Diese 10 Tipps verlängern die Lebensdauer Ihrer Festplatte

Diese 10 Tipps verlängern die Lebensdauer Ihrer Festplatte
Festplatten sind mit großer Vorsicht zu behandeln. Wir haben für Sie die zehn wichtigsten Tipps und Tricks, damit Sie lange Freude an Ihrem Gerät haben.
Bild 1 von 75

Diese 10 Tipps verlängern die Lebensdauer Ihrer Festplatte

Festplatten sind mit großer Vorsicht zu behandeln. Wir haben für Sie die zehn wichtigsten Tipps und Tricks, damit Sie lange Freude an Ihrem Gerät haben.

© Fotolia.com/Nikolai Titov
04.04.2018 - 07:16 Uhr

Mit unseren 10 Ratschlägen für eine gepflegte Festplatte beschleunigen Sie diese nicht nur, sondern erhöhen auch deren Lebensdauer. Wir zeigen Ihnen das richtige Vorgehen.

Festplatten sind die wichtigsten Komponenten eines Computers, da auf ihnen nicht nur wertvolle Daten wie Dokumente, Fotos, Musik und Videos untergebracht sind, sondern auch das Betriebssystem sowie installierte Programme. Es ist deshalb wichtig, sowohl die Festplatte als auch die persönlichen Daten zu schützen.

Einen großen Beitrag dazu leistet die richtige Pflege der Laufwerke. Denn, wenn Sie stets über den Zustand Ihrer Festplatte im Bilde sind, können Sie rechtzeitig Schritte ergreifen, bevor es zu einem Defekt der Laufwerke kommt. Die Art der Pflege ist allerdings abhängig von der Art der Festplatte. Dabei kann es sich um eine klassische Magnetfestplatte oder eine Solid State Disk handeln. Ebenso können beide Festplattentypen in einem PC vorhanden sein. Mit unseren 10 Tipps zur umfassenden Pflege von Festplatten mithilfe der optimalen Methoden und Programme verlängern Sie deren Lebensdauer.

Vorweg sollten Sie grundsätzlich immer einen Rat befolgen: Wenn Sie ein unbehagliches Gefühl hinsichtlich der Funktionsfähigkeit Ihrer Datenträger haben, dann erstellen Sie unbedingt zuerst ein Backup. So sind Ihre Daten gesichert, und Sie können in Ruhe den Problemen auf den Grund gehen.

  1. Die Festplatten einer Analyse unterziehen

    Wenn Sie den Zustand einer Festplatte überprüfen wollen, benötigen Sie ein Programm, welches die S.M.A.R.T.-Daten (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology) auslesen und interpretieren kann. Dabei können Sie sowohl auf Tools der Festplattenhersteller als auch von Drittanbietern wie CrystalDiskInfoHDD HealthHDDlife oder HD Tune zurückgreifen. Damit erhalten Sie wertvolle Informationen zum allgemeinen Zustand des Laufwerks. Die Programme können aber noch mehr. Sie geben eine Warnung aus, sobald Parameter in eine Richtung tendieren, die eine Gefahr für die Festplatte darstellen können. Dank des frühzeitigen Alarms lassen sich Ihre Daten noch rechtzeitig sichern.
    Bei einer neuen Festplatte erreichen die S.M.A.R.T.-Werte mehrheitlich das Maximum und damit 100 Prozent. Die Werte verringern sich allerdings mit der Zeit. Einsehbar sind diese bei HDD Health unter Drive -> SMART Attributes, während Sie bei HDDlife im Startfenster click for more information in den Menüpunkt View S.M.A.R.T. attributes gelangen. Allerdings können die Programme nicht sämtliche Betriebsparameter einer Festplatte anzeigen, da die Hersteller der Laufwerke nicht alle Werte aufführen. Dadurch wird ein Abgleich zwischen Datenbanken verhindert. Nicht definierbare Werte werden dann in der Liste als Unknown Attribute oder Unbekanntes Merkmal bezeichnet. Sollte der Wert (value) auf 100 stehen, ist alles in bester Ordnung.
    Die signifikanten Parameter, welche den Gesamtzustand einer Festplatte ermitteln, werden allerdings in den meisten Fällen von den Programmen nur unzureichend erfasst. Darunter fällt beispielsweise die Angabe Reallocated Sector Count für wieder zugewiesene Sektoren, welche die noch verfügbaren Reservesektoren anzeigt. Sobald die Anzahl an Sektoren sinkt, erhöht sich das Risiko eines Ausfalls der Festplatte. Dies ist auf defekte Speicherbereiche zurückzuführen, die durch Reserven ersetzt wurden.
    Einer der wichtigsten Werte der S.M.A.R.T.-Daten ist die Temperatur (temperature bzw. drive temperature). Unabhängig von der Art der Festplatte legen die Hersteller stets ein Temperaturspektrum fest, in dem sich das Laufwerk bewegen sollte, um fehlerfrei zu arbeiten. Der unbedenkliche Temperaturbereich liegt bei ferromagnetischen Platten zwischen 5 und 55 Grad Celsius und bei SSDs zwischen 0 und 70 Grad Celsius. Da die Flashspeicher von SSDs über keine beweglichen Bauteile verfügen, sind sie nicht so empfindlich wie HDDs.
    Dies bedeutet aber nicht, dass zu hohe (Umgebungs-)Temperaturen bei SSDs keine Probleme bereiten. Die Tools zur Ermittlung der Temperatur geben diese meist in Form einer Balkengrafik neben dem S.M.A.R.T.-Wert an. Bei einem grünen Ausschlag ist der Status in Ordnung, bei einem roten ist Gefahr im Verzug. So können Sie rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen, sollte die Temperatur zu sehr steigen.

