Mini Clubman Cooper S gegen Cooper SD

In Durchzug und Sparsamkeit haben moderne Turbobenziner fast zum
Diesel aufgeschlossen. Lohnt es sich also noch, den teureren
Selbstzünder zu nehmen? In diesem Vergleich hinterfragen wir dies
am Beispiel des Mini Clubman Cooper S und Cooper SD.
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In Durchzug und Sparsamkeit haben moderne Turbobenziner fast zum Diesel aufgeschlossen. Lohnt es sich also noch, den teureren Selbstzünder zu nehmen? In diesem Vergleich hinterfragen wir dies am Beispiel des Mini Clubman Cooper S und Cooper SD.

© Hans-Dieter Seufert
01.06.2017 - 14:00 Uhr von Bernd Stegemann

In Durchzug und Sparsamkeit haben moderne Turbobenziner fast zum Diesel aufgeschlossen. Lohnt es sich also noch, den teureren Selbstzünder zu nehmen? Das Duell des Mini Clubman Cooper S und seinem Diesel-Pendant Cooper SD soll dies klären.

Zwei Liter Hubraum, Turbo und fast 200 PS – was würde ein solcher Motor wohl mit dem fliegengewichtigen Ur-Mini anstellen, dem 1964 noch 1.071 cm3 und 92 PS zum Sieg bei der Rallye Monte Carlo reichten? Der neue Clubman macht es dagegen nicht unter 102 PS, ist aber ein ausgewachsener Kompakter im Golf-Format mit 4,25 Metern Länge, vier Türen und mindestens 1,4 Tonnen Gewicht.

Da wirkt die Leistung der beiden Top-Triebwerke unterhalb des feurigen JCW gar nicht mehr so üppig bei einem Auto, das sich ja besonders der Agilität und Dynamik verschrieben hat. Fahrwerksseitig bleibt der Maxi- Mini dann auch wenig schuldig. Er lenkt willig ein, reagiert zackig auf Kurskorrekturen und verhält sich bei flotter Kurvenfahrt lange neutral, bevor er zum Lastwechselschwänzeln neigt. Mit der Dynamischen Dämpfer Control und dem Driving-Mode-Paket (zusammen 780 Euro) lässt sich das Ansprechverhalten von Lenkung und Motor zwischen soft („Green“) und bissig („Sport“) variieren, wobei sich das versprochene Gokart-Feeling eher in leichter Zappeligkeit als in fahrdynamischen Bestzeiten niederschlägt.

Clubman Cooper SD weniger leichtfüßig

Auch das gefühlte Temperament ist nicht ganz so berauschend wie das gemessene, obwohl der Benziner erfreulich kultiviert und drehwillig zur Sache geht. Zusammen mit der marginalen Mehrleistung und 27 kg weniger Gewicht kann er sich im Spurt ab 100 km/h sogar von seinem Diesel-Bruder absetzen, doch gegenüber dessen wuchtigen 400 Nm Drehmoment fehlen eben 100 Nm. So greift man öfter mal zum Hebel des präzisen Sechsganggetriebes, was eher dem fahraktiven Charakter eines Mini entspricht als die automatische Leerlaufanhebung beim Runterschalten.

Ob der Allround-Selbstzünder von BMW zum Clubman passt, hängt in- des mehr von den eigenen Erwartungen ab. Klar, er ist kräftiger im Durchzug und über zwei Liter sparsamer im Verbrauch, aber zugleich straffer gefedert und kerniger im Geräusch. Außerdem fallen beim Kauf 2.500 Euro mehr an, die sich erst für Vielfahrer ab etwa 15.000 Kilometer pro Jahr über die geringeren Unterhaltskosten amortisieren. Vor allem dämpft der Diesel das Quirlige, Spritzige, Leichtfüßige beim Fahren, das selbst den großen Mini aus der Masse der Kompakten heraushebt und so besonders macht. Doch da der Kauf für Fans stets mehr eine Frage des individuellen Geschmacks als harter Fakten ist, raten wir ihnen ganz salomonisch: Macht doch, was ihr wollt.

Technische Daten:

Clubman Cooper S

Leistung: 141 KW (192 PS)
Drehmoment (bei U/min): 300
Höchstgeschwindigkeit:228 km/h
Grundpreis:28.300 €

Clubman Cooper SD

Leistung: 140 KW (190 PS)
Drehmoment (bei U/min): 400
Höchstgeschwindigkeit:225 km/h
Grundpreis:30.800 €

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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