Zusatzschlösser fürs Wohnmobil

Nachgiebige Wände und einfache Schließzylinder: Wohnmobile sind
nicht gut vor Einbrüchen geschützt. Zusatzschlösser helfen.
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Nachgiebige Wände und einfache Schließzylinder: Wohnmobile sind nicht gut vor Einbrüchen geschützt. Zusatzschlösser helfen.

© Ingolf Pompe
02.11.2018 - 11:30 Uhr von Benjamin Büchner

Nachgiebige Wände und einfache Schließzylinder: Wohnmobile sind nicht wirklich optimal vor Einbrüchen geschützt. Erhöhen lässt sich die Sicherheit durch Zusatzschlösser an den Türen und Fenstern.

  1. Schiebetüren (Kastenwagen)
  2. Fahrerhaustüren
  3. Aufbautüren
  4. Aufbaufenster

Einbrecher suchen sich für ihre Überfälle Objekte aus, die sie möglichst einfach knacken können. Insofern sind Reisemobile aus ihrer Sicht nicht die schlechteste Wahl, außer stabile Zusatzschlösser sichern die Türen der Fahrzeuge.

Es gibt etliche Schlösser und Riegel, die Türen und Fenster von Mobilen zusätzlich schützen. Wobei Experten wie Oskar Kubesch vom Sicherheitsschloss-Hersteller Heosafe klare Prioritäten setzen. Am wichtigsten ist die Sicherung der Fahrerhaustüren, gefolgt von der Aufbautür. „Der Schließmechanismus der Fahrerhaustür ist je nach Fahrzeugtyp immer gleich, damit kennen sich die Diebe aus“, sagt Kubesch. Bei den Aufbautüren machen die wenig robusten Schließzylinder die Probleme. Den Riegeln und Bolzen des Schließmechanismus im Inneren des Mobils bescheinigt Kubesch dagegen eine ordentliche Widerstandsfähigkeit.

Erst wenn sie an der Tür scheitern, versuchen die Diebe über die Fenster einzusteigen. Die sind relativ einfach zu knacken, der Einstieg liegt aber ungünstig. Es gibt auch hierfür eine ganze Reihe Sicherungen.

1. Zusatzschlösser für Schiebe- und Hecktüren an Kastenwagen

Kastenwagen sind Sonderfälle. Sie sind im Vergleich zu aufgebauten Reise­mobilen etwas besser geschützt, aber auch sie sind nicht komplett vor Einbrüchen sicher. Auch weil es mittlerweile wenige hochprofessionelle Verbrecher gibt, die ganze Zentralverriegelungen knacken können.

  • Thule Van Lock: Der ­Sicherheitsriegel wird über zwei Führungsschienen geschoben. Beide Seiten des 65 Euro teuren Van Locks sind so miteinander verbunden. Vorteil: Schieberiegel sitzt an Tür und am Rahmen. Nachteil: Die Karosserie muss an der Außenseite angebohrt werden.
  • Fiamma Safe Door Magnum: Vorzug der 55 Euro teuren Großversion des Safe Door ist ihre Breite. So verdeckt der Riegel das Türschloss. Wie der Thule Door Lock ist auch der Safe Door für Aufbautüren geeignet. Vorteil: Breiter Riegel verdeckt das Hauptschloss. Nachteil: Keine Einrastung auf der Türseite.

2. Zusatzschlösser für Fahrerhaustüren

Als größtes Einfallstor für Einbrecher gilt unter Experten immer noch die Fahrerhaustür. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Ganoven mit der Anwesenheit der Besitzer rechnen müssen – gerade in der Nacht. Außerdem haben etwa 60 Prozent der Reisemobile das Ducato-Fahrerhaus und damit ein identisches Schließsystem, mit dem sich Profi-Diebe auskennen. Türen von Integrierten erhalten dabei durch die gleichen Zusatzschlösser einen verbesserten Diebstahlschutz wie die Aufbautüren des Reisemobils. Wichtig ist, dass die außensitzenden Riegel möglichst auch das Schloss der Tür verdecken.

  • Thule Door Lock: Das 50 Euro teure Door Lock schiebt sich über den Spalt zwischen Tür und Rahmen. Verschraubt wird die Trägerplatte von innen. Allerdings verdeckt der Riegel das Türschloss nicht. Vorteil: Montage der Trägerplatte von innen. Nachteil: Verdeckt das Hauptschloss der Tür nicht.
  • Fiamma Safe Door Magnum: Vorzug der 55 Euro teuren Großversion des Safe Door ist ihre Breite. So verdeckt der Riegel das Türschloss. Wie der Thule Door Lock ist auch der Safe Door für Aufbautüren geeignet. Vorteil: Breiter Riegel verdeckt das Hauptschloss. Nachteil: Keine Einrastung auf der Türseite.
  • Heosolution Heosafe: Heosafe heißen die Zusatzschlösser, die es für jedes gängige Basisfahrzeug gibt. Sie werden innen an der Tür oder der Armlehne montiert. 125 Euro kostet das Set für den Ducato. Vorteil: Auf das Basisfahrzeug angepasst. Nachteil: Zusatzschloss lässt sich nur aus dem Innenraum öffnen.
  • Thule Cab Lock: Kabinenriegel könnte man den Namen Cab Lock übersetzen. Der etwa 65 Euro teure Aufbruchschutz wird an der Tür innen montiert und vor die Holme des Rahmens geschoben. Entriegeln lässt er sich nur von innen mit dem passenden Schlüssel. Vorteil: Klein und kompakt, fällt kaum auf. Nachteil: Zusatzschloss lässt sich nur aus dem Innenraum öffnen.

