SmartPad von 1&1 im Praxistest (mit Video)

1&1 SmartPad im Praxistest
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1&1 SmartPad im Praxistest

Das 1&1-SmartPad ist ein Tablet-PC, der auf den ersten flüchtigen Blick an Apples iPad erinnert. Beim genauen Hinschauen merkt man jedoch schnell, dass das Gerät nicht in der gleichen Liga spielt. Unser Praxistest deckt die Mängel auf.

Das 1&1-SmartPad läuft unter dem - ursprünglich für Handys entwickelten - Betriebssystem Android 1.6 von Google. Es wird von einem mit nur 500 MHz getakteten ARM11-Prozessor angetrieben. Der Speicher ist nur 256 MB groß. Als Massenspeicher steht 1 GB zur Verfügung. Er lässt sich per SD-Karte auf bis zu 64 GB erweitern.

Das 7-Zoll-Touch-Display besitzt eine Auflösung von nur 800x480 Pixel. Kleine Schriften wirken entsprechend leicht pixelig-unscharf. Das Display ist resistiv, was bedeutet, dass es nur auf Druck reagiert. Ein sanftes Drüberstreichen wie beim iPad reicht daher nicht zum Scrollen, man muss den Finger schon etwas fester auflegen. Das erwies sich im Test als relativ mühsam.

Zudem kam es immer wieder mal vor, dass wir auf Seiten mit Icons oder Links diese beim Scrollen unbeabsichtigt betätigten. Mit etwas Übung gelang es uns, die Häufigkeit der Fehleingaben zu reduzieren. Mangels Mulitouch ist ein Zoomen durch Fingergesten nicht möglich. Weiterer Nachteil: Wer von der Seite auf das Display blickt, sieht relativ wenig. Auch bei Helligkeit und Brillanz kann sich das SmartPad nicht mit dem iPad messen.

Ein Pluspunkt: WLAN wird in allen gängigen Standards unterstützt (802.11 b/g/n). Das Einbuchen in verschlüsselte WLANs funktioniert mit nur einem Tastendruck am Router, wenn dieser WPS (Wireless Protected Setup) unterstützt. Ansonsten muss man den Schlüssel über die Bildschirmtastatur eingeben. Das WLAN-Modul ist offenbar nicht besonders empfangsstark. Schon bei ein paar Metern Entfernung zum WLAN-Router sank im Test die angezeigte Feldstärke deutlich. Laut 1&1 tritt dieses Problem nur bei unserem Testgerät auf, bei dem es sich um ein Vorserienmodell handelt.

Über den USB-Anschluss lässt sich entweder ein Speicherstick anstecken oder ein UMTS-Surfstick. Der UMTS-Stick-Treiber befindet sich noch in der Entwicklung und soll Mitte Juli herauskommen. Über den integrierten Ausklappbügel lässt sich das SmartPad hinstellen.

Der integrierte Infrarot-Sender und die entsprechende App ermöglichen es, das SmartPad als Fernbedienung für das Maxdome MediaCenter und das 1&1 Audio-Center zu nutzen. In späteren Updates sollen auch andere Geräte unterstützt werden. Ein Bewegungssensor sorgt dafür, dass sich der Bildschirminhalt anpasst, wenn Sie das SmartPad drehen. Der Lichtsensor ist dafür zuständig, die Hintergrundbeleuchtung zu dimmen, wenn man sich im Dunklen befindet. Das spart Akkuleistung. Apropos Akku: Er besitzt mit 2800 mAh eine ordentliche Kapazität. Bei mittlerer Helligkeit hält er aber nur rund 4 Stunden beim Surfen per WLAN. Das ist Mittelmaß. Die Laufzeit beim Betrachten eines Videos liefern wir nach.

Vorinstallierte & zusätzliche Apps

Durch die Ersteinrichtung von WLAN und E-Mail führt ein leicht verständlicher Assistent. Einige Apps sind bereits vorinstalliert, zum Beispiel Audio-/Video-Player, Bildbetrachter, E-Book-Reader (epub-Format), Facebook, Mail, Twidroid (Twitter-Tool), Rechner, Adressbuch, Kalender, Wecker und Browser. Ein PDF-Betrachter fehlt. Flash wird erst ab Android 2.2 unterstützt. Über die App "WebVideos" kann man sich aber auch jetzt schon YouTube-Videos anschauen. Weitere kostenlose Apps erhalten Sie aus einem speziellen 1&1-Store. Den normalen Android-Market verschließt Google vor Tablet-PCs, da nicht sichergestellt ist, dass alle Apps darauf laufen. Deshalb befinden sich im 1&1-Store bisher nur eine Handvoll kostenloser Anwendungen. Der Bestand soll jedoch zügig erweitert werden. Experimentierfreudige Anwender können alternative Android-App-Verzeichnisse wie AndAppStore, SlideMe und HandMark nutzen.

Das SmartPad kann auch auf Multimedia-Dateien zugreifen, die im lokalen Netz auf UPnP-fähigen Geräten liegen, zum Beispiel auf einer Netzwerkfestplatte, auf einem an die Fritzbox angeschlossenen USB-Speicher oder auf einem PC, bei dem die Dateien per Windows Media Player freigegeben sind.

Welche Dateitypen das SmartPad unterstützt, erfahren Sie auf der letzten Seite dieses Tests. Internet-Telefonie ist mangels Mikrofon und Mikrofon-Anschluss nicht möglich.

Der Sound wird entweder über die internen Lautsprecher oder über einen Kopfhörer wiedergegeben. An die Klinkenbuchse lässt sich alternativ eine Stereoanlage anschließen. Noch komfortabler wird es mit der optional erhältlichen Docking-Station mit Fernbedienung und separatem Anschluss für die Musikanlage.