  2. Festplatten auswerten und umfangreich testen

    Falls Sie die S.M.A.R.T.-Daten der Festplatte nicht nur auslesen, sondern auch auswerten wollen, raten wir Ihnen zu der Freeware SpeedFan. Zwar wurde dieses Tool vorrangig zur Überwachung von Spannung, Temperatur und Lüftergeschwindigkeit eines Computers konzipiert, unter der Registerkarte S.M.A.R.T. können Sie sich darüber hinaus aber auch die ermittelten Werte Ihrer internen Festplatten anzeigen lassen. Bei externen Laufwerken kann das Programm nicht eingesetzt werden. Das zu untersuchende Laufwerk legen Sie unter Hard Disk fest. Wenn Sie nun Perform an in-depth online analysis of this hard disk auswählen, übermittelt das Programm die Daten an die Webseite www.hddstatus.com/hdrepanalysis.php. Dort erfolgt die entsprechende Auswertung. Der Zustand der Festplatte wird in Prozenten angegeben, beispielsweise als The overall fitness for this drive is 99 %.
    Noch mehr Möglichkeiten bietet Ihnen allerdings das kostenlose Programm HD Tune, mit dem Sie diverse Tests auf Ihrer Festplatte durchführen können. Dadurch lassen sich Rückschlüsse in puncto Leistungsfähigkeit einer Festplatte ziehen. Eventuell defekte Sektoren können Sie dabei über den Reiter Error Scan ausfindig machen. Dafür wählen Sie den Punkt Quick scan mit einem Häkchen aus und beginnen den Schnellcheck des Laufwerks per Klick auf Start. Dies nimmt nur wenig Zeit in Anspruch. Damit erhalten Sie einen ersten Eindruck vom Zustand der Sektoren. Normal funktionierende Sektoren werden dabei grün, unlesbare rot eingefärbt. Sollte der Schnellcheck nicht Ihren Anforderungen entsprechen, können Sie mit einem regulären Suchdurchlauf umfangreichere Analysen umsetzen. Dies kann jedoch je nach Größe der Festplatte einige Stunden an Zeit beanspruchen.
    Mit HD Tune lässt sich ebenfalls die Geschwindigkeit Ihrer Festplatte ermitteln. Gehen Sie dafür auf Benchmark, um einen Testlauf zu starten. So erhalten Sie einerseits Aufschluss über die minimalen, maximalen sowie durchschnittlichen Transferraten, andererseits Erkenntnisse zu der benötigten Zugriffszeit. Die Ergebnisse werden im Anschluss von dem Tool zusätzlich als Grafik dargestellt.

