Jaguar i-Pace eTROPHY im Test

Erst vor Kurzem hat Jaguar den Elektro-SUV i-Pace auf den Markt
gebracht. Der bekommt jetzt seinen eigenen Markenpokal. Dafür
wurden die Fahrzeuge für die Rennstrecke optimiert, der Antrieb
wurde aus der Serie übernommen.
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Erst vor Kurzem hat Jaguar den Elektro-SUV i-Pace auf den Markt gebracht. Der bekommt jetzt seinen eigenen Markenpokal. Dafür wurden die Fahrzeuge für die Rennstrecke optimiert, der Antrieb wurde aus der Serie übernommen.

© Jaguar
28.09.2018 - 13:33 Uhr von Jens Dralle

Plötzlich, still und leise war er da der i-Pace von Jaguar. Nun setzen die Engländer eine eigene Rennserie für das 400 PS Elektro-Dickschiff auf. Gefahren wir auf zehn, weltweit verteilten, Stadtkursen. Wir sind schonmal Probegefahren.

Ausgerüstet mit dem Antriebsstang des Serien-I-Pace baut Jaguar einen Markenpokal-Rennwagen: 225 Kilogramm leichter, 400 PS stark, mit umfangreich modifiziertem Fahrwerk. Zeit für ein paar Runden in Silverstone.

Ehrlich sind sie ja, immerhin. Auf die Frage, ab welcher Geschwindigkeit der mächtige Heckflügel des I-Pace eTROPHY Abtrieb generiere, lautet die Antwort: „Vermutlich nicht bei jenen Tempi, die bei den Rennen gefahren werden. Aber er sieht cool aus, oder?“ Na gut. Also raus auf die Strecke, in die erste Linkskurve hechten. Die größer dimensionierte Bremsanlage (395 Millimeter Scheibendurchmesser vorne, 355 hinten) packt tapfer und gut dosierbar zu. Einlenken. Leicht ans Gas. Untersteuern. Klar. Auch das räumt Jaguar ein, schließlich bleiben nach der Motorsport-Diät noch immer 1.965 Kilogramm Fahrzeugmasse übrig. Immerhin steckte ja die 610 Kilogramm schwere 90 kWh-Batterie schwerpunktsenkend im Unterflurboden.

Ja, das stimmt, tatsächlich bewegt sich die Karosserie nur minimal, was sicher auch am arg umgestrickten Fahrwerk mit Öhlins-Dämpfern und Eibach-Federn (225 Prozent härter an der Vorderachse) liegt. Derweil klauben die 22-Zoll-Michelin-Super-Sport-Reifen jeden Krümel Grip auf, den sie auf die Schnelle finden. Weiter auf die Gegengerade. In 4,5 Sekunden soll der I-Pace von Null auf 100 km/h sprinten. Fühlt sich aber gar nicht mal so fix an. Vielleicht auch, weil das großen Brüllen des Antriebs ausbleibt. Und du dich im lichten Innenraum ein bisschen wie in einem Container mit Fenstern fühlst.

Ungeahntes Spaßtalent

Doch der Rennwagen beginnt, dich anzufixen. Er macht dich mutig. Lässt dich mit ihm spielen. Kraftverteilung: 48 zu 52 Prozent. Lässt sich noch ein bisschen weiter verteilen, per Klickrädchen am Lenkrad. Dort kann auch das ABS in 12 Stufen angepasst werden. Jetzt: Lastwechsel, in der langen Linkskehre. Sanfte Reaktionen, keine Zickereien. Okay. Dann eben auf der Bremse einlenken. In der Schikane nach Start-Ziel beispielsweise. Das Heck zuckt, setzt sich dann, Feuer frei. Ja, so wird das was mit uns zweien. Nächste Runde, weiter spielen, irgendwo müssen ja noch ein paar Sekunden herumliegen. Im Links-Rechts-Haken kommt das Heck, umdenken, Gas geben, nur sachte gegenlenken. Passt. Dann das Zeichen von der Boxenmauer: Ende der Gaudi. Die eine Gaudi war, ganz anders als erwartet. Wegen der nicht ganz so wuchtigen Beschleunigung. Willst auf einem der Stadtkurse wie Rom, Monaco, Mexico oder New York gar nicht haben, wenn du dich mit 19 anderen I-Pace balgst. Andererseits: „Der Antrieb kann noch mehr Leistung liefern, viel mehr“, raunt ein Ingenieur. Fein. Dann kommt auch der Heckflügel ans Arbeiten.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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