Fahrbericht Mercedes-AMG GT C Roadster (2017)

Den Mercedes-AMG GT gibt’s jetzt auch offen. Zur ersten
Probefahrt steht die neue, 557 PS starke GT C-Version des Roadsters
bereit.
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Den Mercedes-AMG GT gibt’s jetzt auch offen. Zur ersten Probefahrt steht die neue, 557 PS starke GT C-Version des Roadsters bereit.

© Mercedes-AMG
30.03.2017 - 00:00 Uhr von Marcus Peters

Den Mercedes-AMG GT gibt’s jetzt auch offen. Zur ersten Probefahrt steht die neue, 557 PS starke und breitere GT C-Version des Roadsters bereit. Und die ersten Eindrücke sind: supersportlich!

Als offene Version des AMG-Sportwagens ist der GT Roadster das dynamischste Cabrio von Mercedes. Es gibt ihn zum Marktstart im April in zwei Versionen: als GT Roadster mit 476 PS und als GT C Roadster mit 557 PS – letzteren durften wir bei einer Fahrvorstellung im US-amerikanischen Arizona bereits ausprobieren. Weil die strikt überprüften Tempolimits rund um Phoenix eine Testfahrt nur in einem Geschwindigkeitsbereich bis etwa 130 km/h zulassen, können sie nicht mehr als einen ersten Fahreindruck wiedergeben. Dennoch sind uns beim neuen AMG GT Roadster in der starken C-Version folgende interessante 10 Punkte aufgefallen:

1. Mehr als nur Show and Shine

Trotz seines Traumwagen-Designs kann der GT Roadster mehr als nur Show-and-shine – und damit tritt er in die Fußstapfen des SLS Roadsters, der offenen Variante des ersten eigenen Sportwagens von AMG. Dem hat man auch nur den Boulevard zugetraut, doch dann beherrschte er die (gut ausgebaute) Landstraße mit Donner und Doria.

Dennoch ist es wie so häufig bei nachträglich geöffneten Sportwagen: Im Gegensatz zum Coupé verliert der GT Roadster etwas Wildheit in seiner Dynamik und gewinnt dafür beim Genussfahren; mit ihm macht das Cruisen am meisten Spaß.

2. Was für ein V8-Sound!

Der V8 soundet gerade im offenen Auto trotz der beiden (schon aus dem technischen Prinzip heraus) schalldämpfenden Turbolader hervorragend, ist vom Big-Block-Bollern des SLS-Saugers gar nicht so weit entfernt, wie man vermuten würde. Deshalb klingt der V8 bei geöffneten Auspuffklappen wie ein uramerikanischer Sauger und sprotzelt beim Herunterschalten herzerweichend. Interessant dabei ist, dass die Klappen nicht nach dem An-aus-Prinzip funktionieren, sondern sich auch moduliert öffnen können.

3. Leichtfüßig trotz Ballast

Man merkt dem Roadster die zusätzliche Bürde von bis zu 100 Kilogramm an – er lenkt nicht ganz so animierend ein, wie das Coupé. Der Ballast entsteht vor allem durch die Versteifungsmaßnahmen im Chassisbereich: dickere Schweller, zusätzliche Querverstrebungen hinter den Sitzen, Überrollbügel und verstärkte A-Säule - damit wirkt das Chassis bei der ersten Testfahrt tatsächlich ähnlich steif wie beim Coupé.

4. Laut und trotzdem windstill

So sehr der Roadster bei Volllast aus den Endrohren brüllt, so angemessen tönt er nach Innen. Die Windgeräusche bleiben bei geschlossenem Verdeck zumindest bei den in den USA überprüfbaren Geschwindigkeiten erträglich. Allerdings spielten sich die Abrollgeräusche deutlich in den Vordergrund; das kann jedoch am US-amerikanischen Asphalt liegen (wir werden das auf deutschen Straßen gegenchecken).

5. Traktion, Traktion, Traktion

Angesichts von 557 PS im GT C Roadster, die via Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausschließlich über die Hinterachse herfallen, will man bei Vollgas schon reflexartig gegenlenken, weil die Hände ein auskeilendes Heck erwarten. Doch nichts dergleichen passiert: Es geht ausschließlich vorwärts, nicht seitwärts. Die breiten Schlappen verzahnen sich hartnäckig mit dem trockenen Asphalt.

6. Das Vertrauen kommt durch die Lenkung

Weil das adaptive Fahrwerk (Serie beim GT C Roadster) Bodenwellen so weit in sich aufnimmt, dass immer alle vier Räder geerdet bleiben, ist der Roadster trotz seiner enormen Leistung und trotz des satten Drehmoments an sich leicht zu fahren.

Auch übrigens, weil er dem Fahrer über die mitteilsame Lenkung eine Art Urvertrauen vermittelt.

7. Und trotzdem ist der AMG GT C Roadster zu breit

Und jetzt folgt die Einschränkung zu Punkt 6: Auch als Roadster ist der GT zu breit für die spaßigsten aller Landstraßen, die Schmal-gewunden-einsamen. So hat der von uns gefahrene GT C das um 57 Millimeter breitere Heck des GT-R (Coupé) mit der entsprechend breiteren Spur. Das kann für zusätzlichen Frust sorgen: Ständig lebt man in der Angst, mit den rechten Rädern das Bankett zu touchieren oder sich den linken Außenspiegel an einem entgegenkommenden Lkw abzurasieren.

8. In elf Sekunden zum Oben-Ohne-Roadster

Sein knappes Stoffverdeck faltet der GT Roadster auf Knopfdruck in etwa elf Sekunden zusammen und verstaut es hinter den beiden Sitzen im Verdeckkasten.

Das funktioniert offiziell bis Tempo 50 – und inoffiziell sogar ein wenig darüber hinaus. Schließlich soll der Vorgang des Dachöffnens nicht abgewürgt werden, wenn der Fahrer gerade eben so die 50 km/h überschreitet.

9. Ohne Dach fährt sich's spaßiger

Der Offenfahrspaß des GT Roadsters ist enorm – vor allem, weil der relativ steil stehende Frontscheibenrahmen der Stirn nicht so nahe kommt, wie bei vielen anderen Cabrios. So spürt man bei geöffnetem Verdeck tatsächlich den Himmel über sich. Andererseits sitzt man integriert und tief genug im Chassis, um vor lästigen Verwirbelungen geschützt zu sein; es findet genau die richtige Menge Luft ins Cockpit. Wer mit höherem Tempo offen fahren will, kann das durchsichtige Mini-Windschott montieren, ohne damit die Linienführung des Roadsters zu ruinieren.

10. Es ist immer Cabrio-Wetter - dank Airscarf und Sitzheizung

Die Kombination aus der kräftig anfeuernden Sitzheizung und dem in den Kopfstützen integrierten Airscarf-System (eine Art Nackenfön) wärmt Fahrer und Begleitung selbst bei mauem Cabriowetter anständig. Und die deftig pustende Klimaautomatik wird sogar mit den Wüsten-Temperaturen von Arizona fertig. Der Roadster scheint für jedes Wetter außer Schnee gerüstet.

Technische Daten:

AMG GT C Roadster

Leistung: 410 KW (557 PS)
Drehmoment (bei U/min): 680
Höchstgeschwindigkeit:316 km/h
Grundpreis:160.650 €

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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