Effekte endlich digital

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Effekte endlich digital

Nach dem Aufschwung der Spezialeffekte im Film hielt der Computer Einzug auch hinter den Kulissen Hollywoods - zunächst jedoch kaum beachtet.

Im gestrigen Rätsel haben wir nach der Entwicklung der Apple-Aktie gefragt. Hier der Rechenweg: Der Tageshöchstkurs vom 13. Oktober 1994 stand laut Yahoo Historical Prices bei 42,88 Dollar. Für 1.000 Dollar konnte man demnach 23 ganze Aktien kaufen. Das 2:1- Splitting am 21. Juni 2000 machten daraus 46 Anteile, das zweite 2:1-Splitting am 28. Februar 2005 immerhin schon 92. Der Tagesschlusskurs vom 5. November lag bei 103,30 Dollar pro Aktie, das ergibt also bei 92 Anteilen die stolze Summe von 9.503,60 Dollar. Nicht beachtet zu werden brauchten die fünf Dividenden von jeweils 3 Cent pro Aktie vor dem ersten Splitting, sowie die Steuergesetze. Die dritte Antwort war also die richtige: Man hätte Apple-Aktien zwischen 9.500 und 10.000 Dollar im Depot. Wer nun über eine Zeitmaschine verfügt, begibt sich sicherlich zum Datum 27. Dezember 2007 und versilbert seine Apple-Aktien zum Allzeithoch von 202,96 Dollar und holt dabei fast 19.000 Dollar aus den 92 Wertpapieren.

Die zweite Welle der Effekt-Revolution

Hinter dem Adventskalendertürchen vom 7. Dezember waren wir wenig auf die Spezialeffekte in Filmen eingegangen. Am Ende des Artikels haben wir darauf hingewiesen, dass in den 80ern, sozusagen der ersten Welle der derzeitigen Effekt-Revolution, nahezu jeder Filmemacher auf analoge Tricks setzte. Das änderte sich in den Neunzigern, mit dem Heranwachsen der Computer zu belastbaren Arbeitstieren konnten die Special-Effects-Verantwortlichen auch entsprechende Rendering-Workloads in kinotauglicher Auflösung bearbeiten (und auf Filmmaterial ausbelichten), eine weitere tricktechnische Revolution stand ins Haus.

Als Kultregisseur Steven Spielberg mit der Arbeit zu Jurassic Park (zur Romanvorlage des jüngst verstorbenen Michael Crichton) begann, war Animation im Kino noch keine wirkliche Option. Stattdessen ließ Spielberg an aufwendigen Stop Motion-Animationen basteln. Hierbei werden Puppen Bild für Bild mit der Filmkamera fotografiert und zwischen den Aufnahmen immer ein Stückchen bewegt. Was bei den Effekten von Ray Harryhausen, der diese Technik schon in den 1940ern revolutioniert hatte und deren Standard bis zur Gründung von ILM definierte, noch als Nonplusultra angesehen wurde (nicht umsonst heißt das begehrte Luxusrestaurant aus Die Monster-AG augenzwinkernd " Harryhausen’s "), wirkte in den 1990ern irgendwie nicht mehr frisch und jung genug. Doch die computergenerierten Filme waren auch nicht unbedingt das, was man sich auf der Kinoleinwand vorstellen konnte. Hier zwei Testaufnahmen mit Stop Motion, die für Jurassic Park aufgenommen wurden: Ein laufender T-Rex, und die Küchenszene mit den Raptoren. Man sieht, dass die abgehackten, ruckeligen Bewegungen (der Saurier, nicht der Kinder) unrealistisch wirken. Dann sah Spielberg einen digitalen Animationstest für den T-Rex und war nach nur wenigen Sekunden überzeugt. Der Rest ist Filmgeschichte - auch wenn Jurassic Park nicht unbedingt der dramaturgisch beste Film aller Zeiten war.

Jurassic Park: Pionier des Digitalen

Die Animationen wurden übrigens mit dem Amiga Video Toaster gestaltet, dann von Silicon Graphics Indigo Workstations gerendert. Ungefähr so kann man sich einen frühen technischen Arbeitsplatz in Hollywood vorstellen - man beachte auch den Apple-Aufkleber.

Übrigens wurden nicht alle Saurierszenen von Jurassic Park computeranimiert, so ist der Kopf des T-Rex, wie er hungrig durch das Autofenster hineinschaut, aus einem Gerippe mit Latexschaum gefertigt. Der Schaum saugte sich jedoch beim strömenden Film-Regen so sehr voll Wasser, dass das Modell kaum noch zu heben, geschweige denn zu kontrollieren war.

Dreh- und Angelpunkt der Handlung im Film ist jedoch der Totalausfall der Sicherheit des Parks, die vom verantwortlichen Techniker sabotiert wurde. Wer erinnert sich nicht an die sympathische "Access Denied"-Meldung, die nicht nur Samuel L. Jackson zum Staunen brachte? Dabei musste der Ausfall manuell herbeigeführt werden, denn natürlich werden auch Macs in Jurassic Park eingesetzt: Es handelt sich hierbei um Quadra-700-Systeme. Im vierten Aufguss, der für 2010 erwartet wird, dürften es mächtigere Rechner sein, hoffentlich auch wieder ein paar Macs darunter.

Nicht unerwähnt bleiben sollte noch die Entstehungsgeschichte des dem Film zugrunde liegenden Romans: Die Idee, Saurier-DNS aus deren Blut zu gewinnen, das in Mücken, die in Bernstein konserviert sind, enthalten sein muss, ist keineswegs an den Haaren herbeigezogen. Geistiger Vater der Paläogenetik ist Professor Svante Pääbo von der Universität Uppsala, der bereits 1985 DNS aus einer Mumie isolieren konnte. Ob echte Saurier jemals wieder unter der Sonne wandeln werden, muss man aus heutiger Sicht jedoch stark bezweifeln.

Zur Quizfrage: Der Techniker (die Figur, nicht der Schauspieler), der in Jurassic Park die Sicherheitssysteme sabotiert, heißt:

Dennis Nedry John Hammond Ray Arnold

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Quelle: Copyright (C) www.macwelt.de
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