Android-Smartphone übermittelte Standort 340 Mal am Tag

Google soll übermäßig Daten über Smartphones mit seinem
Android-System sammeln.
Bild 1 von 1

Google soll übermäßig Daten über Smartphones mit seinem Android-System sammeln.

 © Sebastian Gollnow
21.08.2018 - 19:55 Uhr

Google sieht sich zunehmend Vorwürfen ausgesetzt, der Internet-Konzern sammele übermäßig Daten über Smartphones mit seinem Android-System.

Washington (dpa) - So ergab eine wissenschaftliche Studie unter anderem, dass selbst ein nicht bewegtes Android-Telefon mit im Hintergrund aktiven Chrome-Webbrowser innerhalb von 24 Stunden 340 Mal Ortungsdaten an Google übermittelt habe. Auch habe die Analyse ergeben, dass Google anonymisiert erhobene Informationen mit persönlichen Daten von Nutzern verknüpfen könne, erklärte Professor Douglas Schmidt von der Vanderbilt University.

Ein Google-Sprecher kritisierte beim TV-Sender CNN ohne konkrete Details, die Studie enthalte stark irreführende Informationen. Sie sei von einer Lobbygruppe in Auftrag gegeben und von einem Wissenschaftler geschrieben worden, der im Gerichtsverfahren zwischen Google und Oracle als Zeuge des Geschäftssoftware-Spezialisten aufgetreten sei. Die Untersuchung war von der Verleger-Organisation "Digital Content Next" veröffentlicht worden.

Google hatte bereits vergangene Woche seine eigenen Angaben zur Sammlung von Ortungsdaten präzisiert. Ursprünglich entstand der Eindruck, dass keine Ortungsdaten mehr gesammelt würden, wenn die Funktion "Standortverlauf" deaktiviert wird. Nun heißt es, dass durch andere Dienste wie Suche oder Karten auch dann noch weiterhin Ortungsdaten bei Google landen könnten. Die Änderung fiel mit einem entsprechenden Bericht der US-Nachrichtenagentur AP zusammen. Die Datenschutz-Organisation EPIC wies die Aufsichtsbehörde FTC deshalb darauf hin, dass Google aus ihrer Sicht Datenschutz-Auflagen aus dem Jahr 2011 verletzt habe und forderte Konsequenzen.

Am Freitag wurde deswegen zudem eine potenzielle Sammelklage gegen Google am Bundesgericht in San Francisco eingereicht. Darin wird dem Unternehmen Irreführung und Verletzung der Privatsphäre von Nutzern vorgeworfen, weil gegen deren Willen Standortdaten ermittelt und abgespeichert werden. Google hat nun 21 Tage Zeit, auf die Anschuldigungen zu reagieren. Hinter der Klage steht die Kanzlei Lieff Cabraser Heimann & Bernstein, die bereits anderen Großkonzernen wie etwa Volkswagen im "Dieselgate"-Skandal zu schaffen machte.

Quelle: dpa-infocom GmbH
Top-Themen
Ein Sicherheitsexperte stößt im Netz auf Hunderte Millionen E-Mail-Adresse und Passwörter. Collection #1 bündelt ...mehr
Die Themen Systemschutz, Schutz der Privatsphäre und Cyberkriminalität sind brandaktuell. Wir stellen Ihnen die besten ...mehr
Je nach Ausstattung und Rechenleistung kosten Notebooks zwischen 200 und 2.000 Euro. Wer ein zukunftssicheres Gerät ...mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Gaming
Wie gewohnt geht es im Juli in Sachen Games deutlich gemütlicher zu, als im Frühjahr oder Herbst. Doch auch in den kommenden Wochen erscheinen einige vielversprechende Titel - so ...mehr
Highlights
Anfang 2019 ist Android 9.0 das Maß aller Dinge. Wir zeigen Ihnen, welche Geräte in absehbarer Zeit Updates erhalten.mehr
Das Smartphone ist häufig überladen von unzähligen Applikationen. Doch eine ist beinahe auf jedem Gerät zu finden: WhatsApp! Der Instant-Messaging-Dienst ist mit 1,5 Milliarden ...mehr
Anzeige