App-Stores unter die Lupe genommen

App-Stores unter die Lupe genommen (c)
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App-Stores unter die Lupe genommen (c) istockphoto.com/mbortolino

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Neben dem Google Play Store buhlen zwei weitere App-Shops um die Gunst der Smartphone-Besitzer: Der Amazon App-Shop und Samsung Apps. Wir haben die drei Konkurrenten unter die Lupe genommen.

Es ist fast wie bei den Suchmaschinen: Seit über vier Jahrendominiert Android-Erfinder Google mit seinem Play Store dasMarktsegment für den Vertrieb von Android-Apps. Der im Oktober 2008an den Start gegangene Store hörte seinerzeit noch auf den NamenAndroid Market und bot ausschließlich Apps an. Im Laufe des Jahres2012 kamen neben Apps auch E-Books, Filme und Musik hinzu, und diePlattform wurde in Google Play Store umbenannt. Waren beim Launchvor fünf Jahren gerade mal 167 Apps verfügbar, explodierte dasAngebot bis Anfang des Jahres 2013 auf rund 800 000 Mini-Programme.

Trotz der immensen Marktdominanz von Google warten auchandere Anbieter mit eigenen Stores auf, wobei derOnline-Versandhändler Amazon auf seine große Kundenbasis und derHardware-Hersteller Samsung auf die Markenbindung seiner Kunden zuden erfolgreichen Galaxy-Modellen setzt.

Platzhirsch: Google Play Store

Der Oldie unter den Stores ist zugleich Marktführer und wartetmit 800 000 Apps sowie E-Books, Videos und Musiktiteln auf, allesvereint unter einer durchdachten und eingängigen Oberfläche.Einkaufen können Sie sowohl über den Web-Browser am PC, als auchüber eine App auf dem Smartphone. Aufbau der Website undKategorisierung sind beispielhaft – Sie können in den HauptrubrikenMusik, Bücher, Filme und Android Apps stöbern. Die einzelnenRubriken sind vorbildlich nach Top-Sellern, Empfehlungen derRedaktion und Genres unterteilt. Sterne-Bewertungen und jede MengeAnwender-Rezensionen erleichtern die Suche nach der passenden App.Beim Bildschirmlayout hat sich Google ganz offensichtlich bei Applebedient – die Top-Listen und Empfehlungen erinnern stark an denAufbau von iTunes – so wie das gesamte Service-Konzept mitgeschickter Verknüpfung verschiedener Medien. Doch warum Gutesnicht einfach adaptieren?

Registrierung über Google-Konto

Einen gewaltigen Vorteil gegenüber den anderen Stores genießtder Google Play Store gegenüber seinen Mitbewerbern: Die beimAnlegen eines Google-Kontos für Ihr Android-Smartphonebeziehungsweise -Tablet genutzte ID kann für den Store und alledarin enthaltenen Angebote genutzt werden. Dadurch gewinnt dieohnehin schon sehr tiefe Vernetzung aller Dienste über dasGoogle-Konto zusätzliches Gewicht.

Diese Gratis-Apps gehören auf jedes Android-Smartphone

Nach dem Ansurfen von play.google.comklicken Sie ganz einfach in der oberen rechten Bildschirmecke auf „Anmelden“ und geben in die nachfolgende Maske Ihre E-Mail-Adresseund das dazugehörige Passwort ein. Für den unwahrscheinlichen Fall,dass Sie als Galaxy-Besitzer noch nicht über ein Google Mail-Kontoverfügen, können Sie dieses per „Registrieren“ einrichten. Nach derAnmeldung können Sie sogleich Shoppen gehen – die Abrechnungerfolgt über die im Google-Dienst Wallet hinterlegte Kreditkarte.Kunden der Telekom und Vodafone können ihre Einkäufe alternativauch bequem über die jeweilige Mobilfunkrechnung bezahlen.

Wenn Sie im Google-Konto bereits eines oder verschiedeneEndgeräte eingetragen haben, lassen sich eingekaufte Apps, Filmeoder Musiktitel direkt aufs Smartphone oder Handy pushen. Besonderskomfortabel gibt sich der Play Store bei der Verwaltung IhrerMusikbibliothek: Sie können über die Gratis-App Google MusicManager bis zu 20 000 Titel aus Ihrer eigenen Sammlung in dieGoogle-Cloud hochladen und auf jedem Gerät abrufen. Über den PlayStore neu gekaufte Alben oder Titel werden automatisch in dieSammlung integriert und stehen dann ebenfalls überall zum Anhörenbereit.

Ganz ähnlich funktioniert auch das Ausleihen von Filmen undE-Books: Einfach im Play Store bestellen, die Leih- oder Kaufgebührüber Wallet begleichen und den Film oder das Buch auf einembeliebigem mit Ihrem Konto verknüpften Gerät genießen – vomPC-Bildschirm übers Tablet bis hin zum Smartphone. Voraussetzungfür den grenzenlosen Mediengenuss sind die jeweiligen Google-AppsPlay Music, Play Movie und Play Books, die kostenlosheruntergeladen und installiert werden können.

