Skoda Octavia Combi (2017) im Fahrbericht

Der aufgefrischte Skoda kommt ab März 2017 zu den Händlern, kann
aber jetzt schon vorbestellt werden.
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Der aufgefrischte Skoda kommt ab März 2017 zu den Händlern, kann aber jetzt schon vorbestellt werden.

© Skoda
07.02.2017 - 15:00 Uhr von Michael von Maydell

Ein gründliches Update verhilft dem Skoda Octavia Combi zu einem neuen Look, mehr Komfort und einem frischen Infotainment. Wir haben getestet, wie er auf der Straße liegt. Fahrbericht.

Es ist ja nicht so, dass wir am Octavia bislang viel zu mäkeln hatten. Geräumig, praktisch, bedien- und fahrsicher, übersichtlich und je nach Wahl auch noch top motorisiert. Kritik fing sich Skodas Topseller nur bei komfortverwöhnten und/oder internetaffinen Kollegen ein. Warum? Nun, das Standardfahrwerk war recht straff geraten, verteilte im unbeladenen Zustand daher oft ungebührliche Stöße, und das Infotainment beziehungsweise Navi-System musste ohne Internetanbindung auskommen. Doch damit ist nun Schluss. Um den Octavia fit für die nächsten Jahre zu machen, legt Skoda ordentlich was drauf – allerdings nur gegen Aufpreis.

Multimedia-System ab sofort unter Glas

Zu Preisen ab 1.820 Euro sind nun Infotainment-Systeme mit Online-Anbindung und gläsernem Touchscreen verfügbar, über den sich je nach Modell auch Lautstärke und Kartenzoom verstellen lassen. Die teuren Geräte (Columbus) warten sogar mit dem schnellen Datenfunk LTE und WLAN-Zugang auf. Über einen neuen Online-Dienst von Skoda (Skoda Connect) lassen sich auch Stau-, Wetter- und Parkplatzinfos und vieles mehr beziehen. Gleichzeitig verliert der Octavia je nach Modelle so seine Drehköpfe und damit die vorbildlich einfache Bedienlogik. Immerhin: Die kapazitiven Monitore reagieren sofort und feinfühlig. Das Zoomen der sehr scharf und hochauflösenden Karte fällt so leichter als bei einem iPhone.

Mehr Komfort für die teuren Modelle

Günstiger und in jedem Fall empfehlenswert ist indes das adaptive Fahrwerk für 920 Euro. Damit fährt der Octavia je nach gewähltem Modus deutlich sanftmütiger über Querfugen, neigt jedoch auf langen Wellen zum Nachwippen. Interessant: Selbst im Sport-Modus bleibt der Kombi gelassen und poltert nicht. Andere Modelle aus dem VW-Konzern geben sich hier übertrieben straff. Leider sind die Adaptiv-Dämpfer nur für die stärkeren Modelle (ab 150 PS) mit Mehrlenkerachse verfügbar. Könnte also gut sein, dass ein bezahlbarer Octavia unverändert harsch anfedert.

Ebenfalls unverändert, aber im positiven Sinne: die Lenkung. Nicht zu direkt, aber nachdrücklich im Ansprechen und präzise in der Ausführung unterstützt sie den Fahrer beim gelassenen, sicheren Fahren, nimmt aber auch flottere Kurvenfahrten gern in Kauf.

Zusätzliche Assistenzsysteme sorgen für Sicherheit

Bislang beließ es des Octavia bei Features wie ACC, Verkehrszeichenerkennung, Spurhalter und Einparkassistent. Gegen Zuzahlung sind nun auch lang vermisste Helferlein wie Totwinkelwarner, Personenerkennung (für Bremsassistent) und ein Rangierassistent zu haben.

Getreu dem Skoda-Motto „Simply clever“ gleichfalls neu: Klapptische und USB-Anschlüsse im Fond, eine LED-Taschenlampe im Kofferraum und ein beheizbares Lenkrad. An Ladevolumen (610 bis 1.740 Liter), Variabilität und Materialqualität ändert sich indes nichts. Warum auch, wie erwähnt macht der Combi hier vieles richtig gut.

Breite Auswahl an Motoren und Getrieben

Als Antriebe stehen vier Turbobenziner und vier aufgeladene Diesel, darunter auch der Einliter-Dreizylinder mit 115 PS zur Wahl. Dazu gesellen sich noch Varianten mit Sechs- oder Siebengang-DSG und Allradantrieb. Zudem wird eine 115 PS starke Erdgas-Ausführung kommen.

Mit 340 Nm sehr kräftig geraten und immer eine gute Wahl ist der von uns gefahrene kultivierte Zweiliter-TDI in Kombination mit der zackig schalten-den Siebengang-Doppelkupplungsbox. Darüber rangieren lediglich die robusten Scout- sowie die sportlichen RS-Modelle. Da sich die Preise maximal um 610 Euro erhöhen, kann man nun wirklich nicht meckern – oder?

Fazit

Nur wer in Extras investiert, ersteht einen komfortableren Octavia. Die Basismodelle profitieren damit nicht. Entsprechend halten sich die habhaften Vorteile des neuen Modells in engen Grenzen.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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