Android gegen iOS gegen Windows Phone 8

iOS, Android oder Windows Phone? Wir zeigen Ihnen, welches
Betriebssystem am Besten zu Ihnen passt.
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iOS, Android oder Windows Phone? Wir zeigen Ihnen, welches Betriebssystem am Besten zu Ihnen passt.

© PC-WELT
06.06.2014 - 12:12 Uhr

Smartphones sind quadratisch, flach, haben ein Touchdisplay und zumeist einen Prozessor mit ARM-Technologie. Unterschiede sind zumeist nur beim Betriebssystem zu finden.

Am Anfang war iOS. Mit dem iPhone etablierte Apple dieProduktklasse der Smartphones quasi im Alleingang. Erst später zogGoogle mit Android nach - und noch deutlich später folgte mitWindows Phone ein konkurrenzfähiges Mobil-OS von Microsoft. Inletzter Zeit konnte Android bei den Marktanteilen immer wiederzulegen. Webanalysten geben an, dass der Marktanteil mit 33,89Prozent im November 2013 auf 35,41 Prozent im Dezember 2013 stieg.iOS hingegen verlor in der Zeit knapp 0,9 Prozentpunkte, was aberimmer noch einen beachtlichen Marktanteil von 54,27 Prozentpunktenergab. Windows Phone trägt die rote Laterne mit schwankenden Wertenzwischen 0,5 und 1,3 Prozent. Daran konnte auch das Windows Phone 8nichts ändern.

Was kam zuerst? Android oder iPhone, Henne oderEi?

Auch wenn es so scheinen mag, dass es Smartphones schon ewiggeben muss: Das erste iPhone erschien erst im Jahr 2007. Allerdingsentwickelte es sich mangels Konkurrenz quasi sofort zumVerkaufsschlager. Ein Jahr später brachte Google Android auf denMarkt. Das 2008 vorgestellte kostenlose und gegenüber iOS offenereBetriebssystem war allerdings kein Überflieger. So konnte jederHersteller eine eigene Nutzeroberfläche basteln, um sein Gerät vonder Konkurrenz abzuheben. Android zersplitterte in TausendeFragmente, die mit unterschiedlicher Hardware umgehen mussten. Vorallem die Herstellerbenutzeroberflächen verhinderten schnelleUpdates.

Das jüngste der drei Betriebssysteme ist Windows Phone. Eserschien erst Ende 2010, Microsofts vorher gestarteteMobilbetriebssysteme waren eher für die schon längerabgeschriebenen PDAs ausgelegt als auf Telefone.

Updates!

Wie beim Desktop-PC sind regelmäßige Updates wichtig fürSmartphones. Neue Features und Sicherheitseinstellungen finden sichnur in den aktuellsten Versionen. Jährlich erscheinen neue großeVersionen der Mobilbetriebssysteme von Google und Apple,zwischendurch gibt es immer wieder kleinere Anpassungen undgeschlossene Sicherheitslücken. Microsoft folgt dieser Taktiknicht, sondern veröffentlicht statt regelmäßiger großer Versionenimmer kleinere Updates. Bei Apple bedeutet eine neue iOS-Versionzumeist auch ein neues iPhone, das neue Betriebssystem läuft dannaber auch auf älteren Geräten.

Android-Nutzer können davon nur träumen. Bei günstigeren Gerätenentspricht oft die Hardware nicht den gestiegenen Anforderungen,beispielsweise weil der Arbeitsspeicher zu klein ist. Nutzt dasSmartphone eine Herstellerbenutzeroberfläche, ist zudem derGerätehersteller in der Pflicht, darauf angepasste Updatesherauszubringen. Das lohnt sich für ältere Modelle oft nicht mehr,doch auch aktuelle Geräte werden teilweise direkt nach dem Kaufnicht mehr mit Updates versehen. Für den Hersteller ist ein solchesUpdate kostenintensiv: Die Entwicklung dauert bis zu sechs Monate.Umso beliebter sind daher die Google-eigenen Geräte derNexus-Serie. Sie nutzen ein reines Android ohne zusätzlicheOberflächenverschönerungen und lassen sich mit jedem Android-Updatebestücken.

Microsoft hält Windows Phone regelmäßig aktuell. Der Zeitpunktder Aktualisierung kann sich je nach Hersteller und Gerät aberverzögern. Ältere Geräte arbeiten allerdings oft noch mit WindowsPhone 7 und erhalten kein Update auf Windows Phone 8 - und sindauch nicht kompatibel mit dessen Updates.

Individuelle Einstellungen

Smartphones sind mehr als nur Telefone mit Touchbedienung. Alstäglicher Begleiter ist die Verbundenheit des Nutzers mit demSmartphone viel größer - entsprechend lassen die Geräte sich starkindividualisieren. Mit solchen Möglichkeiten hält sich Appleallerdings zurück. Hier lässt sich das Hintergrundbild ändern undApp-Ordner anlegen - das war's dann schon. Selbst MP3-Songs alsKlingelton lassen sich nicht ohne Weiteres einbinden. Äußerlichlässt sich das iPhone mit zahlreichen Hüllen optisch aufwerten.

