Fahrbericht Toyota Yaris (2017)

Toyota hat den Yaris überarbeitet.
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Toyota hat den Yaris überarbeitet.

© Harald Dawo
06.04.2017 - 17:08 Uhr von Andreas Of

Toyota hat den Yaris überarbeitet: Zum Facelift gibt es einen stärkeren Benziner und Assistenzsysteme serienmäßig. Wir sind den Kleinwagen gefahren und nennen acht Punkte, die uns aufgefallen sind.

Mit dem Facelift gönnt Toyota dem Yaris einen größeren Benziner, baut serienmäßig mehr Assistenzsysteme ein und lackiert ihn auf Wunsch zweifarbig. Gebaut wird der japanische Kleinwagen seit 2001 im französischen Valenciennes, die wichtigsten Konkurrenten sind VW Polo und Renault Clio. Von den drei verfügbaren Motoren sind wir zwei gefahren: Den neuen 1,5-Liter-Vierzylinder und den Hybrid.

Toyota nennt die Optik des neuen Yaris „Catamaran“. Mit dem Bootsbau hat der Kleinwagen auch nach dem Facelift nichts zu tun, aber die Änderungen am Design fallen sofort auf: neue Lampen, ein Wabengrill und horizontale Heckleuchten, die bis in die neue Klappe reichen. Damit wirke der Yaris dynamischer, sagt Toyota.

Womit wir beim neuen Vierzylinder sind. Ganz gegen den Downsizing-Trend hat Toyota den Hubraum erhöht und verzichtet dafür auf einen Turbolader. Statt 1,33 Liter hat der Vierzylinder nun 1,5 Liter Hubraum. Er arbeitet nun im Teillastbetrieb nach dem Atkinson-Zyklus, die Einlassventile bleiben als bis kurz nach dem unteren Totpunkt offen. Der Wirkungsgrad ist von 36 auf 38,5 Prozent gestiegen, erklärt Toyota. Für einen Sauger entschieden sich die Techniker übrigens wegen der guten Reaktion auf das Gaspedal.

Tatsächlich gefällt der aus dem Hybridmodell weiterentwickelte Benziner mit seiner feinsinnigen Reaktion auf das Gaspedal. Zugute kommt dem Motor dabei, dass er in keinem Drehzahlbereich mit wüstem Drehmomenteinsatz überrascht. Wird er gefordert, klingt der Vierzylinder rau und knurrig. Vibrationen sind hingegen nicht zu spüren. Die Daten – 111 PS und 136 Newtonmeter bei rund einer Tonne Leergewicht – lassen eine gewisse Munterkeit erwarten. Diese Erwartung erfüllt der Motor, müht sich allerdings auf der Autobahn.

Sparsamer und leiser

Um zwölf Prozent sei der neue Motor sparsamer, wenn er mit der stufenlosen CVT-Automatik zusammenarbeitet. Weil das nicht jedermanns Sache ist, fuhren wir den 1.5 VVT-iE mit Sechsgang-Schaltgetriebe. Das Schalten macht Freude, weil die Wege kurz sind und der Hebel präzise rastet. Allerdings wirkt die Kupplung etwas lasch, was gefühlvolles Anfahren erschwert.

Leiser wurde der Yaris auch: Unter den 900 neuen Teilen sind unter anderem Motorlager, Stoßdämpfer und der Hilfsrahmen. Bringt bis zu 5,5 Dezibel und das hört man: Der kleine Toyota wirkt nicht mehr so dünnwandig. Den Qualitätseindruck hebt eine geschäumte Armaturentafel. Zu einem VW Polo bleibt jedoch immer noch ein Abstand.

Anfahren gelingt mit dem Hybrid sehr elegant, dafür sorgt schon die sanfte Kraftverteilung des Planetengetriebes. Vollgas beantwortet der Motor weiterhin mit Maximaldrehzahl, der Schub setzt leicht verzögert ein. Doch Toyota hat den Antrieb neu abgestimmt, der Gummiband-Effekt ist weniger zäh. Der Hybrid belohnt eine ruhige Fahrweise – ganz im Sinne der Effizienz. Bisher entschieden sich 60 Prozent der deutschen Yaris-Käufer für den Hybrid, künftig sollen dies 70 Prozent tun.

In Deutschland hatte der Selbstzünder zuletzt einen Anteil von drei bis vier Prozent. Außerdem möchte Toyota den Hybrid fördern, also flog der Diesel aus dem Programm. In anderen europäischen Ländern wie etwa Frankreich gibt es ihn noch.

Serienmäßig sind nun Notbrems- und Fernlichtassistent, sowie ein Spurverlassenswarner. Je nach Ausstattung kommen noch Fernlichtautomatik und Verkehrszeichenerkennung hinzu. Neue Kopfstützen sollen Schleudertraumata verhindern und Gurtstraffer auf den hinteren Plätzen die Passagiere besser schützen.

Auf Wunsch individualisiert sich der Yaris: In der neuen Ausstattungslinie Design Selection sind Außenspiegel sowie A- und D-Säulen schwarz lackiert. Das größte Volumen erwartet Toyota jedoch mit rund 70 Prozent weiterhin vom Comfort.

Mit dem 1.5 Dual-VVT-IE kostet der Yaris Comfort 16.790 Euro. Die Stufenlosautomatik gibt es zum Preis von 1.500 Euro, der Hybrid, der ja ebenfalls eine Automatik hat, kostet 1.050 Euro mehr als der Automatik-Benziner. Das Facelift steht ab 24. April bei den Händlern. Die Preise für den Basis-Yaris mit drei Türen und 69 PS beginnen bei 12.450 Euro. Das sind 500 Euro mehr als bisher.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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