Macworld Expo: iLife 09, iWork 09, Macbook Pro 17 Zoll, iTunes ohne DRM

Macworld Expo
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Macworld Expo

 
06.01.2009 - 20:27 Uhr von Peter Müller

Die letzte Apple-Keynote zur Eröffnung der Macworld Expo hat den Erwartungen der Pessimisten entsprochen. Steve Jobs’ Stellvertreter Phil Schiller stellte in den 90 Minuten lediglich neue Versionen der Programmpakete iLife 09 und iWork 09 vor sowie das längst fällige Macbook Pro 17 Zoll. Einziges Highlight: iTunes kommt nun ohne DRM - aber mit Preisstaffelung.

Die Erwartungen der Szene reichten von spektakulären Neuigkeiten zu Macs, Macbooks und iPhones bis hin zu einer faden Veranstaltung, die nur ein kümmerlicher Abglanz früherer Keynotes werde. Die Skeptiker haben eher Recht behalten als die Optimisten, die von einem Quad-Core-iMac, einem iPhone Nano und einem Table-Mac träumten.

Apples Marketingchef Phil Schiller sprach diesmal in einem nur zu zwei Dritteln gefülltem Saal, in dem sich die Begeisterung in Grenzen hielt. Viele Neuigkeiten hatte Schiller, der bei der letzten Gelegenheit auf der Macworld Expo Steve Jobs vertreten musste, nicht zu präsentieren. An Hardware zeigte Schiller lediglich das längst erwartete Macbook Pro 17 Zoll, dessen Gehäuse nun wie die der im Oktober 2008 vorgestellten 13- und 15-Zoll-Macbooks (Pro) aus einem Stück gefertigt sind. Der neue 17-Zöller soll laut Schiller immerhin neue Maßstäbe in Sachen Akkulaufzeit setzen, die fest verlötete Batterie garantiere Laufzeiten bis zu acht Stunden und lasse sich bis zu 1000 Mal wieder aufladen, was für mindestens fünf Jahre reichen soll. Wie das 15-Zoll-Modell kommt der 17-Zöller mit Dual-Grafik und ist optional auch mit einem matten Display erhältlich. Dies kostet jedoch einen Aufpreis von 50 US-Dollar. Mehr zum Macbook Pro 17 Zoll lesen Sie hier.

iLife und iWork

Die längste Zeit seiner Präsentation verbrachte Phil Schiller mit der Vorstellung von iLife 09 und iWork 09. Immerhin bringen die Komponenten der Programmpakete einige interessante Neuerungen. So erhält iPhoto 09 neben einer Gesichtserkennung auch die Möglichkeit des Geo-Taggings. Anwender können auch ohne GPS-fähige Kamera ihren Bildern die Aufnahmeorte zuweisen, dazu greift die Software auf Google-Maps zurück. Deutliche Verbesserungen versprechen die Entwickler in iMovie 09, dessen Vorgänger aufgrund seiner komplett neuen Architektur einigen Unmut auf sich gezogen hatte. Insbesondere beim Editieren von Clips hat Apple mehr Möglichkeiten bereit gestellt, Audiospuren lassen sich nun auch unabhängig vom Videosignal bearbeiten. Ebenso neu sind zahlreiche Übergänge und Effekte. Garageband schließlich richtet sich in seiner neuen Version an Anwender, die das Musizieren mit echten Instrumenten erlernen oder ihre Fähigkeiten verbessern wollen. In HD-Videos zeigt ein Lehrer, wie man Gitarre oder Klavier bedient, Künstler wie John Foggerty oder Norah Jones steuern Lehrvideos bei, in denen sie ihre Songs erklären. Neuerungen in iDVD und iWeb stellte Schiller nicht vor. iLife 09 liegt ab sofort neuen Macs bei, das Upgrade kostet 79 US-Dollar, die Familienpackung mit fünf Lizenzen 99 US-Dollar, iLife 09 ist ab sofort erhältlich. Mehr zu iLife 09 lesen Sie hier.

