CIA vermutet Vertragsunternehmen hinter jüngsten Wikileaks-Enthüllungen

Auf der Suche nach dem Leck im Zusammenhang mit den jüngsten
Wikileaks-Enthüllungen konzentrieren sich die Ermittlungen einem
Bericht zufolge auf ehemalige Vertragspartner des US-Geheimdienstes
CIA. Das berichtete die Zeitung "Wall Street Journal".
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Auf der Suche nach dem Leck im Zusammenhang mit den jüngsten Wikileaks-Enthüllungen konzentrieren sich die Ermittlungen einem Bericht zufolge auf ehemalige Vertragspartner des US-Geheimdienstes CIA. Das berichtete die Zeitung "Wall Street Journal".

 © SAUL LOEB - AFP/Archiv
13.03.2017 - 11:36 Uhr

Auf der Suche nach dem Leck im Zusammenhang mit den jüngsten Wikileaks-Enthüllungen konzentrieren sich die Ermittlungen einem Bericht zufolge auf ehemalige Vertragspartner des US-Auslandsgeheimdiensts CIA. Wie die US-Zeitung "Wall Street Journal" am Sonntag berichtete, interessierten sich die Ermittler zunächst für ein kleines Software-Unternehmen, das offenbar über die notwendigen Sicherheitsgenehmigungen verfügte und mit der CIA an Hacker-Projekten arbeitete.

Unter Berufung auf anonyme Quellen berichtete die Zeitung, einige der Mitarbeiter der Firma seien "unzufrieden" gewesen, vor allem nachdem sie ihren Auftrag für die CIA verloren hätten. Als Vergeltung hätten sie möglicherweise die Daten durchsickern lassen.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte am vergangenen Dienstag mehr als 8700 Dokumente veröffentlicht, die aus dem CIA-Zentrum für Cyberaufklärung in Langley bei Washington stammen und über die Computer- und Internetspionage des US-Geheimdiensts Auskunft geben sollen. Die von Wikileaks "Vault 7" getaufte Datensammlung soll Dokumente aus den Jahren 2013 bis 2016 enthalten.

Enthüllt wurde in den Dokumenten auch, dass eine CIA-Hackertruppe vom US-Konsulat in Frankfurt am Main aktiv sei. Das Konsulat diene als heimliche Basis der Hacker für Spähaktionen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Die Mitarbeiter der Hackerbasis im US-Konsulat sind demnach mit Diplomatenpässen ausgestattet, mit denen sie nach Deutschland einreisen.

Aus den Dokumenten geht laut Wikileaks hervor, dass die CIA Schadsoftware zur Cyberspionage einsetzt. Damit greifen die US-Regierungshacker demnach etwa iPhones von Apple, Android-Geräte von Google, Software von Microsoft oder sogar Samsung-Fernseher an, um diese als Wanzen zu nutzen.

Ein Ermittlungsverfahren soll klären, wie die Daten durchsickern konnten und wer sie an Wikileaks weiterleitete. Ein Leck im Umkreis eines Subunternehmers wäre keine Überraschung. Auch der IT-Spezialist Edward Snowden, der 2013 die massiven Spähprogramme des US-Geheimdienstes NSA enthüllte, hatte nicht direkt für die NSA gearbeitet.

Ende 2016 entdeckte die NSA, dass ein externer Mitarbeiter namens Harold Martin einen Daten- und Dokumentensatz von etwa 50 Terabytes entwendete und bei sich versteckte. Darunter sollen auch sensible Hacking-Werkzeuge gewesen sein.

Hingegen arbeitete Chelsea Manning, die beim Militäreinsatz im Irak insgesamt rund 700.000 vertrauliche Armeedokumente sowie Depeschen der US-Diplomatie von Militärrechnern heruntergeladen und Wikileaks zugespielt hatte, direkt für die US-Armee.

Quelle: 2017 AFP
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