Nutzer verbringen weniger Zeit auf Facebook

Jeden Tag rund 50 Millionen Stunden weniger - so viel ihrer Zeit
haben Facebook-Nutzer dem sozialen Netzwerk zuletzt vorenthalten.
Trotz eines kräftigen Gewinnzuwachses, den Facebook am Mittwoch
verkündete, reagierten Anleger verunsichert.
Bild 1 von 1

Jeden Tag rund 50 Millionen Stunden weniger - so viel ihrer Zeit haben Facebook-Nutzer dem sozialen Netzwerk zuletzt vorenthalten. Trotz eines kräftigen Gewinnzuwachses, den Facebook am Mittwoch verkündete, reagierten Anleger verunsichert.

 © LIONEL BONAVENTURE - AFP
01.02.2018 - 12:03 Uhr

Jeden Tag rund 50 Millionen Stunden weniger: So viel ihrer Zeit haben Facebook-Nutzer dem sozialen Netzwerk zuletzt vorenthalten. Trotz eines kräftigen Gewinnzuwachses, den Facebook am Mittwoch verkündete, reagierten Anleger auf diese Entwicklung verunsichert. Doch in den Augen von Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist die geringere Verweildauer durchaus positiv.

Insgesamt meldete Facebook ein sattes Gewinnplus: Ungeachtet einer hohen Steuerlast und trotz zahlreicher Neueinstellungen stieg der Nettogewinn im vierten Quartal 2017 um 20 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro). Im gesamten Jahr erhöhte sich der Gewinn um 56 Prozent auf fast 16 Milliarden Dollar. Die Zahl der regelmäßigen Facebook-Nutzer lag im vierten Quartal bei 2,13 Milliarden - 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings sank zugleich die insgesamt bei Facebook verbrachte Zeit.

Das soziale Netzwerk befindet sich nach heftiger Kritik derzeit in einer Phase des Umbruchs und will den Fokus seiner Nutzer künftig wieder stärker auf die soziale Kommunikation mit Familienmitgliedern und Freunden lenken. Im vergangenen Jahr war dem Netzwerk unter anderem in Deutschland vorgeworfen worden, nicht wirksam gegen problematische Inhalte wie Hass-Botschaften oder die Verbreitung von Falschnachrichten vorzugehen. Auch in den USA schlägt Facebook Gegenwind entgegen - dort gibt es Vorwürfe, Russland habe über Google, Twitter und Facebook in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingegriffen.

Der Konzern stellte daraufhin viele neue Mitarbeiter ein, um besser gegen problematische Inhalte vorzugehen - die Ausgaben von Facebook stiegen unter anderem auch deshalb von 15,2 Milliarden Dollar im Jahr 2016 auf 20,5 Milliarden Dollar 2017. Außerdem kündigte Facebook im Januar an, den Nutzern künftig bevorzugt "vertrauensvolle" Inhalte etwa von Familienmitgliedern in ihrem Newsfeed anzuzeigen.

In den vergangenen Jahren hätten virale Videos oder Beiträge von Unternehmen in einem Ausmaß zugenommen, das "die Beziehungen verdrängt, die Menschen am meisten schätzen", sagte Zuckerberg bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Wir haben Änderungen vorgenommen, um weniger virale Videos zu zeigen und sicherzustellen, dass die Zeit der Leute sinnvoll verbracht wird." Insgesamt sei durch diese Änderungen die auf Facebook verbrachte Zeit um täglich rund 50 Millionen Stunden reduziert worden.

Zuckerberg sieht darin einen Schritt in die richtige Richtung: "Menschen dabei zu helfen, sich miteinander zu verbinden, ist wichtiger, als die Zeit zu maximieren, die sie auf Facebook verbringen", sagte er. "2017 war ein starkes Jahr für Facebook, aber es war auch ein hartes", erklärte der Facebook-Chef. 2018 wolle sich das Unternehmen darauf konzentrieren, "dass Facebook nicht nur Spaß macht, sondern auch gut für das Wohlbefinden der Menschen und für die Gesellschaft ist".

Facebook-Managerin Sheryl Sandberg erklärte, dass sich für das Unternehmen durch den verstärkten Fokus der Nutzer auf Inhalte von Freunden die Möglichkeiten, Geld zu verdienen, sogar vergrößerten. Facebook finanziert sich vor allem über auf dem Netzwerk geschaltete Werbung.

Anleger reagierten ungeachtet des kräftigen Gewinnzuwachses dennoch verunsichert. Nach der Telefonkonferenz gaben die Facebook-Aktien nachbörslich um mehr als vier Prozent nach. Kurz darauf erholten sich die Kurse allerdings wieder und drehten schließlich leicht ins Plus.

Quelle: 2018 AFP
Kommentare
Top-Themen
Praktisch sind sie ja, aber auch notwendig? Für viele schon. Fast jeder jüngere Internetnutzer will auf Messenger-Apps ...mehr
Weltweit gelten die Deutschen unter anderem als pünktlich, akkurat und versessen auf Datenschutz. Doch was ist dran an ...mehr
Wir haben für Sie zehn Desktop-Wallpaper ausgesucht, die Ihnen den Frühling auf den Computer bringen!mehr
Ähnliche Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige