Mercedes E 400 Coupé 4Matic im Fahrbericht

Der Mercedes E 400 4-Matic Coupé debütierte auf der Detroit
Motor Show 2016.
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Der Mercedes E 400 4-Matic Coupé debütierte auf der Detroit Motor Show 2016.

© Andreas Lindlahr
10.03.2017 - 00:01 Uhr von Heinrich Lingner

Anders als sein Vorgänger basiert das neue Coupé auf der E-Klasse von Mercedes und ist auch mit Allradantrieb zu haben. Was das bringt, klärt der Fahrbericht des E 400 4-Matic.

Eine Zahl, lieber Leser, die Sie so bestimmt nicht kannten: 308.382. Das ist die Anzahl aller bisher gebauten Mercedes-Oberklasse-Coupés der Baureihen W 114, 123 und 124. Die Coupés der Baureihen 207, 208 und 209 lassen wir hier weg, weil die ja bekanntlich auf der kleineren C-Klasse basierten.

Nun also nach 20 Jahren wieder ein echtes E-Coupé. Wenn man so ein Auto bei Mercedes in diesen historischen Dimensionen sieht, nimmt man den Schlüssel ein wenig ehrfürchtiger in Empfang als sonst, nicht nur weil das dazu passende Auto einen Gegenwert von mindestens 64.807 Euro darstellt.

Für die erste Ausfahrt steht ein E 400 4Matic zur Verfügung, das vorläufige Topmodell der neuen Coupé-Baureihe. Das soll so bleiben, sehr beharrlich schütteln die Mercedes-Verantwortlichen die Köpfe, wenn sie nach einer eventuellen Achtzylinder-Variante gefragt werden. Allenfalls ein noch kräftigerer Sechszylinder sei denkbar, heißt es. Mit 333 PS steht der M 276 im 400 ja nicht so schlecht da, in 5,3 Sekunden soll er das Coupé auf 100 km/h beschleunigen.

Darauf kommt es bei einem so edlen Wagen freilich nicht unbedingt an, solange der Motor souverän und kultiviert arbeitet. Das tut er. Auch wenn sich der Testwagen in mattem Kaschmirweiß, schwarz glänzenden Spiegeln und Fensterumfassungen sowie ebenso schwarzen AMG-Zwanzigzöllern sehr betont sportlich gibt.

Hohe Fahrkultur im Mercedes E 400 4-Matic Coupé

Das E 400 Coupé fährt auch recht agil. Dank optionalem Air-Body-Control-Fahrwerk (2.261 Euro) schwebt es ungerührt über den Asphalt und selbst bei Kurvenfahrt zeigt es kaum unerwünschte Karosseriebewegung.

Dabei fällt die Lenkung angenehm auf, sie ist nicht übertrieben leichtgängig, lässt ordentlich viel Rückmeldung zu und wird selbst im sportlichsten der serienmäßigen Dynamic-Select-Fahrmodi nicht unnötig hektisch. Das passt also.

So bleibt Zeit, sich umzuschauen im noblen Mercedes-Coupé, in dem vieles – wenig verwunderlich – an die E-Klasse-Limousine erinnert. Da fallen dann die anders gestalteten Lüftungsdüsen auf, von denen es heißt, sie seien im Turbinendesign gestaltet. Muss nicht jeder mögen, auf alle Fälle lassen sie sich hervorragend bedienen, wie überhaupt das ganze Auto einen sehr gediegenen, soliden Eindruck vermittelt. Der geht etwas verloren, wenn man vom Fahrersitz in den Fond wechselt, schon weil trotz Easy-Entry-Funktion ein würdevolles Platznehmen eher schwierig ist. So windet man sich um den Fahrersitz (Multikontur, 1.131 Euro) herum, versinkt auf einem der Einzelsitze und stellt fest, dass auch bei diesem Coupé die besseren Sitzplätze in der ersten Reihe sind. Vor allem an Kopffreiheit mangelt es.

Das gilt natürlich auch für das später gefahrene 220-d-Coupé mit Basisfahrwerk. Das aber zeigt, dass ein gepflegter Diesel und gut abgestimmte Stahlfedern selbst beim edlen Coupé keinesfalls zu wenig sind.

Technische Daten:

E 400 4Matic

Leistung: 245 KW (333 PS)
Drehmoment (bei U/min): 480
Höchstgeschwindigkeit:250 km/h
Grundpreis:62.962,9 €

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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