Gutachten sieht Probleme bei Bund-Google-Kooperation

Ein Gutachten sieht einen möglichen Verstoß gegen die
Pressefreiheit in der Kooperation der Bundesregierung mit Google
bei Gesundheits-Informationen.
Bild 1 von 1

Ein Gutachten sieht einen möglichen Verstoß gegen die Pressefreiheit in der Kooperation der Bundesregierung mit Google bei Gesundheits-Informationen.

 © Matt Rourke

Die Bundesregierung will zusammen mit Google verlässliche Gesundheits-Informationen aus seriösen Quellen besser im Netz sichtbar machen. Verstößt das möglicherweise gegen die Pressefreieheit?

Berlin (dpa) - Die auf Google bevorzugte Darstellung eines Gesundheitsportals des Bundes bei Suchergebnissen könnte nach einem Gutachten problematisch für die Pressefreiheit sein.

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages kommt in dem Gutachten, das der dpa am Freitag vorlag und über das die Zeitung "Bild" zuerst berichtete, zum Ergebnis: Das Betreiben eines Gesundheitsinformationsportals des Bundesgesundheitsministeriums stelle allein noch keinen ungerechtfertigten Eingriff in die Pressefreiheit dar. "Eine Kooperation mit Google, die faktisch zur Monopolstellung eines solchen Portals führen würde, könnte dagegen einen ungerechtfertigten Verstoß gegen die Pressefreiheit und insbesondere gegen das Gebot der Staatsferne bedeuten."

An anderer Stelle wird zugleich betont, dass das Ganze vom künftigen Nutzerverhalten und damit möglichen Konsequenzen für Gesundheitsportale von Verlagen als Konkurrenzangeboten abhänge. Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki hatte das Gutachten in Auftrag gegeben. Der Bundestagsabgeordnete betonte: "Wenn wir es einmal zulassen, dass seriöse private Medien mit viel Steuergeld von staatlichen journalistischen Angeboten verdrängt werden, weichen wir elementare Prinzipien unserer freien, pluralistischen Gesellschaft auf."

Das Landgericht München untersagte bereits am 10. Februar vorläufig die Kooperation zu dem Portal gesund.bund.de. Die Urteile zu einstweiligen Verfügungen sind noch nicht rechtskräftig. Der Medienkonzern Burda hatte über sein Tochterunternehmen, das Gesundheitsportal netdoktor.de, geklagt.

Die hervorgehobenen Infoboxen bei einer Google-Suche, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im November vorgestellt hatte, sind inzwischen nicht mehr zu sehen, wenn man zum Beispiel nach dem Begriff Migräne sucht. Am Freitagabend bestätigte Google auf dpa-Anfrage, dass keine sogenannten Knowledge Panels (Infoboxen) zu Krankheitsbildern mehr mit Verweis auf das Nationale Gesundheitsportal angezeigt werden.

Mit dem Portal beschäftigen sich derzeit auch die Medienregulierer in Deutschland. Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein stieß Mitte Dezember ein internes Verfahren gegen Google an. Es wird geprüft, ob durch die prominente Darstellung andere journalistisch-redaktionelle Angebote aus dem Themenbereich Gesundheit diskriminiert werden. Härteste Sanktion könnte sein, dass Google das Angebot nicht bevorzugt präsentieren darf. Der Konzern hätte dann die Möglichkeit, gegen die Entscheidung vor Gericht zu ziehen. Der Bund ist nicht Verfahrensgegner.

Quelle: dpa-infocom GmbH
Top-Themen
Eine Verbindung ins Internet ist nur eine von vielen Leistungen, die eine Fritzbox bietet. Wir stellen einige Features ...mehr
Ein Inhaltsverzeichnis mit Microsoft Word zu erstellen, ist nicht schwer. Word kümmert sich um die Formatierung und ...mehr
Seit Juni 2017 entfallen in den 27 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen die Roaming-Gebühren. Daran ...mehr
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.