Die zehn wichtigsten Android-Sicherheitstipps

Die zehn wichtigsten Android-Sicherheitstipps (c)
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Die zehn wichtigsten Android-Sicherheitstipps (c) iStockphoto.com/JasminSeidel

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08.04.2013 - 14:02 Uhr

Wer sein Smartphone schützen will, der sollte es mit den besten Apps versehen und die richtigen Einstellungen wählen. Hier finden Sie die zehn wichtigsten Sicherheit-Tipps für Android-Phones.

Auf einem Smartphone finden sich viele Daten, die andere nichtin die Finger bekommen sollten: etwa den Zugang zum E-Mail-Accountoder zu Facebook. Auch manche Fotos und Notizen soll nicht jedersehen. Die folgenden Tipps schützen Ihre Daten vor unerwünschtemZugriff, blockieren Android-Viren und verteidigen Ihre Privatsphärebei der Nutzung des Geräts.

Das bringt ein Virenschutz für Android-Smartphones
Die Zahl an Android-Viren wächst beständig. DerAntivirenhersteller Kaspersky meldete zum Jahreswechsel 35 000Android-Viren, der Antivirenspezialist F-Secure meldete zuvor sogarüber 51 000 Exemplare. Das klingt natürlich sehr alarmierend, undder Einsatz einer (kostenpflichtigen) Antiviren-Software für dasAndroid-Handy scheint umgehend geboten, wenn man nicht schon morgenein verseuchtes Gerät haben will.

Doch ein genauer Blick auf die Virenbedrohungen zeigt, dassdie Lage noch nicht zu ernst ist. Denn bei den einzelnen Exemplarenhandelt es sich überwiegend nur um Varianten von einigen wenigenViren. Die allermeisten Schädlinge finden sich zudem nur in Asienund Russland. In Europa konnten sich bisher nur wenige Handyvirenverbreiten. Ein Virenschutz ist deshalb nicht nutzlos, lohnt sichaber eher für Anwender mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis. Daswissen auch die Hersteller der Antiviren-Apps und peppen ihreProgramme deshalb mit Zusatzfunktionen auf.

Die besten Sicherheits-Apps für Android-Smartphones

Antivirenprogramme mit Zusatzfunktionen
Die Antiviren-Apps von gängigen Sicherheitsanbietern, etwaSymantec, Kaspersky oder G-Data, bieten natürlich einenAntivirenscanner, der neue und vorhandene Apps auf schädlichen Codehin untersucht. Darüber hinaus finden sich meistens noch folgendeFunktionen in der Anwendung.
Lokalisierung: Hat man sein Handy verloren, lässtes sich mit der Funktion über eine Internetseite orten. Das istpraktisch, wenn man das Handy irgendwo vergessen hat und es so etwabeim Wirt wieder abholen kann.
Wurde hingegen das Handy gestohlen, nützt eine Lokalisierungdes Geräts nur dann etwas, wenn man die Polizei dazu bewegen kann,aktiv zu werden. Denn dem Dieb selber hinterherzulaufen, ist sichernicht jedermanns Sache.

Fernsteuerfunktion: Ist das Handy verschwunden,kann eine Fernsteuerfunktion sehr nützlich sein. Damit können Siees sperren oder die Daten darauf löschen.

App-Kontrolle: Einige Sicherheits-Apps prüfen alleanderen Programme auf dem Handy und zeigen in einer übersichtlichenListe an, welche App welche Berechtigungen hat. So sieht manbeispielsweise leicht, welche Apps die aktuelle Position des Handysauslesen dürfen oder welche auf das Adressbuch zugreifen können.Diese Information wird zwar auch vor der Installation der Appangezeigt, doch haben viele Nutzer nicht die Ruhe, diese Infos indiesem Moment durchzusehen.

Backup: Einige der Sicherheits-Apps bieten auchdie Möglichkeit, persönliche Daten auf die SD-Speicherkarte, den PCoder einen Online-Speicher zu sichern.
Programmüberblick: Eine Funktionsliste für gängigeAntiviren-Apps finden Sie unter dieser Webadresse.