Wie grenzt man sich im harten Wettbewerb gegenüber einem ebensodominanten wie auch ausgeklügeltem Store wie Google Play ab? Manverschenkt Apps! So geschehen beim Amazon App-Shop, der seitvergangenem Jahr auch hierzulande erreichbar ist. Amazon wirbtvollmundig mit „Jeden Tag eine kostenpflichtige App gratis“.Allerdings haben Sie hierbei nicht die freie Wahl, sondern sind aufdie Aktionsangebote von Amazon angewiesen – wodurch Ihnen in denallermeisten Fällen nur Spiele kostenlos angeboten werden. DiesesVerkaufsargument ist demnach leider nicht besonders stark, außerfür exzessive Spieler oder jüngere Anwender. Viel interessantersind die Zahlungsmethoden, die einen wirklichen Unterschied zuGoogle Play ausmachen: Sie können Ihre Einkäufe mit jederZahlungsmethode abrechnen, die Sie auch zum Einkaufen bei Amazon.deverwenden, also neben Kreditkarte zum Beispiel auch Bankeinzug oderPayPal.

Die 70 besten Android-Apps

Negativ fällt auf, dass der Amazon App-Shop nur unter Androidläuft – der komfortable Zugriff über den Web Browser am großenPC-Bildschirm bleibt Ihnen verwehrt. Hier hat der Play Store mitseinem plattformübergreifenden Konzept eindeutig die Nase vorn.

Registrierung über Amazon-Konto

Wenn Sie bereits über ein Kundenkonto bei Amazon verfügen, gebenSie nach dem Herunterladen und Installieren der App (über dieKategorie „App-Shop für Android“) einfach Ihre Zugangsdaten ein,und schon können Sie fröhlich drauflos shoppen. Wie bei allenanderen Store-Angeboten wartet auch Amazon gleich nach dem Startmit Bestsellern und Empfehlungen (basierend auf IhremKaufverhalten) auf. Ein Tipp auf „Alle Kategorien“ bringt sie zueiner schmucklosen und endlos langen Liste an Kategorien, derennüchternes Layout nicht gerade Appetit auf das Einkaufen macht.

Beim näheren Betrachten einer Kategorie fällt sofort einweiterer gravierender Nachteil gegenüber Google Play ins Auge:Während auf der Google-Plattform gleich nach Erscheinen einer Appdutzende wenn nicht hunderte User-Kommentare und -Bewertungenbereitstehen, gibt es im Amazon Shop meist nur eine HandvollKommentare zu den jeweiligen Apps – oft sogar nur eine bis zehnWortmeldungen. Viele Apps darben gar vollkommen unkommentiert und-bewertet vor sich hin. Amazon wirbt damit, nur handverlesene Appsim Store zu präsentieren. Über die Gesamtzahl der verfügbaren Appsschweigt sich Amazon aus – im September 2012 wurde das Durchbrechender „Schallmauer“ von 50 000 Apps kommuniziert, seitdem gibt eskeine neuen Zahlen von Anbieterseite. Musik- und Videoangebotesucht man im App-Shop vergebens – das Angebot beschränkt sicheinzig und allein auf Apps. Für Bücher gibt’s die Kindle App, Musikkauft man mit der Amazon MP3.

Storno- und Rückgaberecht bei Android-Apps nutzen

Unterm Strich kann Amazon gegenüber Google lediglich durchdie erweiterten Bezahloptionen und die tägliche Gratis-App punkten – zu wenig, um es mit dem Marktführer aufzunehmen.

Besitzer eines Samsung-Smartphones müssen bei Google Play undalternativen Store-Plattformen zunächst einmal umständlichnachsehen, ob die jeweilige App für ihr Gerät geeignet ist. Genauhier setzt der hauseigene App-Store von Samsung an: Wählen Siezunächst aus, welches Modell Sie besitzen, und schon wird dieAuswahl auf genau dieses Gerät beschränkt. Ob das alsAlleinstellungsmerkmal gegenüber Google Play genügt?

Registrierung per Neuanmeldung
Anders als Google oder Amazon kann Samsung nicht auf einenbestehenden Account zurückgreifen, wodurch eine Neuanmeldung unterAngabe von E-Mail-Adresse, Passwort, Name und Geburtsdatumerforderlich ist. Nach der Anmeldung wählen Sie im ansprechend undübersichtlich gestalteten Web-Interface zunächst einmal IhrSamsung-Modell aus.