  3. So stellen Sie beschädigte Sektoren wieder her

    Sollten Sektoren einer Festplatte nicht mehr lesbar sein, muss es sich nicht zwangsläufig um einen schwerwiegenden Schaden handeln. Die Ursache kann zum Beispiel auf einen Stromausfall während eines Schreibvorganges zurückgeführt werden. Dies ist aber kein Problem, da der betroffene Block im Nachhinein wieder überschrieben werden kann. Wenn Sie ganz sichergehen wollen, dann nutzen Sie das kostenlose Tool Check Drive, um die Sektoren zu prüfen. Gehen Sie dafür unter Laufwerksüberprüfung auf den Punkt Prüfen. Mit dem intensiven Check erfolgt gleichzeitig auch eine Reparatur der defekten Sektoren. Dafür bestätigen Sie lediglich noch den Check Modus mit Ja. In der Regel müssen Sie vor einem Prüfdurchlauf den Computer neu starten. Die Ergebnisse der Untersuchung können Sie danach über den gleichnamigen Punkt einsehen. Ein kleines Manko des Programms ist allerdings, dass Sie für dessen Freischaltung Ihre E-Mail-Adresse übermitteln müssen.

  4. Eine gepflegte Festplatte erhöht deren Lebensdauer

    Zur Sicherung der Lebenserwartung Ihrer Magnetfestplatte ist es unabdingbar, diese regelmäßig einer Defragmentierung zu unterziehen. Auf diese Weise werden verteilte Daten zusammengetragen und das Laufwerk aufgeräumt. Die Schreib-/Leseköpfe absolvieren kleinere Strecken, da sie nicht nach verstreuten Daten auf der Festplatte suchen müssen. Dies erhöht das Tempo des Laufwerks und schont es gleichzeitig. Die unterschiedlichen Laufeigenschaften einer Festplatte vor und nach dem Aufräumen werden Sie sofort am Computer bei speicherintensiven Aufgaben wie Videobearbeitung oder der Arbeit mit komplexen Datei- und Programmoperationen, bei denen stets zahlreiche Dateien nachgeladen werden, anhand der schnelleren Abläufe bemerken. Vorsicht ist allerdings bei SSDs geboten, weil bei diesen das Defragmentierungsverfahren wirkungslos und potenziell schädlich ist. SSDs besitzen weder rotierende Platten noch Schreib-/Leseköpfe, da die Daten in Flashspeicherblöcken hinterlegt werden.
    Für eine Defragmentierung können Sie sowohl auf das entsprechende Programm von Windows als auch auf kostenlose und gleichzeitig effektivere Tools anderer Anbieter wie etwa Disk Defrag von Auslogics zurückgreifen. Genauso gut können Sie die ebenfalls kostenlose Systemtoolsammlung Glary Utilities nutzen, die eine Defragmentierungsfunktion anbietet. Diese befindet sich in der Glary Suite, zu der Sie über den zweiten blauen Punkt rechts im Fenster bei Festplatten gelangen. Hier legen Sie per Häkchen fest, welches Laufwerk Sie defragmentieren möchten. Bei einer SSD alarmiert Sie das Tool vor der Aktion.

