Seitensprungportal Ashley Madison erfindet sich nach Hackerangriff neu

05.07.2016 - 16:19 Uhr

Nach einem massiven Hackerangriff auf seine Kundendaten im vergangenen Jahr hat das bisherige Seitensprungportal Ashley Madison unter neuer Führung einen Neustart hingelegt. Künftig vermarktet sich Ashley Madison als Datingwebsite für "aufgeschlossene" Kunden, wie das kanadische Mutterhaus Avid Life Media am Dienstag mitteilte. Geschäftsführer Rob Segal und der Vorsitzende James Millership als neues Spitzenduo arbeiteten seit drei Monaten an der Umgestaltung von Mutterhaus und Tochter.

Gleichzeitig räumte Avid Life Media ein, dass es "weibliche" Softwarebots eingesetzt hatte, um männliche Kunden auf das Seitensprungportal zu locken - diese automatischen Programme gaben sich dann bei Chats als Frauen auf der Suche nach einer Affäre aus.

In den USA würden diese Bots seit 2014 und international seit 2015 nicht mehr eingesetzt, hieß es in der Erklärung. Nach dem Hackerskandal hatten einige Medien bereits vermutet, dass die Bots die Existenz von mehr Frauen auf dem Portal vortäuschen sollten.

Eine Hackergruppe hatte vor rund einem Jahr vertrauliche Informationen über rund 32 Millionen Nutzer von Ashley Madison ins Internet gestellt. Da sich die Firma ausdrücklich als Portal für Seitensprünge vermarktete, kam es nach der Veröffentlichung zu Erpressungen und gar zu Selbstmorden.

Inzwischen ist der alte Slogan "Das Leben ist kurz, hab eine Affäre" von der Website verschwunden, stattdessen heißt es nun, bei Ashley Madison gehe es um "alle möglichen Formen des Datings für Erwachsene". Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben zudem verstärkte Anstrengungen zum Schutz vertraulicher Daten unternommen.

Quelle: 2016 AFP
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