Test: LED-Fernseher mit Mac-Anbindung

LED-TVs
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LED-TVs

An aktuellen Fernsehgeräten kann man es erkennen: die IT-Welt und die Wohnzimmer-Unterhaltungselektronik wächst nun doch endlich zusammen. Wir testen aktuelle Flachbildfernseher mit Internet-Funktionalität und Mac-Anbindung.

Die aktuelle Generation von HD-TV-Geräten wartet vor allem mit zwei Eigenschaften auf: sie ist sparsamer dank LED-Beleuchtung und multimedialer dank Netzwerkanschluss. Wir fühlen den aktuellen Modellen der 40- bis 42-Zoll-Klasse von Panasonic, Philips, Samsung und Sony auf den Zahn und wollen einige brennende Fragen klären: können die Geräte einen Computer für den Zugang zum Internet ersetzen? Sind sie als Bildschirm für den Mac geeignet? Kann der integrierte Mediaplayer den spezialisierten Geräten oder einem Mac Paroli bieten?

Eines ist beim ersten Anblick klar. Die Geräte sind eine Augenweide. Dank der LED-Beleuchtung, die bei allen als Edge-LED, also einer Reihe von LED-Lampen am Rand besteht, sind die Geräte nur noch drei bis fünf Zentimeter flach. Sie sind modern - im Fall von Samsung und Sony allerdings mit einer spiegelnden Oberfläche, die vor allem bei hellen Umgebungen Probleme bereitet. In unserem Testwohnzimmer mit seitlichen raumhohen Fenstern ist das aber bei eingeschaltetem Bild kein Thema. Optisch fällt nur der Panasonic mit seinem hausbackenen Plastik-Look auf. Zwar sind die anderen auch aus Plastik - bei Philips sieht es nach gebürstetem Aluminium aus - aber sie sind sehr modern. Besonders chic ist der optionale Alu-Look-Ständer des Sony, der den Fernseher wie eine Skulptur aussehen lässt.

Die Ausstattung kann sich bei allen sehen lassen. Neben einem Mediaplayer für Internet, Bilder, Filme und Musik gibt es einen Netzwerkanschluss (optional WLAN), USB-Ports für Datenträger oder WLAN-Module, Fernsehempfänger für alle wichtigen Übertragungsarten wie Kabel (DVB-C), Antenne (DVB-T) und Satellit (DVB-S2) - letzteres für HDTV. Der Philips hat ihn als einziger nicht eingebaut und kommt mit einem Huckepack-Modul, welches an den HDMI-Port angeschlossen wird und wie ein internes Satellitenmodul in die Benutzerführung eingebunden ist.

Ein Steckplatz für ein HD-plus-Modul gehört ebenfalls dazu, denn nur hiermit sind die HD-Kanäle von RTL, SAT.1, Pro Sieben, VOX und Kabel Eins zu empfangen. Als Besonderheit bringt der Panasonic einen HD-Rekorder mit. Einfach nur eine USB-Festplatte anschließen, konfigurieren und schon kann man Fernsehprogramme aufzeichnen - das ist klasse.

Die Einrichtung

Die Hersteller haben dazu gelernt. Während man früher ein Elektrotechnik-Studium für die Einrichtung eines Fernsehers benötigte, klappt das heute bei fast Jedem. Direkt beim ersten Start - alternativ auch aus einem Menü heraus - startet der Einrichtungsassistent. Mit meist verständlichen Fragen führt er den Nutzer durch die Einrichtung der TV-Sender. Bei Philips navigiert er auch durch die angeschlossenen Geräte, jedoch sind die Fragen bei diesem Punkt nicht so klar. Beim Sony wird man nach der Suche der SAT-Programme (diese sind digital) nach den Digital-Programmen gefragt - gemeint sind Kabel (DVB-C) und Antenne (DVB-T) - das verwirrt.