  5. Tools zur Überwachung der Festplatte

    Wenn Sie stets über den Zustand Ihrer Festplatte informiert sein wollen, sollten Sie das Laufwerk permanent mit einem speziellen Monitoring-Tool kontrollieren. Das ist zum Beispiel mit Tools wie HDDlife möglich, die sowohl die S.M.A.R.T.-Daten prüfen, als auch kritische Eingriffe melden. Noch mehr Optionen bieten Ihnen jedoch das Shareware-Tool Argus Monitor, mit dem Sie nicht nur die Festplatte, sondern auch Komponenten wie Grafikkarte und CPU überwachen können. Dabei schlägt das Programm frühzeitig Alarm, wenn ein Ausfall der Festplatte durch einen Hardwaredefekt droht. Dadurch verbleibt Ihnen etwas Zeit, um Ihre Daten zu sichern. Ein Nachteil des Programms ist leider die eingeschränkte kostenlose Nutzung von 30 Tagen. Falls Sie es weiter einsetzen möchten, werden 7,50 Euro pro Jahr dafür veranschlagt.
    Wenn dies keine Option für Sie darstellt, könnte eventuell das Tool HDD Thermometer interessant sein. Zwar bietet es nicht denselben Umfang, dennoch können Sie damit stetig die Plattentemperatur kontrollieren lassen. Dabei startet das Tool sofort mit Windows und erscheint in der Taskleiste mit einem Thermometersymbol. Bei Gefahr ertönt zunächst ein Alarmsignal, woraufhin der Rechner heruntergefahren wird. Per Rechtsklick auf das Symbol und über Einstellungen lässt sich die zu überwachende Platte sowie der Zeitraum der Temperaturwechsel, der in einer Logdatei gespeichert wird, festlegen.

  6. Mehr Kontrolle über die Festplatte dank Energiesparmodi

    Es ist bei Magnetfestplatten keine Seltenheit, dass deren Schreib-/Leseköpfe ein deutlich vernehmbares Geräusch erzeugen. Dieses entsteht immer dann, wenn die Köpfe nicht benötigt und in die Parkposition gebracht werden. Das kann nicht nur akustisch unangenehm sein, sondern auch auf eine belastete Plattenmechanik hindeuten. Mit den Energieeinstellungen ist es jedoch möglich, der Festplatte einen bestimmten Energiemodus zuzuordnen. Das lässt sich mit den Windows-Energieoptionen bewerkstelligen, denn damit gelten die Einstellungen für alle internen Laufwerke.
    Möchten Sie allerdings die Energieeinstellungen bei jeder, auch externen, Festplatte individuell festlegen, müssen Sie auf die Dienste eines Tools wie das Linux-Kommandozeilenprogramm hdparm setzen. Denn hiermit lassen sich die Einstellungen des Advanced Power Management (APM) eines Laufwerks ändern. Dafür verlangt das Programm jedoch nach Administratorrechten. Nach der Installation öffnen Sie zunächst den Programmordner und anschließend per Rechtsklick auf hdparm.exe den Punkt Eigenschaften. Gehen Sie hier auf den Reiter Kompatibilität, um ein Häkchen bei Programm im Kompatibilitätsmodus ausführen für: zu setzen. In dem darunter befindlichen Auswahlfeld wählen Sie dann noch Windows XP (Service Pack 3) aus. Hier müssen Sie ebenfalls per Häkchen unter Berechtigungsstufe den Punkt Programm als Administrator ausführen aktivieren und die Einstellungen via OK bestätigen. Daraufhin erscheint die Exe-Datei mit einem Ankersymbol. Wenn Sie jetzt darauf mit der rechten Maustaste klicken, können Sie das Tool mit Administratorrechten nutzen.
    Wenn Sie das Windows-Startmenü aufrufen, erscheinen dort unter hdparm einige Shortcuts, die keine Kommandozeilenbefehle benötigen. Diese Einstellungen beziehen sich dabei immer auf die aktuelle Sitzung. Um einen Überblick über alle direkten Einstellungsmöglichkeiten zu erhalten, klicken Sie auf More shortcuts. Auf diese Weise lassen sich maximal drei Festplatten individuell einstellen. Wahlweise können Sie dabei das APM aktivieren, um die Akkulaufzeit zu erhöhen. Dies bietet sich vor allem bei Notebooks an, sobald diese nicht an das Stromnetz angeschlossen sind. Beachten Sie aber, dass dadurch mehr Parkvorgänge der Schreib-/Leseköpfe erfolgen, was den mechanischen Verschleiß der Festplatte vorantreibt. Genauso gut können Sie das APM auch ausschalten. In diesem Fall kommt es zu weniger Verschleiß und geringerer Geräuschbelästigung durch ein Laufwerk, allerdings zu mehr Stromverbrauch.

