Metro-Chef Koch räumt Lebensmittel-Lieferdiensten wenig Chancen ein

28.07.2017 - 13:43 Uhr

Der Chef des Metro-Handelskonzerns hat sich skeptisch zu Lieferdiensten für Lebensmittel geäußert. "Ich muss ein bisschen Wasser in den Wein gießen", sagte Olaf Koch am Freitag dem Onlineportal der "Zeit" zur Digitalisierung des Lebensmittelhandels. "Viele Kunden wollen nicht extra für einen Lieferdienst bezahlen."

Die Kosten für den Weg bis zur Haustür des Kunden seien relativ hoch, so dass sich dieses Geschäft häufig nicht lohne. Zuletzt hatte vor allem der Internethändler Amazon seinen Lieferdienst für frische Produkte kontinuierlich ausgebaut. Auch Supermärkte wie Edeka, Rewe und Kaufland bieten online ein Vollsortiment an, außerdem gibt es reine Online-Märkte und kleinere Spezialhändler für Lebensmittel.

Metro-Chef Koch ist indes davon überzeugt, dass vor allem der Preis für die Kunden am wichtigsten ist. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel sei extrem wettbewerbsintensiv, sagte er "Zeit Online". Der Marktanteil der Discounter liege bei über 40 Prozent, viele Kunden achteten also "stark auf die Preise". Auch die Loyalität gegenüber einem bestimmten Einzelhändler sei gering. "Viele Menschen gehen schon wegen ein paar Cent Preisunterschied zum nächsten Supermarkt."

Quelle: 2017 AFP
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