Umfrage: Deutsche zweifeln an Wirksamkeit der neuen EU-Datenschutzregeln

Drei Wochen nach der Einführung der neuen EU-Datenschutzregeln
können die Deutschen damit offenbar noch immer wenig anfangen. Zwar
haben 87 Prozent davon gehört, jeder Zweite weiß aber nicht, was
die neuen Regeln im einzelnen für ihn bedeuten.
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Drei Wochen nach der Einführung der neuen EU-Datenschutzregeln können die Deutschen damit offenbar noch immer wenig anfangen. Zwar haben 87 Prozent davon gehört, jeder Zweite weiß aber nicht, was die neuen Regeln im einzelnen für ihn bedeuten.

 © Patrick Pleul - dpa/AFP/Archiv
15.06.2018 - 10:08 Uhr

Drei Wochen nach der Einführung der neuen EU-Datenschutzregeln können die Deutschen damit offenbar noch immer wenig anfangen. Zwar haben 87 Prozent von der neuen Datenschutz-Grundverordnung gehört, jeder Zweite weiß aber nicht, was die neuen Regeln im einzelnen für ihn bedeuten. Das sind Ergebnisse einer Umfrage von IP Deutschland im Auftrag von NetID - einem Zusammenschluss von RTL, ProSiebenSat1 und dem Internetunternehmen United Internet. Sie wurden am Freitag veröffentlicht.

Die neuen Datenschutzregeln gelten seit dem 25. Mai. Sie machen Unternehmen und Organisationen europaweit gültige Vorgaben für die Datenspeicherung. Kunden und Nutzer haben gleichzeitig mehr Möglichkeiten, gegen Missbrauch vorzugehen. So müssen Firmen oder Behörden Daten über Betroffene löschen, wenn diese das fordern und es keine rechtlichen Gründe gibt, sie weiter zu speichern. Zudem haben Verbraucher das Recht, Daten wie Nachrichten oder Bilder bei einem Anbieterwechsel mitzunehmen.

Der Umfrage zufolge sind aber nur 17 Prozent der Befragten der Meinung, dass ihre Daten jetzt besser geschützt sind. 61 Prozent sind der Ansicht, dass Firmen künftig genauso viele Daten sammeln werden wie bisher, dies aber transparenter darstellen werden. Die Informationen, mit denen Unternehmen und Vereine auf die Überarbeitung ihrer Datenschutzhinweise hinweisen, finden 65 Prozent zu umfangreich, kompliziert und unverständlich, wie die IP-Deutschland-Umfrage ergab.

Folglich wünschen sich 63 Prozent der Befragten mehr Transparenz, welche Daten erhoben werden, und 45 Prozent sind für einheitliche Lösungen, die ihre persönlichen Einwilligungen auf allen Internetseiten speichern und anwenden. "Die Wünsche der Befragten machen deutlich, dass die Betreiber von Webseiten den Nutzern noch besser erklären müssen, wofür sie ihre persönlichen Daten benötigen", erklärte Jan Oetjen von der European NetID Foundation.

Für die Erhebung wurden Anfang Juni 1081 Menschen befragt. Die Marktforschungsgesellschaft IP Deutschland gehört zu RTL.

Ziel der European NetID Foundation ist es, mit der Einführung eines gemeinsamen Log-in-Standards eine Art Generalschlüssel für das Internet und gleichzeitig ein europäisches Gegengewicht zur Dominanz von US-Internetkonzernen wie Facebook zu schaffen. Nutzer sollen dann mit denselben Log-in-Daten auf verschiedene Online-Angebote zugreifen können, ohne sich für alle Dienste unterschiedliche Passwörter merken zu müssen. Die Einhaltung der neuen EU-Datenschutzregeln soll dabei von der Stiftung überwacht werden.

Verbrauchern verspricht die Stiftung, dass sie ihre Daten transparent einsehen und für die einzelnen Seiten zentral verwalten können. An den Start gebracht werden soll dieser neue Standard, der dann auch offen für weitere Unternehmen und Initiativen sein soll, noch in diesem Sommer. Neben der European NetID Foundation gibt es bereits die Log-in-Allianz Verimi, an der Konzerne wie die Deutsche Telekom, Daimler, die Deutsche Bank und die Lufthansa beteiligt sind.

Quelle: 2018 AFP
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