Die Master-Test-Mannschaft von auto motor und sport und ihren
europäischen Schwesterzeitschriften widmet sich beim sechsten
Zusammentreffen dem Segment der Kompaktvan-Zweireiher.
Neben der teils mangelhaften Übersichtlichkeit zeigt die
Ausstattung zur passiven und aktiven Sicherheit wie zum Beispiel
Airbags, Isofix-Befestigungen oder Bremsassistenten zum Teil
erschreckende Lücken.
Deutschlands unangefochtener Kompaktvan-Bestseller VW Touran
tritt gegen die Konkurrenz an.
Die Übersichtlichkeit ist verbesserungswürdig.
Eine hervorragende Vorstellung beim Nass-Ausweichtest ist nur
eine der Stärken des ausgewogenen VW.
Beim Elchtest zeigt der Touran den Anderen was möglich ist.
Der Pumpe-Düse-Diesel arbeitet zwar sparsam, stört jedoch unter
Last durch Vibrationen und ein kerniges Laufgeräusch.
Bequeme Sitze und ...
... vorbildliche Bedienung zeichnen den Volkswagen aus.
Er überzeugt mit tollem Raumangebot, Variabilität, Komfort und
vorbildlicher Bedienbarkeit.
Zur Nutzung des fast 2.000 Liter großen Laderaumes benötigt man
eine Garage, um die ausgebauten Sitze zwischenlagern zu können.
Der sportliche Bruder des Touran teilt mit ihm die Gene, aber
nicht den Anspruch, denn er soll emotionaler sein.
Mangelhaft ist die Übersicht nach schräg vorn.
Gegenüber dem Standard-Altea ist der XL um 19 Zentimeter
länger.
Der Seat Altea XL überzeugt durch ein problemloses Handling und
...
... die gute Sicherheitsausstattung.
"Der Seat ist der Sportler unter den Praktikern. Hier ist man
noch Fahrer und nicht Chauffeur" Adrian Dragan, auto motor si sport
(Rumänien)
Stärke des Seats ist der kräftige TDI.
Das Cockpit ist sehr ausdrucksstark gestaltet.
Der lange Spanier punktet mit Agilität und üppigem Platzangebot
- auch für die Fondpassagiere.
Bedienelemente sind vorbildlich angebracht.
Nach der jüngsten Modellpflege mit zartem Lifting innen wie
außen bleibt sich der kompakte C-Max treu.
Handlich und zielgenau folgt der neutrale Fünfsitzer
Fahrerkommandos.
Die Federelemente halten Unebenheiten gekonnt von den Insassen
fern.
Lediglich sein Bremsweg auf unterschiedlich glattem Untergrund
fällt mit 149 Metern zu lang aus.
Die direkt abgestimmte Servolenkung hilft nicht nur in der
Sportstellung.
Agil und dynamisch zirkelt er um Kurven â und mittenmang in
die Herzen der Fahrernaturen unter den Van-Kunden.
Auch die europäische Testmannschaft punktet ihn zu einem der
Sieger im Kapitel Fahrdynamik und -sicherheit.
Bis auf eine kleine Anfahrschwäche ist auch der Zweiliter-Diesel
bei der Musik.
Die Bedienung ist weitgehend rätselfrei.
Die Vordersitze zeichnen sich durch festen Seitenhalt aus.
Citroën kontert den Hardcore-Pragmatismus der
Familienfreund-Liga mit ungewöhnlichen Lösungen.
Die langwierigen Schaltvorgänge im Automatikmodus stehen zügigem
Fortkommen subjektiv allerdings im Weg.
Ein vibrierender Spurhalteassistent warnt vor dem Verlassen des
rechten Weges.
Sein Handling ist sicher, wenn auch nicht besonders dynamisch
ausgelegt.
Auch beim Bremsen setzt er Bestmarken, ebenso wie bei der Sicht
nach schräg vorn.
"Im avantgardistischen, luftigen Citroen schwebt man immer etwas
über den Dingen" Miguel G. Puente, autopista (Spanien)
Der schwere Picasso braucht mit durchschnittlich acht Liter/100
km am meisten.
Gewöhnungsbedürftig präsentieren sich die mittig angeordneten
Digitalinstrumente sowie das Lenkrad mit feststehender Nabe und den
drumherum drapierten Bedienknöpfen und -walzen.
Vorn geht es im exzellent bremsenden Fünfsitzer dagegen luftig
zu.
Starke Karosserieeinzüge bedingen Einschränkungen beim
Raumgefühl hinten.
Renault Grand Scénic XXL - Ganz so lang wie sein Name ist er
nicht, doch ...
... sein Raumangebot befriedigt selbst Verwöhnte.
Die inhomogene, synthetische Lenkung erschwert präzise
Manöver.
Sein Eigenlenkverhalten ist tückenfrei und das ESP
sicherheitsbewusst abgestimmt.