Samsung Apps läuft sowohl unter Android (die App ist aufallen aktuellen Smartphones von Samsung vorinstalliert) als auchauf dem PC via Web Browser. Damit haben Sie wie bei Google Play diefreie Wahl, ob Sie lieber mobil shoppen oder auf dem großenPC-Bildschirm nach Apps stöbern möchten. Die Übertragung IhrerEinkäufe vom PC aufs Smartphone findet entweder über dieSamsung-eigene KIES-Software oder drahtlos über das mit denjeweiligen Endgeräten verknüpfte Samsung-Konto statt. Im Gegensatzzum schicken Web-Interface wirkt die Benutzeroberfläche derAndroid-App antiquiert und unübersichtlich. Auch in dieserDisziplin hat das schicke Android-Interface von Google die Nasevorn. Noch schlimmer wird es bei den Bewertungen: Kaum eineSterne-Bewertung wird durch fundierte Kommentare gerechtfertigt. Umdas Beispiel mit der Spiegel-App noch einmal aufzugreifen: WährendGoogle Play 339 Bewertungen ins Feld führt und Amazon immerhin noch21 Rezensionen, begnügt sich Samsung Apps mit zwei lapidarenKommentaren, die die Zwei-Sterne-Bewertung rechtfertigen sollen. Zuwenig für eine halbwegs objektive Auswahl unbekannter Apps!

Samsung-Smartphones im Härtetest

Was die Bezahlung angeht, gibt sich die Samsung-Lösungähnlich flexibel wie Google: Eine Kreditkarte sollte es sein;alternativ lässt sich über die Mobilfunkrechnung bezahlen(Vodafone, T-Mobile, E Plus, Debitel, Mobilcom, O2). Fernerbeschränkt sich das Angebot wie schon bei Amazon ausschließlich aufApps – E-Books, Musik oder gar Filme hat die App nicht zu bieten.Hier gibt’s die Samsung-eigenen Hubs, die sich über dieentsprechenden vorinstallieren Apps aufrufen lassen.

Daten und Testergebnisse

AnbieterGoogleAmazonSamsung
Web-Interfacejaneinja
Android-Appjajaja
BezahlmethodenKreditkarte, Mobilfunkrechnung (Telekom oder Vodafone)Kreditkarte, Bankeinzug, Paypal (identische Zahlungsoptionenwie Amazon-Versandhandel)Kreditkarte, Mobilfunkrechnung (Telekom, Vodafone, E Plus,Debitel, Mobilcom, O2)
Appsjajaja
Musikjaneinnein
Videojaneinnein
E-Booksjaneinnein
Anzahl Apps (Herstellerangaben)800 000k. A.k. A. (über 50 000)
Anzahl Kategorien273121
KategorienBücher und Nachschlagewerke, Büro, Comics, Effizienz, Finanzen,Fotografie, Gesundheit und Fitness, Kommunikation, Lernen,Lifestyle, Live-Hintergründe, Medien und Videos, Medizin, Musik undAudio, Nachrichten und Magazine, Personalisierung, Reisen undLokales, Shopping, Software und Demos, Soziale Netzwerke, Spiele,Sport, Tools, Unterhaltung, Verkehr, Wetter, WidgetsBildung, Bücher und Comics, Einkaufen, Fotografie, Gesundheitund Fitness, Immobilien, Kinder und Jugendliche, Klingeltöne,Kochen, Kommunikation, Lifestyle, Motive, Musik, Nachrichten,Navigation, Originelles, Podcast, Produktivität, Reisen undTourismus, Service, Soziale Netzwerke, Spiele, Sport, Städteinfos,Unterhaltung, Video, Webbrowser, Wetter, Wirtschaft und Finanzen,Wissen, ZeitschriftenBusiness, Finanzen, Bildung/E-Book, Foto, Gesundheit, Fitness,Hilfsprogramme, Kinder, Lifestyle, Musik/Videos, Nachschlagewerke,Navigation, News/Magazine, Produktivität, Reisen, Schriftart,Soziale Netzwerke, Spiele , Sport, Theme, Unterhaltung, Wetter
Sterne-Bewertungenjajaja
Kundenrezensionensehr vielewenigekaum vorhanden
Detailangaben zu Appssehr detailliertmarginaldetailliert
Angabe Sprachversionenjajaja
Unterscheidung Gratis/Kostenpflichtigjajaja
Suchfunktionjajaja
Empfehlungenjajaja
Bestseller/Neuerscheinungenja/jaja/jaja/ja
Unterstützte KontenGoogle-KontoAmazon-KundenkontoSamsung-Konto
Modellauswahlja (über registrierte Geräte)neinja (Samsung-Modelle)
Installation auf mehreren Gerätenjaneinja
BesonderheitenMusic Manager
für 20 000 Titel
jeden Tag eine sonst kostenpflichtige App gratis (meistSpiele)für Samsung-Geräte optimiert
Gesamtwertung* * * * *** *
Quelle: www.pcwelt.de
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