Jeder zweite Internetnutzer wurde zuletzt Opfer von Cyberkriminalität

Jeder zweite Internetnutzer ist in den vergangenen zwölf Monaten
Opfer von Cyberkriminalität geworden. Dazu gehörten etwa
Schadsoftware auf Computern und geknackte Zugangsdaten von
Portalen, erklärte der Branchenverband Bitkom.
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Jeder zweite Internetnutzer ist in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von Cyberkriminalität geworden. Dazu gehörten etwa Schadsoftware auf Computern und geknackte Zugangsdaten von Portalen, erklärte der Branchenverband Bitkom.

 © Ralf Hirschberger - dpa/AFP/Archiv
10.10.2017 - 11:40 Uhr

Jeder zweite Internetnutzer ist in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von Cyberkriminalität geworden. Wie der Branchenverband Bitkom am Dienstag mitteilte, berichteten 49 Prozent in einer Befragung, dass sie unter anderem erlebt hätten, dass ihr Computer mit Schadprogrammen infiziert wurde, Zugangsdaten zu Portalen geknackt oder sie bei Online-Käufen betrogen wurden. Mit 43 Prozent war demnach eine Angriff mit Schadprogrammen das häufigste Delikt.

Einige Nutzer berichteten auch von massiven Beleidigungen und sexueller Belästigung im Netz. In 54 Prozent der Fälle von Cybercrime entstand ein finanzieller Schaden. Die Bereitschaft, eine Versicherung gegen Cyberkriminalität abzuschließen, ist der Befragung zufolge allerdings gering: Nur sechs Prozent gaben an, sie würden auf jeden Fall eine Police abschließen oder besäßen bereits eine, 13 Prozent können sich das vorstellen. Befragt wurden 1017 repräsentativ ausgewählte Internetnutzer ab 14 Jahren.

Internetnutzer sollten sich mit aktuellen Virenscannern und Firewalls schützen, riet Bitkom-Präsidiumsmitglied Winfried Holz. "Zugleich muss aber auch das Wissen der Nutzer über mögliche Angriffe im Netz und Schutzmöglichkeiten verbessert werden." Außerdem sollten sich Opfer von Cybercrime an die Behörden wenden, mahnte Holz. Bei allen Landeskriminalämtern gebe es inzwischen eine Ansprechstelle für Cyberkriminalität.

Allerdings gaben 65 Prozent der Befragten an, nach den Vorfällen überhaupt nichts unternommen zu haben. Einer der Hauptgründe ist demnach die geringe Hoffnung auf Hilfe und Erfolg. Nur 18 Prozent der Opfer erstatteten Anzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft, 16 Prozent wandten sich an die jeweiligen Betreiber von Portalen, elf Prozent schalteten Beratungsstellen wie Verbraucherzentralen ein. Bitkom forderte eine bessere Ausstattung der staatlichen Stellen.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) drängte Politik und Wirtschaft dazu, das Thema Cybersicherheit ernster zu nehmen. Sicherheit im Netz sei "entscheidend für den Erfolg der digitalen Gesellschaft und von Industrie 4.0", erklärte BDI-Präsident Dieter Kempf. Er bezog sich vor allem auf Unternehmen, die immer wieder Opfer von Cyberkriminalität sind. Der Standort Deutschland müsse an dieser Stelle widerstandsfähiger gegen Attacken gemacht werden, forderte er.

Quelle: 2017 AFP
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