Chrome hört mit - so sperren Sie heimliche Lauscher aus

Chrome hört mit - so sperren Sie heimliche Lauscher aus (c)
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Chrome hört mit - so sperren Sie heimliche Lauscher aus (c) IDG/IDG

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Ein Exploit in Googles aktuellem Chrome ermöglicht Lauschern das heimliche Mithören Ihrer Gespräche via Headset- oder Webcam-Mikrofon.

Googles Chrome-Browser unterstützt schon seit rund einem JahrSpracherkennung. Über ein Mikrofon können Sie dem Browser IhreBefehle und Text mündlich mitteilen. Nun hat sich jedoch herausgestellt,dass Angreifer heimlich Ihre Gespräche mithören können, wenn Siemit Chrome surfen. Immer wenn eine Webseite Zugang zu einem am PCangeschlossenen Mikrofon haben möchte, fragt Sie Chrome umErlaubnis. Erst wenn Sie OK angeklickt haben, erfolgt derMikrofon-Zugriff. Ein Mikrofon-Icon im Browser-Tab zeigt außerdeman, dass Ihr Mikrofon aktiv ist. Und eigentlich sollte dieserZugriff automatisch beendet werden, sobald Sie den Tab schließenoder eine andere Seite ansteuern.

Doch der Webentwickler Tal Ater hat nun herausgefunden, dass dieSeitenbetreiber über ein eingebautes Pop-Under-Fenster (ein Pop-Up,das sich im Hintergrund heimlich öffnet) weiter lauschen können.Während der Nutzer denkt, dass der Mikrofon-Zugriff beendet ist -etwa weil er den Tab geschlossen hat - läuft das Mikro also nochweiter. Pop-Under-Fenster zeigen außerdem keine Symbole an - derNutzer sieht also auch dann kein Mikrofon-Symbol, wenn er dasFenster bemerkt. Erst wenn der Nutzer das Pop-Under-Fensterschließt, herrscht wirklich Ruhe.

Die Ursache des Problems liegt in der Art, wie sich Chrome dieErlaubnis des Mikrofon-Zugriffs merkt. Der Zugriff wird nämlicheiner HTTPS-Verbindung zugeordnet und da das Pop-Under-Fenster sichdie Verbindung mit der Hauptseite teilt, macht Chrome hier keinenUnterschied.

Der Webentwickler, der dieses Problem entdeckt hat, soll dasProblem bereits vor Monaten Google erläutert haben. Doch derKonzern aus Mountain View sieht einem Statement bei Ars Technicazufolge keine akute Bedrohung darin. Die Begründung: Der User müsseja zunächst einmal dem Mikrofon-Zugriff auf einer Seitezustimmen.

Unser Tipp: Wenn Sie Chrome-Nutzer sind, könnenSie durch die Eingabe von"chrome://settings/contentExceptions#media-stream" (ohneAnführungszeichen) in der URL-Leiste überprüfen, welche WebseitenZugriff auf Ihr Mikrofon haben. Über "chrome://settings/content"und die Option "Websites dürfen nicht auf meine Kamera und meinMikrofon zugreifen" verhindern Sie generell den Zugriff auf IhrMikrofon und ihre Kamera.

Quelle: www.pcwelt.de
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