iWork 09 will Apple immer mehr zu einer Alternative zu Microsoft Office und nun auch zu Google Docs entwickeln. Das Präsentationstool Keynote erhält neben neuen Vorlagen und Übergängen auch die Funktion "Magic Move": Der Präsentator bestimmt den Anfangs- und Endpunkt eines animierten Objektes, die Software erledigt den Rest. Verbessert hat Apple nach eigenen Angaben auch die Zusammenarbeit der iWork-Komponenten. Erstellt man etwa in Numbers ein Diagramm und übergibt es an Keynote, ändert sich das derart eingebettete Grafikobjekt mit den zugrunde liegenden Daten. Der Onlinedienst iwork.com soll der Kollaboration dienen, übergibt man sein iWork-Dokument über das Internet an Kollegen, erhalten diese per Mail eine Benachrichtigung und können nun im Browser der Datei Kommentare hinzufügen oder sie als PDF, Office-Dokument oder eben iWork-Datei herunterladen und weiter bearbeiten. Mehr zu iWork 09, das 79 US-Dollar kostet (49 US-Dollar mit neuem Mac), lesen Sie hier.

iTunes komplett ohne DRM

Neuigkeiten zu iTunes nannte Phil Schiller erst am Schluss seiner eher enttäuschenden Präsentation. In den USA ist Apples Downloadservice nu der größte Musikvertrieb, seit Eröffnung des iTunes Store vor knapp sechs Jahren hat dieser sechs Milliarden Songs verkauft, 75 Millionen Accounts sind weltweit registriert. Mit den großen vier Musikverlagen hat sich Apple nun endlich geeinigt, ab sofort bieten diese ihre Songs ohne DRM als iTunes Plus an. Der Musikindustrie kommt Apple hingegen mit einer neuen Preisstruktur entgegen, Songs sind auch weiterhin für 99 Cent erhältlich, einige jedoch nur für 1,29 US-Dollar, dafür andere für 69 Cent. Flexibler Preis, also ein höherer für aktuelle Werke, war laut Expertenberichten der letzten Jahre ein wichtiges Anliegen für Universal, Time Warner und Sony BMG. EMI verkauft schon seit gut zwei Jahren Songs ohne DRM-Kopierschutz. Bis zum Ende des Quartals wird das komplette Angebot des iTunes Store auf iTunes Plus ohne DRM umgestellt sein, verspricht Phil Schiller. Mehr Details zu iTunes lesen Sie hier.

Jobs im Genesungsurlaub

Apple stellt 2009 letztmals auf der Macworld Expo aus und wird auch der letzten Mac-Messe den Rücken kehren. Die erst in der Woche vor Weihnachten erklärte Absage hatte auch prompt Spekulationen um den Gesundheitszustand von Apple-CEO Steve Jobs ausgelöst. Apple betonten bis gestern stets den Gesamtzusammenhang zwischen Ende des Messe-Engagements und dem Verzicht auf eine Jobs-Keynote, in einem offenen Brief räumt Steve Jobs ein, sich auf seine Gesundung zu konzentrieren. Die Ursache für seine Gewichtsabnahme sei nun gefunden, die Kur begonnen. An seinen Pflichten als Apple-CEO hindere ihn die Genesung nicht. Er freue er sich, erstmals seit 12 Jahren die gesamten Weihnachtsferien mit seiner Familie verbracht zu haben, anstatt sich auf die Keynote vorzubereiten. Eine Keynote wie diese hätte Steve Jobs jedoch auch zwischen Hauptgang und Dessert des Weihnachtsschmauses erstellen können.

Das Mac-Jahr 2009 wird trotz des zögerlichen Starts einiges parat halten, Aktualisierungen von iMac und Mac Pro stehen an, das Schicksal des Mac Mini ist nach wie vor ungewiss. Neuheiten zum iPhone sind für Mitte des Jahres zu erwarten, iPods wird Apple wohl wieder im Herbst aktualisieren.

Quelle: Copyright (C) www.macwelt.de
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