Sehr schön ist beim Panasonic und Sony, dass die Sender automatisch sortiert werden. So landen ARD HD und ZDF HD ganz oben. Ein Sortieren ist auch nachträglich möglich, aber hier muss man ganz genau ins Handbuch schauen - dieser Vorgang ist nämlich nicht mehr so einfach. Einen Blick ins Handbuch benötigt man dann auch für tiefere Einstellungen wie die Bildeinstellungen. Schwierig wird es für Sony- und Philips-Kunden, denn die beiden Hersteller bieten nur noch ein elektronisches, in die Bedienoberfläche der Fernsehgeräte integriertes Handbuch an.

Die Bedienung

Die Bedienung wirft keine großen Fragen auf. Besonders gelungen ist die "xross media bar" von Sony, die im Stil der Playstation 3 den Benutzer über horizontale und vertikale Menüs führt. Horizontal sind die Hauptmenüpunkte wie Fernsehen oder Video und vertikal beispielsweise die Fernsehsender oder die Videoangebote wie DLNA-Server oder Internetportale wie Youtube angeordnet. Philips hat sich ebenfalls Gedanken über eine vereinfachte Bedienung gemacht und setzt auf eine sehr reduzierte Benutzeroberfläche und eine ebenso reduzierte Fernbedienung.

Dass man mit so wenigen Tasten einen Fernseher bedienen kann, muss man erst wieder neu lernen, ist aber eine Wohltat. Wer im Vergleich hierzu eine Fernbedienung wie die von Samsung in die Hand nimmt, wird erschrecken. Hier begegnet man einer Tastenwüste, die blind nicht mehr zu bewältigen ist. Der moderne Look von Philips und Sony sorgt für eine flotte Bedienung, nur beim Zappen durch die Kanäle muss dann der Sony Federn lassen. Das können gerade Samsung und Panasonic wesentlich besser. Dafür ist der Look der Menüs von Panasonic altbacken und praktisch ohne grafisches Design.

Der Internetzugang

Mal schnell das Wetter checken oder das neuste Youtube-Video ansehen? Die Tageschau verpasst und kein Rechner zur Hand? Auch das sind die Vorzüge der neuen Fernseher. Spezialisierte Zugänge zu Portalen in Form so genannter Widgets, beziehungsweise Apps. Hier fahren gerade Philips NetTV, Panasonics Viera Cast und Sony Bravia Internet TV mächtig auf. Das Angebot von Samsungs Internet@TV ist noch sehr amerikanisch, die Tagesschau fehlt noch und wird demnächst nachgeliefert. Dafür gibt es Twitter und Facebook.

Die gibt es auch bei Sony und hier bekommen Fußballfreunde Zugang zu FIFA- und DFB-Videos sowie zu den neusten Eurosport-Clips. Twitter hat auch Panasonic zu bieten und lässt, wie auch Philips mit Picassa, den Fernseher zum Bilderrahmen werden. Für den deutschen Markt hat Philips derzeit die größte Auswahl zu bieten - beispielsweise die Welt-Online und eBay. Da das Angebot hier ständig ausgebaut wird, lohnt sich ein aktueller Vergleich auf der Homepage der Hersteller.

Die Integration ist bei Sony am besten gelöst, die Videokanäle sehen wie aus einem Guss aus und reagieren sehr gut. Hervorzuheben ist vor allem die Bildqualität der Tagesschau und der FIFA. Die Widgets für bild.de und Yahoo Weather hingegen sind langsam und die Auswahl der eigenen Stadt für das Wetter benötigt ein Ingenieursstudium. Das klappt bei Philips besser, dafür geht alles eine Winzigkeit langsamer - aber es lässt sich immer noch gut bedienen. Der Look ist gut, nur der Web-Browser ist eine Zumutung. Hier setzt aber vor allem die Fernbedienung eine Grenzen bei den Eingabemöglichkeiten - wie bei allen Mitbewerbern.

Panasonics Viera Cast ist flott zu bedienen, aber optisch verbesserungsbedürftig. Das kann Samsung besser, büsst aber Schnelligkeit ein. Eine Besonderheit hat Samsung zu bieten. Durch eine kostenlosen iPhone-App zur Steuerung liefert der Hersteller quasi eine Tastatur für die Eingabe von Texten mit. Das ist eine sehr große Hilfe, sofern man ein iPhone schon besitzt.