Die Bedrohung durch gefährliche Android-Viren nimmt zu. Zwargibt es bei Weitem noch nicht so viele Handy-Viren, wie esSchädlinge für den PC gibt. Doch es ist sicher sinnvoll, bereitsheute sein Smartphone gegen digitale Schädlinge abzusichern.

1.) Laden Sie Apps nur aus dem offiziellenApp-Store
Die meisten Handyviren werden über die App-Stores vonschlecht kontrollierten Drittanbietern oder über verseuchteWebsites verbreitet. Wenn Sie Ihre Apps nur aus dem offiziellenApp-Store Google Play laden, sind Sie schon mal ziemlich gutgeschützt. Zwar sind auch in Google Play schon verseuchte Appsaufgetaucht, aber das waren insgesamt bisher sehr wenige.

Standardmäßig ist das Laden von Apps ohnehin nur aus demStore von Google zugelassen. Ob die Einstellung noch aktiv ist,prüfen Sie über „Einstellungen, Sicherheit, Unbekannte Herkunft“.Dort darf kein Haken gesetzt sein.

2.) Installieren Sie eine Antiviren-App fürAndroid
Eine empfehlenswerte Antiviren-App für Android ist etwaLookout Security & Antivirus. Denn die App verbraucht wederviel Rechenpower noch viel Akkuleistung. In der kostenlosenVariante der App ist der Virenschutz voll funktionsfähig. DasSchutzprogramm untersucht Android-Apps, die Sie neu installierenund später aktualisieren, automatisch auf Viren. Der Scannerdurchsucht auch alle bereits auf Ihrem Smartphone installiertenApps.

3.) USSD-Hacks vermeiden: Updates schützen

Ein Tipp auf einen falschen Link genügt, und manche Smartphoneslöschen sich selber. Schuld daran ist ein USSD-Code (UnstructuredSupplementary Service Data), der in einer Website integriert ist.Die USSD-Codes sind eigentlich Servicebefehle, die von denHandyherstellern und Netz-Providern individuell in ein Handymodellimplementiert werden. Damit können Servicetechniker mit einemeinzigen USSD manche Smartphones in den Werkszustand versetzen,also komplett löschen, oder auch die SIM-Karte sperren. Dummerweisegelingt das nicht nur Service-Technikern, sondern jedem, der dieCodes kennt. Dass der Code auch dann funktioniert, wenn er in einemLink integriert ist, war allerdings so nie erwünscht. Nachdem einSicherheitsforscher diese Lücke entdeckt hatte, entwickelten dieSmartphone-Hersteller Updates, die den Bug beseitigen.

13 Antiviren-Apps für Android auf dem Prüfstand

So schützen Sie Ihr Handy: Laden Sie das neueste Update fürIhr Smartphone herunter. Mittlerweile sollte es für alle anfälligenGerät entsprechende Aktualisierungen geben. Ob Ihr Handy betroffenist, können Sie übrigens auf der Website dylanreevetesten. Wenn Ihr Smartphone daraufhin automatisch die Tastatur zumWählen einer Telefonnummer und zugleich die IMEI-Nummer in einemPop-up anzeigt, ist das Gerät von der Sicherheitslücke betroffen.Taucht nur der USSD-Code *#06# an, dürfte Ihr Smartphone sichersein.

Sollte Ihr Android-Handy auch mit neuester verfügbarerFirmware und Android-Version anfällig sein, können Sie einealternative Telefon-App installieren. Diese führt die USSD-Codesdann nicht mehr aus. Empfehlenswert ist etwa der kostenlose DialerOne.

Alternativ setzen Sie eine der vielen neuen URL-tel-Blockerein. Empfehlenswert ist etwa die kostenlose App Notelurl.

