Weltraumbrötchen, Kohlefaser-Akku & Sat-Massenproduktion

Weltraumbrötchen, Kohlefaser-Akku & Sat-Massenproduktion
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Weltraumbrötchen, Kohlefaser-Akku & Sat-Massenproduktion

 © Nasa/Bake in Space
19.05.2017 - 11:00 Uhr

Das DLR hat die Gewinner des diesjährigen, zweiten INNOspace Wettbewerbs bekanntgegeben. Unter dem Motto "Satellite 4.0" suchten die Veranstalter bei kleinen und mittleren Unternehmen, akademischen und nicht-akademische Forschungseinrichtungen nach Ideen,

im Kontext der New Space Economy und Industrie 4.0, zu generativen Fertigungstechnologien, neuen Wertschöpfungsketten, intelligenten Bauteilen und Komponenten sowie Standardisierung von Prozessen und Schnittstellen. Der Wettbewerb umfasst gegenwärtig drei Kategorien: Vorwettbewerbliche Phase (DLR RFM), Anlaufphase (ESA BIC) und Einsatz- bzw. Integrationsphase (Airbus D&S).

Die Gewinner sind in der Kategorie DLR Raumfahrtmanagement Challenge:

  1. Das Projekt Wall#E der TU Braunschweig, bei denen Faserverbundstrukturen als Energiespeicher für Satelliten entwickelt wurden,
  2. der Strukturendrucker des Fraunhofer IST, mit dem Satelliten um bis zu 20 Prozent leichter und bis zu 50 Prozent günstiger hergestellt werden können, und
  3. die Fließfronterkennung mit faseroptischen Sensoren im rotierenden Infusionsprozess großer CFK-Bauteile des Fraunhofer LBF. Wiebittewas*

Die Gewinner sind in der Kategorie Airbus Defence & Space** Challenge

  1. das Projekt MSP für Fortgeschrittene modulare Kleinst-Satellitenproduktion des Zentrum für Telematik (ZfT), bei dem Mensch und Leichtbauroboter gemeinsam Satelliten fertigen,
  2. das Projekt SPUTNIC-Piezo zur Eliminierung von Unwuchten an Reaktionsrädern durch intelligente Regelung von Piezoaktoren des Institut für Mechatronische Systeme im Maschinenbau (IMS) der TU Darmstadt, das Unwuchten in schnelldrehenden Rädern in Satelliten mindern soll, und
  3. das Projekt iBus – Standard Intermediate Power Bus Interface der SPACE IC GmbH, das ein Standard-Interface zur Stromversorgung entwickeln will, um Komplexität und Kosten zu senken.

Die Gewinner sind in der Kategorie ESA BIC Start-up Challenge

  1. das Projekt Bake in Space der Bake in Space GmbH soll "frisch zubereitetes Brot bzw. ein typisch deutsches Brötchen an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) in der Schwerelosigkeit produzieren", samt "raumqualifizierter Ofen zum Backen einer für die Weltraumumgebung geeigneten Teigmischung,
  2. das Projekt MESA zur Verbesserung des europäischen Zugangs zum Weltraum der Levity Space Systems, das mithilfe "der ersten modularen und stapelbaren Satellitenstruktur in Europa, [...] Startmöglichkeiten für Mikrosatelliten, In-Orbit-Demonstrationen und die Unterbringung von Experimenten ermöglich[en]" soll, und
  3. die mehrzweckfähige, schwimmende Plattform für senkrechtstartende Flugkörper des RML Spacelab aus Dänemark für "nicht-zertifizierte Versuchsraketen, Raumflugkörper und Stratosphärenballons" mit dem auch mittelständische Unternehmen, Forschungsinstitut und Universitäten mal eben "Testraketen, Stratosphärenballons und Raumflugkörper" ausprobieren können.

* Gemeint ist damit übrigens die Herstellung Raketenteilen im Vakuuminfusionsverfahren, bei dem Kohlenstofffasern (CFK) "trocken auf eine Form gewickelt und anschließend mit Harz getränkt werden". Beim abschließenden Verbacken dieser Mischung müssen Sensoren die Harzverteilung überwachen.

** Leider machen neben dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, dem Business Incubation Centre der ESA und dem Anwendungszentrum Oberpfaffenhofen (AZO) mit Airbus Defense & Space auch ein Waffenhersteller. Es wird leider noch eine Weile dauern, bis der Weltraum auch unbewaffnet gedacht werden kann. Dafür wäre mal einmal ein Wettbewerb nützlich.

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