Android 4.4 hingegen bietet mehr Freiheiten. Hier lässt sich derHintergrund ändern, alternative Launcher aus dem Play Store lassensich installieren und auch App-Ordner lassen sich anlegen. Wer einekomplette Veränderung wünscht, kann das Android-Telefon mit CustomROMs aufmotzen. Animierte Hintergrundbilder und andere optischeVerbesserungen schränken aber oft auch die Performance ein undkosten Akkulaufzeit. Beim Kauf von Hüllen für das Telefon müssenSie allerdings darauf achten, dass die Hülle für Ihr Modellgeeignet ist, einen Standard wie bei Apple gibt es nicht.

Ebenfalls gut personalisieren lässt sich WP8. Äußerlich hebensich vor allem die teils recht bunten Lumia-Handys von Nokia ab.Doch auch das Betriebssystem bietet eine Farbwahl beim Hintergrundund bei den Kacheln. Mit dem Update "Lumia Black" für einigeLumia-Modelle gibt es zudem die Möglichkeit, App-Ordner auf demStartbildschirm anzulegen. Auf dem Lockscreen von WP8 lassen sichaußerdem Fotos anzeigen.

Videos und Fotos bearbeiten

In den jeweiligen App-Stores gibt es zahlreiche Programme zumBearbeiten von Fotos und Videos. Doch haben die Systeme auch eigeneAnwendungen für diesen Zweck?

Bei iOS7 lassen sich Fotos sehr einfach bearbeiten. Sie könnenFilter einsetzen, rote Augen retuschieren und Bilderzurechtschneiden. Apps zum Videoschnitt liefert Apple allerdingsnicht mit.

Auch bei WP8 findet sich eine Bearbeitungssoftware, diesebesitzt aber einen kleineren Funktionsumfang. So lassen sich Bilderdrehen, beschneiden und automatisch optimieren. AktuelleNokia-Modelle bieten allerdings zusätzlich einen Trimmer, um Videoszu kürzen.

Die meisten Funktionen bietet Android 4.4: Im Bearbeitungsmoduslassen sich Filter festlegen, Kontrast, Helligkeit und Belichtungund die Farbsättigung einstellen. Weniger umfangreich istallerdings das Videoprogramm, viel mehr als eine Trimmerfunktionbietet es nicht.

Sprachsteuerung

Großes Aufsehen hat Apple erlangt, als mit dem iPhone 4S dieSprachassistenz Siri vorgestellt wurde. Bis zum heutigen Zeitpunktist Siri weiterhin die fortschrittlichste Sprachsteuerung. Mit ihrkönnen sich die Nutzer normal unterhalten und Fragen stellen, diedann in den meisten Fällen hilfreich beantwortet werden. Siribesitzt eine natürlich klingende Stimme - weiblich und mittlerweileauf Wunsch auch männlich - und zeigt den Weg ins nächsteRestaurant, Kino oder in den Supermarkt mit entsprechenderEntfernung und Adresse. Sie zeigt Sportergebnisse an und sagt, obSie aufgrund des Wetterberichtes einen Schirm mitnehmen sollten.Weiß Siri selbst nicht weiter, sucht sie im Internet nach einerAntwort.

Seit Android 4.1 versucht Google Siri mit dem Dienst GoogleNowzu kontern. Die Spracheingabe funktioniert gut und liefertbrauchbare Ergebnisse. Allerdings sind keine Unterhaltungen wie mitSiri möglich, Google versteht nur Normbefehle wie "Findeitalienisches Restaurant in Hamburg" - weicht die Eingabe vondieser Norm ab, verweigert GoogleNow die Mitarbeit. Dafür klingendie zur Verfügung stehenden Antwortstimmen, männlich und weiblich,nicht künstlich. So recht überzeugen kann Google allerdings nicht.Microsoft selbst bietet noch keine Sprachsteuerung, hat aberbereits ein entsprechendes System für die Zukunft angekündigt.

Office

Smartphones können mehr als nur Videos abspielen undFacebook-Nachrichten anzeigen. Unterwegs sollten sich daher auchOffice-Dokumente anzeigen und im Idealfall auch bearbeiten lassen.Als Quasi-Standard gilt dabei Microsoft Office mitsamt seinenDateinamen und -formaten. Die beste Integration von Office insBetriebssystem bietet daher Microsofts Windows Phone 8. ArbeitenSie zudem mit Microsofts Clouddienst OneDrive, haben Sie dengleichen Dokumentenstand auf allen verbundenen Geräten.

Auch iOS und Android bieten Office-Pakete, die teilweise auchschon vorinstalliert sind, wie beispielsweise Polaris Office beivielen Samsung-Geräten. Alternativ lässt sich eine App im Storeherunterladen. Einige der Apps bieten allerdings nur einenLesemodus, andere vertragen sich nur mit wenigen Dateiformaten.Abonnenten von Office 365 sollten daher auf das Microsoft-Officesetzen, es wird seit Kurzem auch für iOS angeboten. Dieses Programmbietet, gegen monatliche Gebühren allerdings, den größtenFunktionsumfang und integriert auch gleich einen Mailzugang.

Mit Google Drive bietet Google eine interessante Cloud-Lösungan. Erstellen Sie Dokumente oder Tabellen im Browser, können Siedas Dokument abspeichern und es auf einem PC oder einem anderenMobilgerät nutzen.

In den Wolken: Cloud-Dienste

Die per Internet von überall erreichbaren Cloud-Dienste bieteneinen zentralen Speicherort für Fotos, Dokumente und andereDateien. Diese lassen sich nicht nur auf dem Smartphone nutzen,sondern auch von allen anderen mit dem Cloud-Dienst verbundenenGeräten.

Apple nennt seinen Cloudservice iCloud und schenkt Neukunden 5Gigabyte Speicher. Zusätzlicher Speicher kostet jährlich Geld.Google bietet Google Drive und verschenkt 15 GigabyteSpeicherplatz. Für 2,49 Dollar im Monat lässt sich der Speicher auf25, für 4,99 Dollar auf 100 Gigabyte erweitern. EinigeSmartphone-Hersteller wie HTC oder Samsung kooperieren zudem mitDropbox und verschenken 50 Gigabyte freien Speicher bei diesemDienst - allerdings begrenzt auf zwei Jahre.

Microsoft integriert den eigenen Cloudspeicher namens OneDrivein WP8. Kostenlos gibt es hier 7 Gigabyte, ein Upgrade auf 50Gigabyte kostet jährlich 19 Euro.

Verbindung zum PC

Kompliziert gelöst ist die Synchronisation mit dem PC bei Apple:Auf dem Rechner muss iTunes installiert sein, ein direkterDateizugriff ist nicht möglich. So müssen selbst kleinste Dateienaufwendig synchronisiert werden.

Komfortabler geht es bei Android 4.4: Das Smartphone wird alsWechseldatenträger vom PC erkannt und kann wie ein USB-Stickgenutzt und befüllt werden. Auch auf dem Smartphone haben Sie dankDatenexplorer-Apps vollen Zugriff auf alle Dateien.

Ebenso einfach ist es bei WP8 - einfach per USB-Kabel verbindenund schon erscheint das Telefon als Wechseldatenträger im PC.

Verbindung mit anderen Smartphones

Dateien von Smartphone zu Smartphone verschicken sollte Standardsein - ist es auch, nur leider nicht bei iOS7. Via AirDrop lassensich Dateien von iPhone zu iPhone austauschen, Kontakt zuAndroid-Geräten funktioniert nur über zusätzliche Apps oderClouddienste.

Android und WP8 macht das Teilen von Dateien einfacher, perWLAN, Bluetooth oder noch leichter per NFC ist das Koppeln sehrleicht.

Gerätepreise

Mit UVPs zwischen 699 und 899 Euro, je nach Speicherausstattungmit 16, 32 oder 64 Gigabyte, ist das iPhone sehr teuer. In diesePreisregionen dringen zwar auch Top-Smartphones mit Android vor,allerdings finden sich auf dem Markt auch zahlreiche preiswertereund trotzdem gut ausgestattete Telefone. So reicht dieProduktvielfalt vom Einsteigergerät für 100 Euro bis hin zumLuxustelefon für 750 Euro. Dabei handelt es sich um die UVP derHersteller, im Handel liegen die Preise teilweise 100 bis 200 Euroniedriger - oder noch mehr, wenn der Telefonkauf mit einem teurenVertrag subventioniert wird.

Das iPhone bleibt preislich auch nach dem Kauf oft sehr stabil,sogar wenn neue Generationen erscheinen. Android-Telefone sacken imPreis oft schnell ab. WP8-Smartphones mit zeitgemäßer Ausstattungliegen preislich bei 500 bis 600 Euro UVP. Topmodelle wie das NokiaLumia 1520 befinden sich aber auf iPhone-Niveau, wenngleich derPreis oft schneller fällt als bei Apple.

Fazit: das beste Betriebssystem fürsSmartphone

Alle Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. iOS bietet eineselbsterklärende Benutzeroberfläche, eine sehr hohe Sicherheit undStabilität durch geprüfte Apps und ein geschlossenes System. AuchWP8 überzeugt durch eine intuitive Bedienung. Android hingegen istoffener und lässt mehr Freiraum für Individualisierungen.

Preislich bietet Android die größte Bandbreite, WP8- undiOS-Telefone sind zumeist deutlich teurer alsAndroid-Mittelklassegeräte. Für Apple spricht die hochwertigeVerarbeitung und gute Hardware sowie die stabile Hardwarebasis.Android und iOS bieten eine sehr große App-Auswahl. Diese fehlt WP8noch, dafür ist hier Office besser integriert. Die Wahl des idealenBetriebssystems ist also auch weiterhin eine sehr individuelleEntscheidung - das rundum perfekte System für jeden Nutzer gibt esnicht.

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