Der Mediaplayer

Diashows kommen beim Panasonic-Fernseher nicht überzeugend. Er benutzt keine Blenden, die Bildgröße ist nicht änderbar und bei skalierten Bildern sind Fehler erkennbar. Spielt man Fotos per USB zu, wird stets eine vorgegebene Jazz-Musik zur Untermalung abgespielt die man nicht ändern kann. Der Samsung und Philips skalieren Fotos nicht, dafür hat der Philips aber vier Blenden im Angebot. Das kann der Sony besser, er hat fünf Überblendeffekte und eine Skalierungsfunktion. Diese ist aber nicht brauchbar, da sie stets Bildteile abschneidet. Praktisch ist die Einblendung einer Karte mit der Position des fotografierten Ortes, wenn der Bravia GPS-Koordinaten im Foto erkannt hat.

Als Musikplayer sind die LED-Fernseher nur eingeschränkt eine Alternative. Einzig der Sony, der ID3-Tags und Plattencover anzeigt, kann überzeugen. Panasonic kann über DLNA weder mit Eyeconnect noch Twonkymedia Musik wiedergeben. Das funktioniert nur mit einem USB-Stick oder von der SD-Karte. Bei ersterem mit ID3-Tags, bei letzterem ohne und immer ohne die Alben-Cover. Das kann der Philips auch nicht, ebenso wenig ID3 oder Titelanzeigen, dafür spielt er als Einziger neben MP3 auch AAC - aber nur Eyeconnect als Gegenstelle. Der Samsung-Fernseher spielt ebenfalls nur MP3s ab, dafür werden ab und an die Alben-Cover und die ID3-Tags angezeigt - jedoch ohne Interpreten.

Videos sind das eigentliche Metier der Flachmänner. Hier punktet speziell der Samsung mit seiner flotten Steuerung und der besten Formatunterstützung. Von MP4 über MPEG2 bis h.264 und das jeweils in SD und HD, spielt er fast alle unsere Testvideos ab. On Top gibt es noch WMV9 und Divx. Er patzt lediglich beim Spulen. Das funktioniert überhaupt nicht, denn er kann nur in 10 Sekunden-Schritten springen. Bei Eye-TV-Mitschnitten stoppt die Wiedergabe beim ersten Schnittpunkt und mit Mehrkanalton-Aufnahmen gibt es Ton-Probleme. Ansonsten hat liefert der Samsung die beste Eyeconnect-Unterstützung im Testfeld.

Der Sony-Fernseher glänzt in dieser Disziplin vor allem mit flottem Vorspulen bis zur dreifachen Geschwindigkeit - das schafft kein Konkurrent. Nur bei der Formatunterstützung sieht es nicht gut aus. Der Sony-Fernseher versteht sich nur mit Twonkymedia, kann dann aber Eye-TV-Mitschnitte in HD abspielen, aber sonst nur MPEG2 und Divx sowohl in SD als auch HD. Dafür merkt er sich die Abspielposition beim Beenden und zusätzliche Informationen zum Film.

Der Panasonic-Fernseher kann immerhin mit der schnellsten Navigation glänzen und arbeitet sowohl mit Eyeconnect als auch mit Twonkymedia. Dafür ist das Format auf MPEG2 SD und HD beschränkt. Das Abspielen von Eye-TV-Mitschnitten klappt nicht fehlerfrei. Ein Vorteil: Wenn ein Format als abspielbar angezeigt wird, dann funktioniert es in der Praxis auch.

Das bietet auch der Philips, der wie der Panasonic eine hausbackene Benutzeroberfläche zeigt. Zusätzlich arbeitet sie auch noch träge. Darüber hinaus hat der Mediaplayer manchmal Probleme mit Twonkymedia, seltener mit Eyeconnect, und kann sich schon mal verabschieden. Von den Formaten her punktet er und kommt fast an die Formatanzahl des Samsung heran. H.264 und MPEG2 spielt das Gerät sowohl in SD als auch in HD und das auch in Mehrkanalton. Bei Eye-TV-Mitschnitten muss er jedoch passen.

