/2019, Jochen Knecht im neuen Mercedes CLA auf der CES Las Vegas 2019

© Daimler AG
11.01.2019 - 15:22 Uhr von Jochen Knecht

Weil die Messe in Detroit kein Thema mehr ist, schob Mercedes den neuen CLA in Las Vegas auf die Bühne. Wir haben uns den Mini-CLS etwas genauer angesehen.

Überraschung, es ist ein CLA. Wer nach sieben Jahren mit dem Modellwechsel vom neuen CLA revolutionäres Design erwartet hat, muss wahrscheinlich auf die dritte Generation warten. Denn auch bei Mercedes wissen sie genau, dass man ein erfolgreiches Design nicht leichtfertig in Rente schicken darf. Dafür hat sich die erste CLA-Generation einfach zu gut verkauft. 750.000 Kunden, bei einer Eroberungsrate von über 50 Prozent. Heißt: keine Experimente. Gar keine!

Genauso lang wie eine klassische C-Klasse

Entsprechend brav fügt sich der CLA II ins Mercedes-Familiengesicht ein, protzt mit großem Stern im Kühlergrill, einer konturierten Motorhaube und einem Coupé-Heck, das CLS-Kunden nur allzu gut kennen. Aber eben eine Nummer größer. Aber nochmal: Schlimm ist das alles nicht. Im Gegenteil. Ein bisschen differenzierter muss man aber das Thema Größe sehen. Denn das intern C 118 genannte Viertürer-Coupé ist alles, nur nicht klein. Im Vergleich zum Vorgänger stehen fünf Zentimeter mehr Länge und Breite im Fahrzeugschein, lediglich bei der Höhe gaben sich die Daimler-Designer enthaltsam. Heißt aber auch: So ein CLA ist inzwischen ziemlich genauso lang wie eine klassische C-Klasse. In der Höhe fehlen drei Millimeter zur C-Klasse, in der Breite überragt der CLA die klassische C-Klasse-Limousine sogar um zwei Zentimeter.

Warum ich das alles erzähle? Weil es spätestens dann wichtig wird, wenn du einsteigst. Tür auf, schön runter in Richtung Asphalt, Tür zu (plopp!) und schon bist du drin in der A-Klasse. Ja, A-Klasse. Die spendet eben nicht nur die Plattform, sondern auch das Cockpit. Schlank geformter Armaturenträger, ziemlich wuchtiges Lenkrad, drei riesige Luftausströmer in der Mittelkonsole und die beiden auf Wunsch jeweils bis zu 10,25 Zoll großen Displays. Das ist modern, mutig, ein bisschen retro und gefühlt alles ein bisschen körperbetont geschnitten. Das Cockpit „passt“ locker bis Kleidergröße XL. Alles darüber wird wahrscheinlich eng. Wirklich gut: Materialanmutung und (sichtbare) Verarbeitungsqualität. Das fühlt sich alles schon ziemlich hochwertig an.

Die Sprachsteuerung versteht auch komplizierte Wünsche

Wer Wert auf wirklich gut vernetzte Fahrzeugsysteme hat, kommt aktuell nicht an der MBUX-Lösung der Stuttgarter vorbei, die dank Rechenpower von Nvidia die allermeisten Anfragen in Echtzeit geregelt bekommt. In den USA startet der CLA gleich mit der neuesten Version der Sprachsteuerung und versteht nun auch kompliziertere Wünsche, wie zum Beispiel jenen nach einem asiatischen Restaurant, das kinderfreundlich und kein Japaner oder Chinese ist. Auch Fragen zum Spielstand der 49ers, dem Fettgehalt von Avocados oder der Entwicklung des Börsenkurses von Apple im Vergleich zu Microsoft kann MBUX in den USA beantworten. Das Innenlicht schaltet sich automatisch ein, wenn eine Hand im Bereich des Innenspiegels bewegt wird. Nähert sich die Hand dem Beifahrersitz, geht dort ebenfalls das Licht an.

Das ist, wie erwähnt, im Augenblick ziemlich einzigartig und funktioniert sehr, sehr gut. Der Haken: Die volle MBUX-Herrlichkeit schlägt ein mindestens 3.000 Euro großes Loch ins Budget. Wer darauf verzichten kann, ist im Alltag mit der Basis-Version und einer guten Android Auto- bzw. Apple CarPlay-Integration wahrscheinlich auch ganz zufrieden. Für die gilt: Das klassische USB-Kabel hat ausgedient. Wie schon bei der A-Klasse gibt’s in der Mittelkonsole des CLA lediglich einen USB-Typ-C-Anschluss. Ein Detail, das wir künftig bei allen neuen Mercedes-Modellen sehen werden! Ein Problem im Alltag ist das nicht, die passenden Kabel gibt’s im Elektronik-Fachmarkt für wenige Euro.

Wenig Platz in Fond und Kofferraum

Nicht ganz so einfach: bequem auf den Rücksitzen unterkommen. Das macht im C 118 genauso wenig Spaß wie im Vorgänger. Das sich zum Heck hin flach wegduckende Dach ist einfach immer im Weg, die massive C-Säule macht die Sache nicht leichter und wenn dann auch noch fette Sportsitze verbaut sind, wird’s hinten richtig fummelig. Etwas besser geworden ist die Beinfreiheit. Das hilft dir aber auch nichts, wenn du mit kaum 1,80 Meter permanent mit der Frisur am Dachhimmel schubberst. Klar, so ein kleines Viertürer-Coupé ist kein Familienauto. Aber auf der Länge einer C-Klasse fühlt sich das für mich einfach zu eng an. Das gilt auch für den Kofferraum. Der ist zehn Liter kleiner als beim Vorgänger, das Gepäck muss noch immer über eine hohe Kante gewuchtet werden.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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