Prozessor-Upgrade leicht gemacht

So tauschen Sie problemlos die CPU aus
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So tauschen Sie problemlos die CPU aus

Machen Sie Ihren PC wieder fit für aktuelle Anforderungen, indem Sie gezielt eine Komponente tauschen. Wir zeigen Ihnen, wann der Prozessor die Schwachstelle ist und wie Sie ihn austauschen.

Für viel Geld einen neuen PC kaufen? Das muss nicht sein. Besser ist es, die Leistungsbremse zu lösen, indem Sie eine Komponente ersetzen. Sie selbst können am besten einschätzen, wo der Schuh drückt: Wenn neu installierte Multimedia-Software nicht flüssig läuft, ist meist der Prozessor zu langsam. Zu wenig CPU-Leistung ist auch der Grund, wenn das Umwandeln von Musikstücken und Videos in andere Dateiformate und Kompressionsstufen lange dauert und den ganzen PC blockiert.

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Das Utility CPU-Z verrät im Menü "Mainboard" unter "Manufacturer" den Hauptplatinenhersteller. Darunter steht die genaue Typenbezeichnung ("Model") sowie im Feld rechts daneben die Revisionsnummer ("Rev."). Ebenfalls wichtig sind die "Version" und das Datum ("Date") des "BIOS" gleich darunter. Notieren Sie sich alle Angaben, oder machen Sie einen Screenshot des "Mainboard"-Menüs. Wechseln Sie dann ins "CPU"-Menü. Dort finden Sie unter "Name" die genaue CPU- sowie unter "Package" die Steckplatz-Bezeichnung. Meldet CPU-Z unter "Package" "Socket AM2(+)" oder "Socket 775 LGA", ist häufig ein unkompliziertes Prozessor-Update möglich. Steht dort hingegen "Socket 478", "Socket 754" oder Socket A" müssen Sie in der Regel zuvor die Hauptplatine austauschen. Nachdem Sie sich alle Angaben notiert haben, rufen Sie die Website des Platinenherstellers auf. Suchen Sie im Support-Bereich nach Ihrem Modell. Dort finden Sie in der Regel eine CPU-Kompatibilitäts-Liste inklusive der dafür benötigten Bios-Version. Als grobe Faustregel für ein sinnvolles Upgrade gilt, dass die neue CPU mindestens eine von drei Bedingungen erfüllen muss: Gegenüber dem bisherigen Prozessor sollte sich die Zahl der Rechenkerne verdoppeln, die Taktrate um circa 1 GHz steigen oder der Fertigungsprozess eine Generation weiter sein. Zum letzten Punkt ein Beispiel: Stammt Ihre alte CPU aus der 90-Nanometer-Fertigung (nm - Nanometer), sollten Sie sie durch eine 65-Nanometer-Variante ersetzen. Einen 65-nm-Prozessor tauschen Sie gegen ein 45-nm-Modell aus. Die Fertigungs-Technik verrät CPU-Z im CPU-Menü unter "Processor, Technology", Lässt sich Ihre Hauptplatine nicht mit einer CPU gemäß unserer Faustregel aufrüsten, müssen Sie auch die Platine ersetzen.

Prozessor austauschen

Wenn Sie häufig mit mehreren leistungshungrigen Programmen gleichzeitig arbeiten, ständig viele Fenster offen haben und zahlreiche Tools im Hintergrund werkeln, raten wir Ihnen zu einem Vierkern-Prozessor. Nutzen Sie hingegen nur wenige Programme gleichzeitig, ist ein Doppel- oder Dreikerner die preisgünstigere Wahl. Je nachdem welchen CPU-Steckplatz Ihre Hauptplatine besitzt, empfehlen wir folgende Prozessoren. Für den AM2(+) ist es der Doppelkerner AMD Athlon X2 7750 (ab 60 Euro), der Dreikerner AMD Phenom II X3 710 (ab 110 Euro) oder der Quad-Core AMD Phenom II X4 920 (ab 175 Euro ). Für den CPU-Sockel LGA775 für Intel-Prozessoren bieten derzeit die Doppelkerner Core 2 Duo E7400 (ab 110 Euro) und Core 2 Duo E8500 (ab 165 Euro) sowie der Vierkerner Intel Core 2 Quad Q9550 (ab 245 Euro) das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Passt keiner der vier genannten Prozessoren in Ihre Hauptplatine, ersetzen Sie sich besser gleich durch ein aktuelles Modell. Vernünftige Platinen gibt’s ab 60 Euro. Tipp: Greifen Sie am besten zur Boxed-Version. Hier ist die CPU sicher verpackt und der passende Kühler inklusive Wärmeleitpad/-paste gleich dabei. Bei unverpackter "Tray"-Ware müssen Sie zumindest - falls nicht schon in Ihrem Haushalt vorrätig -Wärmeleitpaste dazukaufen.

Prozessor austauschen
Entfernen Sie den CPU-Kühler. Je nach Modell müssen Sie dazu entweder vier Steckstifte herausziehen oder zwei bis vier Schrauben lösen. Öffnen Sie den Arretierungshebel des Sockels (und die Befestigungsklappe bei Intel-Modellen), bevor Sie die alte CPU herausnehmen. Legen Sie die neue CPU so in den Sockel, dass sich die beiden Dreiecks-Markierungen auf dem Sockel und der CPU in derselben Ecke befinden. Schließen Sie den Arretierungshebel (und die Befestigungsklappe bei Intel-CPUs. Haben Sie sich eine Boxed-Version des Prozessors gekauft, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sitzt auf der Kontaktfläche des Kühlers bereits ein Wärmeleitpad, oder Sie tragen auf die CPU eine erbsengroße Menge Wärmeleitpaste auf. Diese verstreichen Sie - beispielsweise mit einer Visitenkarte - zu einem dünnen, fast durchscheinenden Film über die ganze freiliegende Prozessoroberfläche.

CPU-Kühler installieren
Bei Boxed-Kühlern stellen Sie sicher, dass die Befestigungsstifte gegen die oben aufgedruckte Pfeilrichtung gedreht sind. Dann stecken Sie die vier Befestigungsstifte in die vier korrespondierenden Bohrungen in der Hauptplatine. Drücken Sie nacheinander jeweils zwei diagonal gegenüberliegende Stifte gleichzeitig mit sanftem Druck in die Bohrungen hinein. Damit stellen Sie sicher, dass Sie den Kühler nicht schief montieren. Für andere Kühlervarianten richten Sie sich bitte genau nach der beiliegenden Einbauanleitung. Verbinden Sie abschließend die dreipolige Lüfter-Stromversorgung mit der korrespondierenden Buchse auf der Hauptplatine. Beschriftet ist die Buchse fast immer mit "CPUFAN", bei mehreren Buchsen nehmen Sie am besten "CPUFAN1".

Quelle: Copyright (C)2008 www.pcwelt.de
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