Als Computerbildschirm

Der neue Mac Mini mit seinem HDMI-Anschluss oder die alte Version mit entsprechendem Adapter sind ideale Partner für einen LED-Fernseher im Wohnzimmer. Hier können alle TV-Geräte überzeugen. Die Voraussetzung: man sollte die Schärfe runter regeln, damit keine weißen Ränder um die Schriften herum entstehen und den Overscan abschalten, damit die Pixel eins zu eins angezeigt werden. Zum korrekten Einstellen der TVs bietet sich unser Monitortestprogramm an.

Die Bildqualität

Im HD-Modus überzeugen alle Geräte und zaubern ein begeisterndes Bild auf den Schirm. Die Unterschiede beim Zuspielen über Bluray sind nur im direkten Vergleich zu erkennen. Vor allem die Schärfe ist im Standardmodus meist viel zu hoch eingestellt und sorgt für Artefakte. Die Glasfronten von Samsung und Sony sorgen hier für ein besonders plastisches Bild. Bei HDTV-Material machen sich lange Umschaltzeiten beim Zappen mit dem Philips und Sony bemerkbar. Ganz anders Panasonic und Samsung, bei Beiden merkt man kaum einen Unterscheid zwischen SD- und HD-Inhalte.

Dank 100-Hz-Technik hat hier keiner der Testteilnehmer Probleme mit schnellen Schwenks oder einem Fußballspiel. Und wenn man doch das Bild anpassen möchte, erfreuen alle mit umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten für Bewegungsoptimierung und Bildeinstellung. Vor allem Farben, Farbtemperatur, Kontrast und Schärfe sollten optimiert werden. Gerade der Samsung ist etwas zu sehr auf "Show" eingestellt. Eine Test Bluray sind hier Gold wert. Bei Samsung wird dies sogar für jeden Eingang getrennt geregelt - was es aber erschwert, das TV-Bild einzustellen, da man hier kein Testbild verwenden kann.

Kaufempfehlung und Fazit

Während man bei HDTV oder Bluray in plastischen Bildern mit viel Tiefe schwelgt, sind die Ergebnisse beim Standard-Fernsehen und bei SD-Videodateien differenzierter. Gerade bei schlechtem Material beispielsweise von RTL II und Co. kommt es beim Philips zum Flimmern in dunklen Bereichen und Farbrauschen. Das ist beim Panasonic-Gerät etwas besser, aber Gesichter erscheinen hier schnell wie Wachsfiguren und durch das Skalieren hervorgerufene Doppelkonturen sind möglich. Besser machen es die Modelle von Sony und Samsung. Der Samsung zaubert visuell das schönste SD-Bild. Treppenstufen durch die Skalierung sind wie beim Sony gering und die Haut wird nicht zu Wachs. Auf jeden Fall sollte man die Schärfe reduzieren und bei schlechten Sendern auch mit der Rauschunterdrückung experimentieren.

Generell empfiehlt es sich, nicht zu nahe vor dem Flachbildschirm zu sitzen, denn aus einer SD-Auflösung von 720x576 lassen sich prinzipiell keine perfekten 1920x1080 machen. Mit dem nötigen Abstand sind jedoch so manche Bildfehler nicht mehr zu sehen. DVB-T ist hier technisch im Nachteil - von Genuss kann man hier nicht mehr sprechen.

Bei den aktuellen LED-Fernsehern ist für jeden Geschmack etwas dabei: Der Panasonic besticht mit einfacher Bedienung, sehr gutem Internetzugang und eingebauter Rekorderfunktion. Der Sony überzeigt mit einer modernen Benutzeroberfläche und dem tollen Design. Der Philips zeigt eine sehr gute Formatunterstützung und große Internet-App-Auswahl. Das Modell von Samsung jedoch überzeuget in allen Disziplinen und bietet dazu noch eine iPhone-App für die Steuerung.

+ allgemein geringer Stromverbrauch, guter Mediaplayer (Samsung), guter Internetzugang (Panasonic, Philips)

- schwierige Texteingabe, teilweise wenige Mediaplayerformate (Sony, Panasonic), kein Ersatz als Musikplayer

Einsteiger Panasonic, Philips

Profis Samsung, Sony

Quelle: In Zusammenarbeit mit http://www.macwelt.de
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