Intel-Chef geht wegen Sicherheitslücke in die Offensive

Die Auswirkungen der massiven Sicherheitslücke in
Computer-Prozessoren sind Intel-Chef Brian Krzanich zufolge durch
eine "bemerkenswerte" Zusammenarbeit in der Technologiebranche
eingegrenzt worden.
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Die Auswirkungen der massiven Sicherheitslücke in Computer-Prozessoren sind Intel-Chef Brian Krzanich zufolge durch eine "bemerkenswerte" Zusammenarbeit in der Technologiebranche eingegrenzt worden.

 © MANDEL NGAN - AFP
09.01.2018 - 11:57 Uhr

Nach der Entdeckung der massiven Sicherheitslücke in Computer-Prozessoren und angesichts möglicher Sammelklagen geht Intel in die Offensive. Konzernchef Brian Krzanich versicherte am Montag, bislang deute nichts darauf hin, dass es durch die Schwachstellen zu Datenverlust gekommen sei. Die Auswirkungen seien durch eine "bemerkenswerte" Zusammenarbeit in der Technologiebranche eingegrenzt worden. Mehrere US-Kanzleien bereiten nach eigenen Angaben bereits Sammelklagen gegen Intel vor.

Krzanich trat vor Eröffnung der Elektronikmesse CES in Las Vegas vor die Öffentlichkeit. Er beteuerte, die Sicherheit sei oberstes Gebot für Intel und die gesamte Branche. Vorrangiges Ziel sei es, "die Daten unserer Kunden zu sichern".

In den kommenden Tagen sollen für 90 Prozent der Intel-Produkte Updates verfügbar sein, für die restlichen bis Ende Januar. Krzanich rief alle Computer-Nutzer auf, Updates so schnell wie möglich zu installieren.

Am Mittwoch vergangener Woche war bekannt geworden, dass zahlreiche Prozessoren von Intel sowie auch Chips der Hersteller AMD und ARM von der Schwachstelle betroffen sind. Dadurch ist es möglich, sensible Informationen wie etwa Passwörter, Verschlüsselungen oder Daten aus Programmen auszulesen. Intel erklärte daraufhin, es arbeite gemeinsam mit AMD und ARM daran, einen industrieweiten Ansatz zur schnellen und konstruktiven Lösung des Problems zu entwickeln.

Sicherheitsexperten befürchten indes, dass trotz der Updates noch längere Zeit verwundbare Systeme im Umlauf sein könnten - etwa weil nicht alle Rechner oder Smartphones mit aktuellen Betriebssystem-Versionen ausgestattet seien.

In den USA kündigten am Montag vier Kanzleien an, sie untersuchten Vorwürfe, dass Intel "irreführende Informationen an die Öffentlichkeit" gegeben haben könnte. Vorbereitet würden Sammelklagen für Investoren, die Verluste erlitten haben könnten.

Unter die Lupe nehmen wollen Anwälte auch einen millionenschweren Aktienverkauf Krzanichs vom November - Monate, nachdem Intel von Google auf die Sicherheitslücke aufmerksam gemacht worden war. Krzanich verkaufte am 29. November Aktien und strich 25 Millionen Dollar ein, wie das "Wall Street Journal" berichtete. Demnach dürfte das Geschäft Fragen von Aufsichtsbehörden nach sich ziehen. Intel wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren.

Quelle: 2018 AFP
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