Skoda Fabia und Roomster im Fahrbericht

Skoda hat die Modelle Fabia und Roomster überarbeitet. Wir
fuhren die beiden neuen Kleinwagen.
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Skoda hat die Modelle Fabia und Roomster überarbeitet. Wir fuhren die beiden neuen Kleinwagen.

© Skoda
13.04.2010 - 04:00 Uhr von Dirk Gulde

Gründlich überarbeitet und mit neuen TSI- und TDI-Motoren sollen Skoda Fabia und Roomster in ihre zweite Lebenshälfte fahren. Die beiden neuen Skoda-Modelle im Fahrbericht.

Chef-Designer Jozef Kaban drückt sich sehr diplomatisch aus: „ Mit seiner verbreiterten Frontpartie schmeichelt der Fabia dem Auge jetzt noch mehr als bisher.“ Was zwischen den Zeilen wohl heißt: „Uns kam er auch immer etwas hochbeinig vor.“ Mit breiteren Lufteinlässen in der vorderen Schürze und weiter nach außen gerückten Nebelscheinwerfern sowie zusätzlichen Bügelfalten in der Motorhaube soll er in Zukunft jedenfalls wuchtiger wirken.

Der Skoda Fabia gehört nach wie vor zu den schmaleren Kleinwagen

Für das Maßband bleiben die Bemühungen gleichwohl unsichtbar, weswegen der Skoda Fabia nach wie vor zu den schmaleren Kleinwagen gehört. Ein Ford Fiesta etwa baut rund acht Zentimeter breiter. Dem Erfolg haben die eigenwilligen Proportionen offensichtlich nicht geschadet. Immerhin machen er und das Schwestermodell Roomster fast 40 Prozent der weltweiten Skoda-Verkäufe aus, die letzten beiden Jahre war der Kleine zulassungsstärkstes Importmodell in Deutschland. Damit das so bleibt, frischen die Tschechen neben der Front vor allem die Motorenpalette auf. Mit elf Aggregaten zwischen 60 und 180 PS bekommt der Fabia jetzt im Wesentlichen die Antriebe von Konzernbruder Polo. Zudem feiert das Sportmodell RS sein Comeback. Nachdem im Vorgänger-Fabia noch ein Diesel die Leistungsspitze bildete, wird die Kraftzwerg-Variante des Fabia II von der stärksten Ausbaustufe des 1,4-Liter-TSI befeuert, die auch den in Kürze erhältlichen Polo GTI antreibt. Der Fabia RS erscheint jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte.

Der TSI-Motor begeistert mit vibrationsfreiem Lauf

Schon der 105 PS starke 1,2-Liter hat mit dem 1,1-Tonner wenig Mühe. Von einem Turbolader motiviert, dreht er leichtfüßig hoch und baut bereits ab 1.550/min vollen Druck auf. Wie im Polo ist der kleine TSI im Stand kaum zu hören und begeistert mit seinem nahezu vibrationsfreien Lauf. Unter Kleinwagen-Motorhauben ist im Benzinerbereich momentan kaum ein besseres Triebwerk zu finden. Noch mehr Komfort winkt TSI-Fahrern, die sich für das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe entscheiden, das erstmals im Fabia angeboten wird. Mit seinen schnellen und ruckfreien Gangwechseln passt es sowohl im manuellen als auch im Automatik-Modus bestens zum quirligen Turbo.

Skoda Greenline-Variante erscheint Ende des Jahres

Die Common-Rail-Diesel gehen ebenfalls deutlich gesitteter zur Sache als ihre rustikalen Pumpe-Düse-Vorfahren. Dass der einstige Drehmoment-Faustschlag des 1,9-Liter-TDI beim immer noch 105 PS starken 1,6er zum freundschaftlichen Klaps abgemildert wurde, lässt sich angesichts der zurückhaltenden Verbrennungsgeräusche und der gleichmäßigen Kraftentfaltung verkraften. Bis zum Erscheinen einer besonders sparsamen Greenline-Variante mit Start-Stopp-System Ende des Jahres bleibt der 1,2-Liter-Dreizylinder mit 75 PS und 99 Gramm CO2/km Öko-Champion im Fabia-Lager.

Die Verarbeitungsqualität reicht nicht ganz an den Polo heran

Aus dem VW-Regal stammt außerdem das optionale Navigationssystem Amundsen mit seinem fünf Zoll großen Touchscreen und SD-Kartenleser. Zusätzliche MP3-Player lassen sich über USB-, Mini-USB und iPod-Anschlüsse, die unter dem Handschuhfach angebracht sind, ins Soundsystem integrieren. Großzügig eingesetzter Chromschmuck um Instrumente, Klimaregler und Schalthebel werten den Innenraum ebenso auf wie ein kontrastreiches Zentraldisplay mit Schaltanzeige. Details wie die scharfen Gussgrate an den Türgriffen zeigen jedoch, dass der Fabia nicht ganz an die geschliffene herankommt. Die Sitzflächen der Basis-Sessel dürften ebenfalls gern etwas länger ausfallen.

ESP auch für die Fabia- und Roomster-Einstiegsversionen serienmäßig

Erfreulich immerhin, dass die Preise trotz aller Verbesserungen nur moderat um rund ein Prozent angehoben wurden und ESP künftig schon für die Einstiegsversionen zum Serienumfang gehört. Da die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung genauso unverändert blieb wie der übrige Innenraum, überzeugt der Fabia weiterhin mit seinem agilen und sicheren Handling, ordentlichem Federungskomfort, guter Übersicht und ausreichend Platz. Vor allem die ebenfalls überarbeitete Combi-Version (600 Euro Aufpreis) sowie der Roomster können tüchtig einstecken. Mit über 1.800 Liter Gepäck-Volumen übertrifft die ab 13.150 Euro erhältliche Hochdachvariante die meisten Mittelklasse-Kombis. Zudem lässt sie sich besonders flexibel nutzen, da ihre hinteren Einzelsitze separat verschoben, geklappt und ausgebaut werden können.

Beim Händlerdebüt Anfang Juni kommt jedoch noch eine ganz neue Variante hinzu: So gibt es den Offroad-Look der Scout-Modelle mit ihrer robusten Kunststoffbeplankung rundum und dem Motorschutz nach Roomster und Combi jetzt auch für die Limousine. Der schmale Fabia passt eben auch in die allerengste Nische.

Quelle: 2010 Motor-Presse Stuttgart
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