4.) Lassen Sie Ihre Daten automatisch sichern
Auf einem Smartphone hat man, wie auf einem PC, zwei Artenvon Daten: Systemdaten und Benutzerdaten. Zu den Systemdaten zähltbei Android das nackte Betriebssystem, wie man es über „Einstellungen, Sichern & zurücksetzen, Auf Werkseinstellungenzurück“ erhält. Zusätzlich lassen sich noch etlicheGrundeinstellungen, etwa die WLAN-Konfiguration, zu den zuSystemdaten rechnen. Zu den Benutzerdaten zählen etwa die Fotos,die man mit dem Handy macht, oder Musik, die man sich auf das Gerätgeladen hat.

Die Sicherung der wichtigsten Systemdaten können Sie Androidüberlassen. Unter Umständen haben Sie dieser Sicherung bereits beider Erstkonfiguration des Handys zugestimmt. Kontrollieren undgegebenenfalls nachholen lässt sich das über einen Haken bei „Einstellungen, Sichern & zurücksetzen, Meine Daten sichern“.

Achtung: Sie müssen in der Zeile darunter zudemein Sicherungskonto angeben. Dabei handelt es sich um einGoogle-Konto, wie Sie es etwa automatisch haben, wenn Sie sich eineGoogle-Mail-Adresse (Gmail) holen. Oder Sie erstellen das Kontoüber www.google.com/accounts. Android schlägt standardmäßig dieGoogle-Mail-Adresse vor, mit der Sie auch das Handy registrierthaben. Welche Daten konkret gesichert werden, verrät Googleallerdings nicht.

Für eine sehr umfangreiche Datensicherung der meistenSmartphone-Daten eignet sich die Freeware My Phone Explorer. Siemüssen zunächst die Software auf dem Windows-PC installieren. Dannaktivieren Sie auf dem Smartphone das USB-Debugging über „Einstellungen, Entwickleroptionen“, und schließen das Gerät per USBan den PC an.

Die folgenden Apps und Tipps helfen beim Schutz Ihrer Daten. Siekönnen gezielt einzelne Apps sperren oder Dateien auf demSmartphone verschlüsseln. Nutzen Sie das Gerät allein, empfiehltsich eine generelle Gerätesperre. Sollten Sie das Gerät verlieren,kommt ein Finder nicht so schnell an die Daten. EineGeo-Location-App hilft beim Wiederfinden eines verlorenen Handys.
5.) So schützen Sie einzelne Apps perZahlencode

Mit der Anwendung App Lock können Sie bestimmte Apps mit einemCode schützen, Damit legen Sie fest, welche App künftig nur nachEingabe eines Zahlencodes startet. Den Code legen Sie beim erstenStart von App Lock fest. Danach erfolgt die Auswahl der zuschützenden Apps. App Lock listet dafür alle häufig genutztenAnwendungen auf und bietet neben jeder Anwendung einen Schalter,über den Sie die App mit dem Schutzcode versehen. Wichtig ist, dassSie auch die standardmäßig vorhandene Android-App „Einstellung“ mitdem Schutzcode versehen. Anderfalls lässt sich App Lock darüberbeenden. Das funktioniert über „Einstellung, Apps, App Lock,Stoppen erzwingen“ und geht ähnlich leicht wie das Beenden vonWindows-Programmen mit dem Taskmanager auf dem Windows-PC.

6.) Dateien auf dem Smartphone verschlüsseln

Die App File Locker verschlüsselt Dateien und schützt Sie so vordem Zugriff durch nicht erwünschte Personen. Die App ist wie einsimpler Dateimanager aufgebaut. Darin navigieren Sie zu denDateien, die Sie verschlüsseln wollen. Markieren Sie die Dateien,und tippen Sie auf „Lock“. Die App fordert Sie dann auf, einPasswort zu vergeben. Anschließend sind die Dateien verschlüsselt.Es lassen sich auch komplette Ordner verschlüsseln. Achtung: Dieverschlüsselten Dateien können ohne Kennwort zwar nicht gelesenwerden, unsichtbar sind sie aber nicht. Wer Ihnen Böses will, kannsie mit einem Dateimanager einfach löschen.

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7.) Android mit einem Sperrbildschirm schützen
Sie müssen Ihr Android-Smartphone nicht mit einer Code-Sperreversehen, um es vor unerwünschtem Zugriff zu schützen. Androidbietet auch eine einfache Mustersperre fürs Entriegeln des Handys.Das ist zwar weniger sicher als ein Code, aber besser als nichts.Vor allem geht das deutlich schneller, als wenn Sie eineZahlenkombination eintippen müssen.

Sie finden die Funktion über „Einstellungen, Standort &Sicherheit, Display-Sperre einrichten, Muster“. Ein Assistent führtSie durch den Erstellungsvorgang.

Ab Android 4.0 bietet das System eine Gesichtserkennung. Soentsperrt sich das Handy nur für den rechtmäßigen Besitzer. Im Testfunktionierte diese Methode flott und sehr bequem.

8.) Smartphone auf einer Google-Mapwiederfinden

Der Antivirenhersteller Avira bietet die kostenlose App AviraFree Android Security, die verlorene Smartphones aufspüren odersperren kann. Die Steuerung und Verwaltung erfolgt über eineInternetseite. Wer sein Handy nur innerhalb der Wohnung verlegthat, kann über die Internetseite auch einen Sirenenalarm am Handyauslösen und so zur Feinortung des Smartphones schreiten. DieSirene ertönt auch dann, wenn sich das Handy gerade imLautlos-Modus befindet. Zugriff auf die Internetseite zurHandyortung gibt’s über Android.avira.

Schließlich noch zwei Tipps, die Ihre Privatsphäre beim Surfenim Internet und bei der Nutzung von Apps verbessern.

9.) Nutzen Sie eine VPN-App in öffentlichen WLANs
Wenn Sie in einem privaten WLAN surfen, ist diesesausreichend geschützt, sofern es mit WPA2 verschlüsselt ist.Gefährlich wird es in einem öffentlichen WLAN, wie es im Café, amFlughafen oder im Hotel meist angeboten wird. Selbst wenn Sie fürdie Nutzung bezahlen, sind diese meist unverschlüsselt. Hier sollteman bei der Nutzung des Internets grundsätzlich extremzurückhaltend sein.

Clevere WLAN-Tools für Android

Wollen Sie in einem öffentlichen WLAN eine Online-Banking-Appnutzen, sollten Sie unbedingt zusätzlich eine abhörsichereVerbindung aufbauen. Das geht mit VPN-Diensten. Kostenlos sind etwadie App und der dazugehörige Dienst Hotspot Shield VPN. Wenn dieVPN-Verbindung aktiv ist, erscheint im Display links oben einSchlüsselsymbol.

10.) Finden Sie neugierige Werbe-Apps
Speziell gegen Apps, die Ihre Daten an ein Werbenetzwerksenden oder von dort beziehen und dann aggressiv Werbung anzeigen,richtet sich das Schutzprogramm LookoutAd Network Detector. Die App stammt vom Antiviren-SpezialistenLookout, der sich ganz auf die Sicherheit von mobilen Gerätenkonzentriert. Die englischsprachige App scannt alle Programme aufIhrem Android-Smartphone und zeigt Ihnen die an, die Werbungeinblenden oder Daten versenden. Die Auflistung ist sehrdetailliert. Der Lookout Ad Network Detector unterscheidet zumBeispiel, ob eine App Werbung oben in der Benachrichtigungsleistevon Android anzeigt, ob sie die Startseite des Internet-Browsersmanipuliert oder ob sie zwar Infos an ein Werbenetzwerk sendet,selbst aber keine Werbung anzeigt. Der Ad Network Detector meldetaber nicht jede werbefinanzierte App, sondern nur jene, die einaggressives Werbenetzwerk nutzen. Denn grundsätzlich ist dasAnzeigen von Werbung eine legitime Methode, um eine App zufinanzieren.

Quelle: www.pcwelt.de
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