Neue Schwachstelle in zahlreichen Computer-Prozessoren entdeckt

Eine neu entdeckte Schwachstelle in Computer-Prozessoren hat
weltweit Sorge vor möglichen Hackerangriffen auf sensible Daten
geschürt. In Chips von Intel, AMD und ARM seien "ernsthafte
Sicherheitslücken" entdeckt worden, erklärte Google.
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Eine neu entdeckte Schwachstelle in Computer-Prozessoren hat weltweit Sorge vor möglichen Hackerangriffen auf sensible Daten geschürt. In Chips von Intel, AMD und ARM seien "ernsthafte Sicherheitslücken" entdeckt worden, erklärte Google.

 © John MACDOUGALL - AFP/Archiv
05.01.2018 - 11:38 Uhr

Eine neu entdeckte Schwachstelle in Computer-Prozessoren hat weltweit Sorge vor möglichen Hackerangriffen auf sensible Daten geschürt. In Chips der großen Hersteller Intel, AMD und ARM seien "ernsthafte Sicherheitslücken" entdeckt worden, erklärten Sicherheitsexperten von Google am Mittwoch. Hinweise, dass die Schwachstelle bereits ausgenutzt wurde, gibt es bislang aber offenbar nicht.

Intel, dessen Prozessoren weltweit in zahlreichen Computern als Rechenzentralen zum Einsatz kommen, wies am Mittwoch Berichte zurück, wonach lediglich seine Produkte betroffen seien. Das Leck betreffe "im Grunde alle modernen Prozessoren über alle Anwendungen hinweg", sagte Intel-Chef Brian Krzanich dem US-Sender CNBC.

Den Sicherheitsexperten von Google zufolge ist es durch die Lücke potenziell möglich, dass "sensible Informationen" wie etwa Passwörter, Verschlüsselungen oder Daten aus Programmen von Unbefugten ausgelesen werden. Nach Angaben des Internetkonzerns wurden die Google-Systeme mit Updates gegen die Schwachstelle geschützt. Das Unternehmen arbeite mit Hardware- und Softwareherstellern der gesamten Branche zusammen, um beim Schutz der Nutzer zu helfen.

Die Google-Forscher skizzierten zwei mögliche Angriffsszenarien mit den Titeln "Spectre" und "Meltdown", die nach Angaben des Internetkonzerns zahlreiche Chips von Intel, AMD und ARM betreffen. Die Prozessoren von ARM kommen vor allem in Smartphones zum Einsatz.

Intel teilte mit, das Unternehmen arbeite gemeinsam mit AMD und ARM daran, einen "industrieweiten Ansatz" zur schnellen und konstruktiven Lösung des Problems zu entwickeln.

Der Technologieexperte Jack Gold erklärte, er sei in einer Telefonkonferenz mit den drei Chipriesen darüber informiert worden, dass die Hersteller der Auffassung seien, die Sicherheitsbedenken seien überzogen. Die Firmen arbeiteten an Gegenmaßnahmen, nachdem "einige Forscher" einen Weg gefunden hätten, die bestehende Chiparchitektur dazu zu nutzen, in geschützte Speicherbereiche vorzudringen und einige Daten auszulesen.

Der US-Technologieriese Microsoft, dessen Betriebssystem Windows weltweit auf PCs zum Einsatz kommt, kündigte am Mittwoch an, noch am selben Tag ein Sicherheitsupdate zu veröffentlichen, "um Windows-Kunden gegen Verwundbarkeit zu schützen". Zugleich erklärte Microsoft, das Unternehmen habe keine Informationen, dass bislang Daten beeinträchtigt worden seien.

ARM, das zur japanischen Softbank gehört, erklärte, das Unternehmen arbeite gemeinsam mit Intel und AMD daran, potenzielle Probleme "in einigen High-End-Prozessoren, darunter auch einige unserer Cortex-A-Prozessoren" zu beheben. Es bestehe die Möglichkeit, dass im "schlimmsten Fall" Zugriff auf "kleine Mengen an Informationen" erlangt werden könnte.

Der US-Hersteller AMD teilte mit, das Unternehmen gehe aufgrund der unterschiedlichen Architektur bei seinen Chips davon aus, dass das Risiko bei AMD-Prozessoren "nahe Null" tendiere.

Der britische Sicherheitsexperte Graham Cluley äußerte hingegen die Sorge, "dass Angreifer die Lücke auf verwundbaren Systemen ausnutzen könnten, um sich Zugang zu Teilen des Computerspeichers zu verschaffen, die möglicherweise sensible Informationen enthalten". Darunter fielen womöglich "Passwörter, private Schlüssel und Kreditkartendaten".

Der Sicherheitsforscher Tatu Ylonen von der Firma SSH Communications äußerte die Einschätzung, dass die Sicherheitsupdates Wirkung zeigen würden. Es werde jedoch entscheidend sein, alle Netzwerke und Clouddienste auf den neuesten Stand zu bringen.

Intel wies unterdessen Berichte zurück, wonach durch die Behebung der Schwachstelle mit Softwareupdates eine Verlangsamung der Computer von bis zu 30 Prozent drohe. Diese Sorge sei übertrieben, erklärte der Chiphersteller. Für den durchschnittlichen Computernutzer würden die Auswirkungen auf die Rechnerleistung "nicht signifikant" sein und sich über die Zeit weiter abschwächen.

Quelle: 2018 AFP
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