3. Zusatzschlösser für die Aufbautür

Die größte Auswahl in Sachen Zusatzsicherungen gibt es wohl für die Aufbautür der Reisemobile. Zur Auswahl stehen die Riegel, die auch an Fahrertüren von Integrierten zum Einsatz kommen. Dazu gibt es Bolzenschlösser, die man von innen und außen betätigen kann. Heosolution bietet verschließbare Schieber an, die das Türschloss verdecken. Außerdem gibt es Bügel, die noch als Einstiegshilfe genutzt werden können. Welches die beste Einbruchsicherung ist, hängt auch vom jeweiligen Nutzer und seinen Bedürfnissen ab. Ein Vorteil ist es aber, wenn die eigentliche Sicherung innen liegt. So ist sie für Diebe schwer erreichbar.

  • Fiamma Security 46: Pro Einstiegshilfe und Diebstahlsicherung in einem. Der Bügel des 120 Euro teuren Fiamma Security Pro 46 legt sich über die Tür, wo ihn ein Schloss festhält, ein zweites sitzt am Gelenk. Vorteil: Auch als Einstiegshilfe nutzbar. Nachteil: Schlösser sind von außen erreichbar.
  • Thule Security Handrail: Zur Sicherung legt sich der Bügel des Security Handrails über die Tür. Sein Schloss befindet sich an den Gelenken. Aufgeklappt dient der 100 Euro teure Security Handrail als Zustiegshilfe. Vorteil: Zusatzfunktion als Zustiegshilfe. Nachteil: Schloss von außen für Diebe erreichbar, es fehlt das zweite Schloss auf der Tür.
  • Heosolution Zusatzschloss für Griff: Zadi Ein Sicherungsgehäuse schiebt sich über den Griff Typ Zadi und sein Schloss. Beide können dann nicht mehr betätigt werden. Das Zusatzschloss kostet 70 Euro. Vorteil: Deckt Griff und Schloss der Tür ab. Nachteil: Das Profilschloss ist zwar solide, die Sicherung befindet sich aber nur auf der Außenseite.
  • Heosolution Heosafe: Zusatzschloss Außen ein Sicherheitsschloss, innen ein robuster Riegel: Das sind die Vorzüge des 80 Euro teuren Heosafe Zusatzschlosses vom Hersteller Heosolution. Vorteil: Widerstandsfähiger Bolzen sichert Tür. Nachteil: Solider Schließzylinder im Außenbereich.
  • Thule Inside-Out Lock G2: Der Inside-Out Lock von Thule ist ein Riegel, der sich von innen und außen betätigen lässt. Wobei innen kein Schlüssel benötigt wird. Die Sicherung selbst befindet sich allerdings auf der Außenseite der Tür, wie auch der weniger robuste Schließzylinder des ­Inside-Out Lock, der im Fachhandel für rund 85 Euro verkauft wird. Vorteil: Öffnen von innen ist möglich. Nachteil: Eigentliche Sicherung befindet sich auf der Außenseite der Tür.

4. Zusatzschlösser für die Aufbaufenster

Die Fenster im Aufbau sind kaum schwerer zu knacken als die Türen des Reisemobils. Ein kräftiger Ruck an der richtigen Stelle und schon brechen die Kunststoffriegel entzwei. Deshalb ist es sinnvoll, sie mit einer Zusatzsicherung zu stärken. Zwei Tüftler haben sich in den letzten Jahren mit ähnlichen – aber nicht identischen – Ansätzen hervorgetan. Dietmar Henschel von Womo-Sicherheit.de mit Schutzschienen für Rahmenfenster und Gerhard Kurz von Camping-Fenstersicherung.de mit solchen, die auch für vorgehängte Fenster passen. Von den etablierten Herstellern für Sicherheitstechnik werden die Fenster bisher vernachlässigt. Die Preise der Produkte richten sich immer nach der Größe und der Bauart der jeweiligen Fenster.

  • Camping-Fenstersicherung: Die Profile werden bei den Riegeln über das Fensterglas gestülpt. Innen wird die Konstruktion, die sich um die komplette Wand legt, per Rändelschraube und Klemmung befestigt. Vorteil: Klemmung legt sich um Wand. Nachteil: Diebe können die Profile von außen mit viel Gewalt aufbiegen.
  • Womo-Sicherheit: Die Sicherheitsprofile von Womo-Sicherheit werden per Schrauben am Fensterglas befestigt. Innen greifen zwei Rändelschrauben in Bohrungen im Fensterrahmen und verankern das Profil. Vorteil: Sitzen fest am Fenster. Nachteil: Zur Befestigung sind Löcher in Fensterrahmen nötig.
Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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