Jeep Compass 1.4l Multiair Active Drive Limited

Jeep Compass 1.4l Multiair 170 PS Active Drive Limited
Fahrbericht
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Jeep Compass 1.4l Multiair 170 PS Active Drive Limited Fahrbericht

© Thomas Starck
06.02.2018 - 09:13 Uhr von Torsten Seibt

Jeep will bei den Kompakt-SUV ein Wörtchen mitreden und schickt den Compass ins Rennen. Der schicke Ami mit italienischen Wurzeln will ein kleiner Grand Cherokee sein. Wir haben den 170 PS-Benziner im Jeep Compass 1.4 Multiair mit in den Schnee genommen.

Alter Name, neues Auto: Mit dem Jeep Compass von einst hat das 2017 neu eingeführte Modell nichts mehr zu tun, und das ist gut so. Der Compass von heute nutzt eine verlängerte Plattform des Jeep-Bestsellers Renegade und reckt sich damit ins C-Segment der SUV, wo in Deutschland die Musik spielt: Es ist bei uns die mit weitem Abstand meistverkaufte SUV-Größe. Damit füllt der Compass auch treffsicher die Lücke zwischen dem teuren Cherokee und dem knuffigen City-SUV Renegade, wo die Jeep-Händler ihren Kunden bislang keine Alternative zu VW Tiguan und Co. bieten konnten.

Die ihm zugedachte Aufgabe erfüllt der Compass eindeutig, im Gegensatz zum namensgleichen Vorgänger kommt das Kompakt-SUV bei den Käufern gut an und soll nun, im ersten kompletten Verkaufsjahr, die Marke wieder nach vorne pushen. Dass dabei in der allgemeinen Debakel-Debatte rund um den Selbstzünder zwar neun Diesel-Varianten, aber lediglich vier Versionen mit Benzinmotor zur Verfügung stehen, kompliziert dieses Vorhaben ein wenig. Soll es etwas mehr als der 140-PS-Basisbenziner sein, wird dem Interessenten sogar jede Kaufentscheidung abgenommen: Den 170-PS-Multiair-Motor gibt es ausschließlich in der Limited-Ausstattung mit Neungang-Automatikgetriebe und Allradantrieb. Also alles drin und dran in und am Jeep Compass 1.4 Multiair, aber mit 35.200 Euro leider auch nicht mehr wirklich preiswert – der Tiguan mit 180-PS-TSI und Comfortline-Ausstattung liegt auf nahezu identischem Niveau.

Jeep Compass mit 170 PS nur als Limited

Um beim Vergleich mit dem Wolfsburger zu bleiben, der aufgrund seiner Marktposition nun einmal der Maßstab in Deutschland ist, fällt der Jeep Compass 1.4 Multiair etwas kompakter aus. Rund neun Zentimeter Außenlänge und vier Zentimeter beim Radstand sind die messtechnischen Vorboten für die fühlbare Realität im Auto, wo es im Renegade ein bisschen kompakter zugeht als beim Marktführer. Speziell auf den Rücksitzen ist das zu spüren. Das Kofferraumvolumen hingegen geht (noch) in Ordnung, solange der Kunde nicht auf übermäßige Variabilität wie etwa eine verschiebbare Rückbank hofft. Die gibt es nämlich nicht.

Bei der „Limited“-Variante ist bei Jeep traditionell das obere Ende der Ausstattung erreicht, weshalb die verfügbaren Aufpreis-Extras des 170-PS-Compass überschaubar sind. Schlüsselloses System, viele verfügbare Assistenzsysteme, Teillederausstattung und ein CarPlay/Android Auto-kompatibles Multimediasystem bringt er beispielsweise mit. Wegen letzterem kann man sich den Aufpreis von fast 1.700 Euro für die mit Navigationsfunktion aufgerüstete 8,4-Zoll-Variante des uconnect-Systems eigentlich sparen und das annähernd gleiche Geld für das Park-Paket (Rückfahrkamera, Sensoren, Totwinkelwarner, Einparkassistent) sowie das Sicht-Paket (Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Fernlicht-Assistent) investieren.

Obwohl sich 170 Turbo-PS im Jeep Compass 1.4 Multiair auf den ersten Blick recht spaßig lesen, ist der Benziner-Compass eher kein Fall für rabaukigen Fahrstil, sondern mehr der Typ genussvoller Gleiter. Herausgefordert und ausgewrungen müht sich der 1,4-Liter-Motor zwar um strammen Vortrieb, kommt aber nicht unbedingt ungestüm rüber. 9,5 Sekunden auf Tempo 100 verrät das Datenblatt und erzählt damit eigentlich bereits die ganze Geschichte, der 140-PS-Diesel ist kaum langsamer im Spurt.

Keine übertriebene Dynamik beim Jeep Compass 1.4 Multiair

Also: Cruisen, was dem Compass ohnehin viel besser liegt. Das bringt die Neungang-Automatik auch weniger in Gewissensnot, die sich bei hektischer Fahrweise zu sehr häufigen, aber nicht immer sinnvollen Schaltmanövern verleitet sieht. Lässt man den Wagen an der langen Leine, schaltet die Automatik hingegen recht früh in die hohen Gänge, was auch beim Sprit sparen hilft – 6,9 Liter im Mittel verspricht Jeep, mit einer Acht vor dem Komma sollte man sich im echten Leben anfreunden. Absolut gelungen ist speziell beim ohnehin nicht sonderlich aufdringlichen Benziner die Geräuschdämmung, der Jeep Compass 1.4 Multiair ist ein leises Auto.

Und auch eines, mit dem man nötigenfalls von der Straße abbiegen kann. Dazu trägt nicht nur der Allradantrieb (in dieser Klasse bekanntlich inzwischen ein Grund zum Feiern) bei, sondern auch die manierliche Bodenfreiheit. Speziell die im Kurztest auserkorenen, tief verschneiten Waldwege sind dadurch problemlos und souverän zu meistern, ein Einsatz, der in bergigen Regionen gar nicht so selten ist. Die heute üblichen Fahrprogramme für verschiedene Untergrundsituationen bietet auch der Compass, wenngleich der Automatikmodus letztendlich meist die überzeugendste Wahl ist.

Technische Daten:

Compass 1.4 Multiair 4x4

Leistung: 125 KW (170 PS)
Drehmoment (bei U/min): 250
Höchstgeschwindigkeit:215 km/h
Grundpreis:35.200 €

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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