Geschwindigkeit & Fazit

Die Geschwindigkeit des 1&1 SmartPad hat uns nicht überwältigt: Menü-Animationen ruckeln, Web-Seiten laden trotz schnellem Online-Zugang recht behäbig. Bis die Homepage von PC-WELT komplett aufgebaut war, dauerte es 38 Sekunden, bei der von Spiegel Online 31 Sekunden. Das liegt zum einen am nicht gerade großzügig dimensionierten Prozessor und Speicher, zum anderen aber auch an Android 1.6. Android 2.2 soll einige Geschwindigkeits-Verbesserungen bringen. Bis 1&1 die neue Version an das Gerät angepasst hat, wird es jedoch bis September dauern. Das Update wird dann kostenlos und automatisch per WLAN eingespielt. Wir werden das 1&1 SmartPad dann erneut testen und berichten, wie viel schneller es geworden ist.

Die Abmessungen des 1&1-SmartPads: 19,7 x 13 x 22 Zentimeter. Es wiegt circa 465 Gramm, also rund die Hälfte des iPads. Das ist sehr angenehm, denn ein Nachteil des iPads ist dessen Gewicht.

Zum Preis: Das 1&1-SmartPad gibt es zu neuen DSL-Anschlüssen im Tarif "1&1 Doppel-Flat 16.000" mit zweijähriger Laufzeit kostenlos dazu, wenn man dafür auf die 150 Euro Startguthaben verzichtet. Bestandskunden sollen es ab Mitte Juli für 299 Euro kaufen können.

Fazit: Das 1&1 SmartPad besitzt bei der jetzigen Leistungsfähigkeit, basierend auf Android 1.6, ein angemessenes Preis-/Leistungsverhältnis. Allerdings nur, wenn man den rechnerischen Neukunden-Preis von 150 Euro zugrunde legt. Wer als Bestandskunde 299 Euro dafür zahlen muss, sollte sich zweimal überlegen, ob er nicht lieber 200 Euro drauflegt und sich ein Apple iPad kauft. Davon abgesehen werden in diesem Jahr voraussichtlich noch einige weitere Tablet-PC-Modelle auf Android-Basis im Preisbereich zwischen 200 und 500 Euro den Handel kommen.

Ausführliche technische Daten

- Datenblatt des 1&1 SmartPad:

Hardware
• 7 Zoll LED-Touch-Display (Auflösung 800 x 480)
• 500 MHz ARM11 Prozessor
• Integriertes WLAN IEEE 802.11b/g/n
• 256 MB DDR RAM, 1 GB Flashspeicher
• Lichtsensor
• Bewegungssensor
• Infrarot-Sender
• 2.500 mAh Lithium-Ionen-Akku
• Abmessungen: 19,6 x 13 x 2,2 cm
• Gewicht: rund 470 Gramm

Schnittstellen
• Micro-USB-Anschluss nach UCS-Standard für Netzteil
• USB 2.0
• SD-Karten-Slot
• 3,5 mm Klinke Audioausgang
• System-Konnektor (zum Anschluss der Docking-Station)

Unterstützte Audioformate
• MP3, AAC, WAV

Unterstützte Videoformate und Container
• H.264, MPEG4 (XVID)
• ASF, AVI, MP4, MOV, MKV

Unterstützte Bildformate
• JPG, GIF, PNG, BMP

Funktionen
• Android Betriebssystem
• Web-Browser
• E-Mails lesen und schreiben und beliebige E-Mail-Konten verwalten (IMAP und POP3)
• Social-Community-Anbindung (z.B. Facebook, Twitter)
• UPnP-Steuerzentrale für eigene Inhalte (Bilder, Musik und Video)
• Musikwiedergabe per Kopfhörer, über integrierte Lautsprecher oder als Musik-Station in Verbindung mit der Dockingstation mit integriertem Subwoofer
• Audio/Video/Bilder-Verwaltung
• Ebook-Reader
• Vorinstallierte Apps: 1&1 Musik-, Bilder- und Videoplayer, 1&1 (Online-) Adressbuch, 1&1 Control-Center, 1&1 Market, uvm.
• Erweiterbar durch Apps
• Fernsteuerung diverser 1&1 Geräte
• WLAN-Einrichtung auf Knopfdruck (WPS)
• Schnelles WLAN (IEEE 802.11b/g/n) mit bis zu 300 MBit/s
• Automatisches Update über Internet
• Integrierter verstellbarer Standfuß
• Stromsparender ECO-Modus

Mitgeliefertes Zubehör
• Externes Netzteil
• Reinigungstuch
• Bedienungsanleitung

- Datenblatt der 1&1 SmartPad-Station (optionales Zubehör):

Hardware/Schnittstellen
• System-Konnektor
• Infrarot-Empfänger
• Subwoofer
• Micro-USB-Anschluss nach UCS-Standard
• 2x Cinch (Audioausgang)
• Abmessungen: 14,36 x 6,6 x 7,45 cm

Mitgeliefertes Zubehör
• Infrarot-Fernbedienung inkl. Batterie (12 Tasten zur Steuerung der Multimedia-Funktionen)
• Bedienungsanleitung

Funktionen
• Lade- und Standvorrichtung für das 1&1 SmartPad
• Subwoofer zur verbesserten Musikwiedergabe
• Audioausgänge zur Verbindung mit einer Stereoanlage

Quelle: In Zusammenarbeit mit http://www.pcwelt.de
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