  7. Seltsame Geräusche der Festplatte identifizieren

    Sollte Ihre Magnetfestplatte sonderbare Geräusche erzeugen, dann kann sich die Suche nach deren Ursprung durchaus schwierig gestalten. Wir raten Ihnen daher auf jeden Fall als erste Maßnahme zu einem Backup Ihrer Daten und Ihres Betriebssystems. Es mag sich zwar bei dem Geräusch um eine Lappalie handeln, sollte allerdings ein ernstes Problem vorliegen, sind Sie abgesichert. So kann zum Beispiel die Parkposition der Schreib-/Leseköpfe im Leerlauf fehlerhaft konfiguriert sein, was aber keinen Defekt darstellt. Das Geräusch lässt sich in der Regel mit einem Firmware-Update aus der Welt schaffen. Dafür stellen Ihnen die Hersteller entsprechende Tools wie Seagate Update Utility zur Verfügung. Sollten Sie allerdings ein Klicken oder Rattern vernehmen, könnte dies ein Anzeichen für einen sich anbahnenden Festplattencrash sein. Nutzen Sie zur Identifizierung des Geräuschs die Sammlung von DataCent, die Sie über http://datacent.com/hard_drive_sounds.php erreichen. Auf dieser englischsprachigen Seite können Sie sich anhand von Klangbeispielen die typischen Störgeräusche von acht Magnetfestplatten anhören. Per Klick auf den Namen des Herstellers erhalten Sie Informationen zu den möglichen Ursachen sowie entsprechende Lösungsvorschläge.

  8. Die TRIM-Funktion einer SSD-Platte aktivieren

    Im Gegensatz zu Magnetfestplatten weichen Solid State Disks in ihrem Schreibverhalten stark von diesen ab, da sie ausschließlich komplett leere Blöcke mit Daten beschreiben. Bei einer HDD-Platte interessiert nicht, ob sich darauf noch Datenreste befinden, da diese einfach überschrieben werden. Eine SSD dagegen löscht vor dem Schreibvorgang vorhandene Daten. Allerdings verringert dies das Schreibtempo. Abhilfe schafft jedoch der TRIM-Befehl, der Datenreste rückstandslos entfernt und dadurch vollständig bereinigte Blöcke zum Beschreiben zur Verfügung stellt. Über die aktivierte TRIM-Funktion können Sie das Schreibtempo einer SSD konstant hoch halten.
    Mit der Markteinführung von Windows 7 wurde dem Betriebssystem auch eine Funktion hinzugefügt, die automatisch sowohl die SSD erkennt, als auch den TRIM-Befehl aktiviert. Zur Kontrolle dieses Prozesses können Sie die Freeware TrimCheck nutzen. Für die Prüfung der SSD müssen Sie das Programm zweimal starten. Dabei wird im ersten Durchlauf zunächst eine Datei auf die SSD kopiert und im Anschluss wieder gelöscht. Danach müssen Sie etwa 20 Sekunden warten, bis Sie das Tool erneut aufrufen. Dieses kontrolliert nun den zuvor gelöschten Bereich der SSD. War die Löschung erfolgreich, ist der Bereich leer und TRIM dementsprechend aktiviert. Die Meldung CONCLUSION: TRIM appears to be WORKING! bestätigt den Vorgang.

  9. Deaktivieren Sie Windows Search auf der SSD

    Der Suchindex von Windows erfüllt bei einer Magnetfestplatte die Funktion, Dateien schneller aufzufinden. Bei einer SSD ist dies aber problematisch und sollte vermieden werden. Denn bei einem aktiven Suchindex erfolgen zwar kleine, dafür aber zahlreiche Schreibvorgänge. Die Lebenszeit einer SSD verringert sich, da sie nicht für solche Aufgaben konzipiert wurde. Zum Schutz sollten Sie daher diese Funktion abschalten. Dazu öffnen Sie das Suchfeld von Windows und geben services.msc ein. Im Anschluss bestätigen Sie dies. Danach wählen Sie entweder unter Windows 10 den Punkt Dienste, bei älteren Versionen services.msc aus. Nun erscheint eine Liste mit Windows-Diensten, auf der Sie nach dem Eintrag Windows Search suchen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und anschließend im erscheinenden Suchindex auf Beenden, um den Dienst zu deaktivieren.