Der 1,9-Liter-Diesel tritt uninspiriert an.
An die komfortable Federung gewöhnt man sich gern, an die
kleinen Digitalinstrumente nicht.
Beim Komfort erhält der Renault einen guten Spitzenplatz.
Das Flex-7-Sitzkonzept weist den Weg zu hoher Flexibilität ohne
Rücken mordende Plackerei oder he- rumstehende Sitze.
Einfach bedienbar zieht der Siebensitzer seine Bahn.
Deftige Kritik kassiert die Sicht nach schräg vorn, die von den
breiten A-Säulen behindert wird.
Fahrdynamisch hält sich der Opel im Mittelfeld.
Der Opel verwöhnt mit seinem generösen Raumangebot und einfacher
Bedienbarkeit die Passagiere.
Der Opel Zafira ist angemessen leise.
Er bietet viel Platz und ein einfach zu handhabendes
Sitzkonzept, bei dem die aufgestellte, nicht demontierbare Bank als
Barriere nach vorn dient.
Der Mazda 5 bietet ein üppiges Multimedia-Angebot, zwei
Schiebetüren, ein ausgefuchstes Sitzklapp-System, ...
... eine knackige Schaltung und eine komfortable Federung.
Komfort verhindert sein straffes Fahrwerks-Setup wegen hölzernen
Ansprechen und Poltergeräuschen.
Das Fahrverhalten ist sehr lastwechselempfindlich, speziell auf
nasser Fahrbahn.
Mit 143 PS und 360 Newtonmeter Drehmoment hat er den kräftigsten
Motor im Test.
Die lange Getriebeübersetzung kostet Durchzugs-Elan.
Die Navigation und die Multimedia-Abteilung mit
20-Gigabyte-Speicher braucht etwas Training.
Die Vordersitze haben etwas zu kurze Flächen und Lehnen.
"Schade, dass der einzige Van mit Schiebetüren ein Viersitzer
ist â der Mittelplatz ist viel zu schmal". Andras Kismartoni,
autó Magazin (Ungarn)
Der Kia Carens überrascht positiv auf der Testfahrt durch das
polnische Hinterland.
Das Carens-Fahrwerk kommt auch mit ungepflegten Pisten klar,
...
... ohne zu poltern oder störend zu wanken.
Beim Ausweichtest auf nasser Fahrbahn wischt er nur ganz leicht
mit dem Heck.
Sein homogener Diesel gefällt.
Die träge, indirekten Lenkung vermittelt ein synthetische
Gefühl.
Die glatten Ledersitze bieten unzureichenden Konturen.
Bei der Sicherheitsausstattung weist der übersichtliche Koreaner
Lücken auf.
Die Bremsen des Honda lassen bei zehn aufeinanderfolgenden
Stopps aus Tempo 100 deutlich nach.
Das hüpfige Fahrwerk des Honda spricht unwirsch an.
Seine stößige, unausgewogene Federung missfällt ebenso wie das
träge, wenn auch sichere Handling.
Besser macht es der kräftig antretende 2,2-Liter-Diesel.
Er verlangt einen halben Liter mehr Sprit als die sparsame
Konkurrenz.
Die Position des Bildschirms liegt gut im Blickfeld.
Bei der Drei-plus-drei-Konfiguration kleben die Außensitzenden
regelrecht an den Türen.
Für einen Familienvan ist der Honda eindeutig zu eng
geschnitten.
"Es hat wenig Sinn, wie beim Honda oder dem Fiat drei Leute in
einer Reihe zusammen zuquetschen." Flávio Serra, auto hoje
(Portugal)
Vor acht Jahren als extrovertierter Schmelztiegel mit
revolutionären Ideen gestartet ist der Fiat der älteste
Teilnehmer.
Der 4,09 Meter lange Sechssitzer ist weder komfortabel noch
dynamisch.
Er bildet sowohl bei Messwerten als auch der subjektiven
Beurteilung das Schlusslicht.
Unterdämpft und wankend geht das Fahrwerk beim Slalom-Test links
wie rechts auf Block.
Mit einer Reichweite von 829 Kilometer ist er der Beste im
Test.
Der maximalen Ladevolumen beträgt 1.850 Liter.
Pluspunkte sammelt er bei der Variabilität und Übersicht.
Viele verschiedene Eindrücke wurden gesammelt.
Kopf-Airbags sind europaweit noch kein Standard.
Zehn unterschiedliche Modelle mussten verglichen werden.
Bei den Messungen der Sichtverhältnisse simuliert die
Laser-Technik den Fahrer.
Einstellen der Scheinwerfer vor den Tests im
Hella-Lichtkanal.
Eine Nachtausfahrt sowie Test im Lichtkanal und im Labor sind
beim Mastertest obligatorisch.
Ein wesentlicher Teil der ausgiebigen Testfahrten über rund
3.000 Kilometer fand auf Autobahnen und ...