Kraftentfaltung wie eine Steinschleuder

Wenn sich im neuen Audi S6 Avant der V8-Motor im unteren
Drehzahlbereich langweilt, ...
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Wenn sich im neuen Audi S6 Avant der V8-Motor im unteren Drehzahlbereich langweilt, ...

© Hersteller

Wenn sich im neuen Audi S6 Avant der Motor im unteren Drehzahlbereich langweilt, schaltet er einfach vier Zylinder ab – des Verbrauchs wegen. Doch der 420 PS starke V8-Biturbo hat noch mehr zu bieten.

Gemach, gemach, eines nach dem anderen. Bevor Audi die scheinbar weit von dieser Welt entrückte Leistungsdimension eines BMW M5 und Mercedes E63 AMG entert, zündet zunächst die Zwischenstufe mit dem typischen S in der Modellbezeichnung, wie der Audi S6 Avant 4.0 TFSI – und das kaum weniger gewaltig. Zwar muss nun in der Produktion kein V10-Aggregat mehr zwischen die Vorderräder gepfercht werden, doch der neu entwickelte V8 mit vier Liter Hubraum liefert ebenfalls Leistungswerte, die selbst bei mäßig autointeressierten Mitmenschen nervöse Zuckungen verursachen: 420 PS sowie ein maximales Drehmoment von 550 Newtonmeter.

Stimmt, das konnte der alte V10 auch schon. Ja und? Reicht das etwa nicht? Zumal der von zwei im Zylinder-V untergebrachten Turboladern unter Druck gesetzte Direkteinspritzer um 25 Prozent effizienter unterwegs sein soll. Dazu tragen neben dem um bis zu 80 Kilogramm geringeren Fahrzeuggewicht das serienmäßige Start-Stopp-System sowie die Zylinderabschaltung bei. Wenn die Drehzahl zwischen 960 und 3.500/min und die Kühlmitteltemperatur über 30 Grad liegt sowie der dritte oder ein höherer Gang eingelegt ist, läuft das TFSI-Triebwerk des Audi S6 Avant als V4 mit der Zündfolge 1-4-6-7. Die Umschaltung erfolgt innerhalb von vier Zehntelsekunden sowie haptisch und akustisch für den Fahrer unmerklich.

Der V8-Biturbo kommt gewaltig

Und genauso unmerklich rollt der Audi S6 Avant 4.0 TFSI auch im Vierzylinder-Betrieb vor sich hin. Einfach so? Nein, denn zum einen verwendet Audi stufenlos aktive Motorlager, und zum anderen bekämpft der über das Soundsystem eingespielte Gegenschall den Störschall – ziemlich aufwendige Maßnahmen also.

Neben allen Effizienzverbesserungen ebenso wichtig: die Kraftentfaltung. Bekommt das Aggregat im Audi S6 Avant 4.0 TFSI den entsprechenden Marschbefehl, feuert es die noch immer knapp zwei Tonnen schwere Kombi-Karosserie steinschleuderartig nach vorn, nahezu atemlos obendrein, da sich die Lader schnell genug aufplustern, damit bereits bei 1.400/min das volle Drehmoment anliegt. Um den Reibwert des Belags schert sich der Audi S6 Avant dabei überhaupt nicht, da sich nach Art des Hauses der Allradantrieb Quattro um optimale Traktion bemüht.

Audi S6 Avant 4.0 TFSI kämpft mit seiner Masse

Dessen Auslegung gleicht mit einer Kraftverteilung von 40 zu 60 der des A6, und auch im vorläufigen Topmodell kostet das aktive Hinterachsdifferenzial Aufpreis. Aus querdynamischer Sicht eine sinnvolle Investition, da es hilft, den gewichtigen Audi S6 Avant pfeffrig durch Wechselkurven zu scheuchen.

Die gegenüber dem Vorgänger spürbar bessere Balance allein reicht ebenso wenig wie die gegenüber der Basis straffere Kennlinie des Luftfahrwerks (Serie) und die 20-Zoll-Räder, um die Fahrzeugmasse zu egalisieren. Leichtfüßig geht anders, verboten schnell fährt der Audi S6 Avant 4.0 TFSI dennoch. Und – wie vermutlich von den meisten Käufern gewünscht – komfortabel obendrein, abgesehen vom erwartungsgemäß spröderen Abrollen vielleicht.

Gleiches gilt für den Klang: Den klassischen, basslastigen Achtzylinder-Garagenrock stimmt der Audi S6 Avant 4.0 TFSI selbst im Dynamic-Modus der so genannten Drive Select-Steuerung nur sehr verhalten an, obendrein künstlich generiert wie beim Biturbo-TDI. Aber auf ein S folgt bei Audi ja bekanntlich ein RS. Doch gemach, gemach, eines nach dem anderen.

Quelle: 2012 Motor-Presse Stuttgart
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