  10. Daten optimal auf unterschiedliche Speicher verteilen

    Falls Ihr PC sowohl mit einer herkömmlichen Festplatte als auch einer SSD ausgestattet ist, können Sie deren Lebensdauer erhöhen, wenn Sie die jeweiligen Aufgaben effizient verteilen. Dabei besticht eine SSD auf der einen Seite durch die rasche Ladezeit des Flashspeichers, was sie besonders attraktiv für das Betriebssystem sowie datenintensive Programme und Spiele macht. Eine Magnetfestplatte ist andererseits zwar langsamer, ermöglicht aber mehr Schreibzyklen. Dadurch eignet sie sich vor allem für Dokument-, Bild-, Musik- und Videodateien, die nicht nach Geschwindigkeit verlangen. Auf diese Weise minimieren Sie die eingeschränkten Schreibzyklen einer SSD und bewahren gleichzeitig deren Schnelligkeit.

Die Lebenserwartung von HDDs und SSDs ermitteln

Nutzen Sie das Gratistool CrystalDiskInfo, um die potenzielle Lebensdauer unterschiedlicher Festplatten herauszufinden. Die Art der Festplatte ist dabei für die jeweilige Analysemethode entscheidend.

  • Hard Disk Drive: Zur Errechnung der Lebenserwartung eines ferromagnetischen Laufwerks oder einer klassischen Festplatte wird auf den S.M.A.R.T.-Wert Annualized Failure Rate (AFR) zurückgegriffen. Dieser setzt sich einerseits aus der durchschnittlichen Anzahl an Stunden pro Jahr zusammen. Dabei werden Bedingungen wie Temperatur und Einschaltvorgänge berücksichtigt. Andererseits basiert der Wert zusätzlich noch auf dem MTBF-Wert (Mean Time Between Failures), der die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen darstellt, die vom Hersteller statistisch festgelegt wurde. Die Betriebsstunden können Sie in CrystalDiskInfo rechts oben im Hauptfenster einsehen, während der AFR-Wert im unteren Bereich angezeigt wird. Dieser sollte sich bei annähernd 9000 Stunden Einschaltdauer und 10 000 Start-Stopp-Zyklen bei unter einem Prozent befinden.
  • Solid State Disk: Eine SSD-Platte basiert auf einem Flashspeicher, sodass die integrierten Bausteine für die Anzahl an potenziellen Schreibzyklen ausschlaggebend sind. Während beim NAND-Typ MLC (multi-level cell) die Zahl der Zyklen zwischen 3000 und 5000 liegt, beträgt diese bei günstigeren Modellen, die TLC (triple-level cell) nutzen, etwa 1000 Schreibzyklen. Multiplizieren Sie nun die Zykluszahl des jeweiligen Speichers mit dessen nutzbarer Kapazität, erhalten Sie den Wert der Gesamtlebensdauer in TBW (terabytes written). Die Anzahl der getätigten Schreibzyklen einer SSD können Sie in CrystalDiskInfo unter Host-Schreibvorgänge (gesamt) in Erfahrung bringen. Der Eintrag dazu befindet sich im oberen Fenster auf der rechten Seite. Sobald Sie mit dem Mauszeiger auf die Zahl gehen, erscheint der TBW-Wert. Diesen sollten Sie mit dem Wert einer üblichen 120-GB-SSD, die 360 bis 600 TB vorsieht, vergleichen. Sorgen um die Lebenserwartung Ihrer SSD sind aber erst dann angebracht, wenn diese einen Wert von mehreren Hundert TB aufweist.
Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
Kommentare
Top-Themen
Weltweit gelten die Deutschen unter anderem als pünktlich, akkurat und versessen auf Datenschutz. Doch was ist dran an ...mehr
Praktisch sind sie ja, aber auch notwendig? Für viele schon. Fast jeder jüngere Internetnutzer will auf Messenger-Apps ...mehr
Wir haben für Sie zehn Desktop-Wallpaper ausgesucht, die Ihnen den Frühling auf den Computer bringen!mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige