Barley kritisiert Facebook in Affäre um Cambridge Analytica

04.06.2018 - 09:57 Uhr

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hat das Verhalten von Facebook nach der Affäre um mutmaßlichen Datenmissbrauch kritisiert. Die Konsequenzen aus dem Fall um die britische Firma Cambridge Analytica seien "noch nicht genügend gezogen worden", sagte Barley am Montag beim Treffen der EU-Justizminister in Luxemburg. So sei immer noch unklar, "inwieweit zum Beispiel auch europäische und deutsche Nutzerinnen und Nutzer betroffen sind".

Es gebe "immer noch Anlass zur Sorge, wie sich Facebook verhält", sagte Barley weiter. So sei die Einführung von Gesichtserkennung durch den Konzern "nicht gerade eine vertrauensbildende Maßnahme".

Die EU-Justizminister beraten auf Initiative Barleys am Montag erstmals über die Datenmissbrauchsaffäre bei Facebook. Dem Unternehmen zufolge waren Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern bei Cambridge Analytica gelandet. Sie sollen unter anderem unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein.

EU-Justizkommissarin Vera Jourova warnte vor der Wahlbeeinflussung über Methoden des Online-Marketings auch in Europa. Der Fall von Cambridge Analytica zeige, "dass es Wege geben könnte, den freien Wahlprozess zu gefährden", sagte sie in Luxemburg.

Facebook hatte zunächst angegeben, durch die Affäre um Cambridge Analytica könnten auch bis zu 2,7 Millionen europäische Nutzer betroffen sein, davon bis zu 310.000 in Deutschland. Ende Mai hatte das Unternehmen dann erklärt, es seien bisher keine Beweise dafür gefunden worden, dass Daten europäischer Nutzer an Cambridge Analytica weitergeleitet worden seien.

Barley bekräftigte auch ihre Forderung nach einer Offenlegung von Algorithmen durch Internet-Konzerne. Durch die Computerberechnungen würden "Menschen in Schubladen gesteckt" und etwa "als insolvent oder als schwieriger Mieter" eingestuft, sagte die SPD-Politikerin. Es sei deshalb "wichtig, dass sowohl die Staaten als auch die Betroffenen selbst wissen, nach welchen Kriterien das erfolgt".

Quelle: 2018 AFP
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