MySQL-Datenbanken verwalten mit Adminer

MySQL-Datenbanken verwalten mit Phpminadmin
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MySQL-Datenbanken verwalten mit Phpminadmin

14.06.2010 - 10:28 Uhr von Hans-Christian Dirscherl

Egal ob Blog, CMS oder Wiki: Bei datenbankbasierten Websites arbeitet im Hintergrund meist MySQL. Wir erklären, wie Sie Sie perfekt und ohne Programmierkenntnisse Ihre MySQL-Datenbanken mit dem kostenlosen Adminer (ehemals Phpminadmin) verwalten.

Adminer (ehemals Phpminadmin) ist ein aufgeräumter und minimalistischer Mysql-Editor für den Browser. Mit Hilfe des PHP-Tools verwalten Sie MySQL-Datenbanken über ein simples Web-Front-End, legen Backups an und spielen diese wieder ein. Die Oberfläche ist in Deutsch verfügbar, das Script ist Open Source und steht für den privaten und kommerziellen Gebrauch unter der Apache-Lizenz.

Wer unter Linux ein stabiles Datenbanksystem braucht, nimmt meist die Open-Source-Version von MySQL. Das bewährte Programm läuft auf Tausenden von Servern im Internet und ist das Gehirn hinter Blog, Wiki, Shop und bei vielen Providern Teil des Hosting-Pakets.

Die Installation von Scripts auf dem Server ist oft der einzige Zeitpunkt, zu dem Webmaster direkt mit MySQL zu tun haben. Wer wenig SQL-Kenntnisse besitzt, braucht zur Datenbankverwaltung trotzdem keine fremde Hilfe. Mit einem übersichtlichen Web-Front-End erledigen Sie administrative Aufgaben bequem im Browser.

Web statt Kommandozeile

MySQL bietet in seiner Standardinstallation eine Reihe von Kommandozeilen-Tools. Auf Linux-Servern mit SSH-Zugang können sich Administratoren auf der Befehlszeile an der Datenbank anmelden und mit SQL-Eingaben alle Aufgaben direkt erledigen, was allerdings anspruchsvoll und wenig intuitiv ist. Zur gelegentlichen Pflege und Sicherung der Datenbank kommen deshalb Web-Front-Ends zum Einsatz.

Der bekannteste Vertreter ist Phpmyadmin, eine PHP-Applikation zur Administration von MySQL-Datenbanken mit einem beliebigen Browser. Für das Programms sind keine tieferen SQL-Kenntnisse notwendig, die wichtigsten Aufgaben lassen sich über Menüs ausführen. Viele Hosting-Provider bieten Phpmyadmin an, so dass sich das Tool als Quasi-Standard durchgesetzt hat. Phpmyadmin ist jedoch sehr komplex und erfordert Einarbeitungszeit. Für Einsteiger ist deshalb eine leichtere Alternative die bessere Wahl: Adminer (ehemals Phpminadmin). Aktuell ist Version 2.3.2.

Das PHP-Tool bietet die wichtigsten Funktionen von Phpmyadmin, ist dabei aber übersichtlich und aufgeräumt. Der Funktionsumfang ist kleiner, bietet aber alles, was Sie für die Pflege ihres Datenbankservers oder Web-Auftritts brauchen.

Installation und Einrichtung

Als federleichte Alternative zu Phpmyadmin kommt Adminer mit einer einzigen PHP-Datei (160 KB) aus, was die Installation sehr vereinfacht. Daneben braucht Adminer nur einen Webserver wie Apache oder Lighttpd mit PHP ab Version 4.3 sowie eine MySQL-Datenbank ab Version 4.1. Falls Ihnen die verfügbare Software-Umgebung auf dem Webserver nicht bekannt ist, legen Sie eine Datei namens„test.php“ mit dem folgenden Inhalt auf dem Webserver an

<?PHP phpinfo(); ?>

und rufen die Datei im Browser auf. Daraufhin sehen Sie einen tabellarischen Überblick über die verfügbaren Module und Software-Versionen. Zur Installation von Adminer kopieren Sie die Datei via FTP oder bei einem SSH-Zugang mit scp in ein Verzeichnis, das über das Internet zugänglich ist, auf den Webserver. Adminer ist sofort einsatzbereit: Rufen Sie das Script von seinem Speicherort über die Adresszeile des Browsers auf, etwa mit „ http://www.<domain>.de/Adminer-2.3.2.php“, und geben Sie in den Feldern zur Anmeldung den Datenbankserver sowie den Datenbankbenutzer und dessen Passwort ein. Falls die Datenbank auf dem gleichen Server wie der Webserver läuft, tippen Sie als Server „ localhost“ ein. Die Zugangsdaten erfahren Sie bei Ihrem Hosting-Provider. Meist stehen diese über das Kundenportal oder im Supportbereich bereit. Mehr ist nicht zu tun, eine weitere Konfiguration braucht Phpminadmin nicht.

Minimalistisch und aufgeräumt

Der Willkommmensbildschirm zeigt Ihnen die Anmeldeinformationen, lässt Sie Datenbanken und Benutzer erstellen sowie Zugriffsrechte bearbeiten. Die verwendete Sprache wird über den Browser erkannt oder steht in einem Auswahlmenü zur Verfügung. Am oberen Rand zeigt ein Navigationspfad den aktuellen Ort, an dem Sie sich gerade befinden. Praktisch, falls auf dem Server mehrere Datenbanken untergebracht sind.

Links in der Seitenleiste können Sie die verfügbaren Datenbanken zum Bearbeiten aus einer ausklappbaren Liste auswählen. Nach der Wahl der Datenbank füllt sich die Liste links mit den bereits vorhandenen Tabellen. Mit einem Mausklick auf den jeweiligen Link „ Zeigen“ gelangen Sie zum Tabelleninhalt. Ein Klick auf den Tabellennamen selbst bringt Sie dagegen zu den Eigenschaften der jeweiligen Tabelle. Der mittlere Bereich bleibt schön übersichtlich, da Adminer dort nur jene Funktionen anzeigt, die für den aktuellen Bereich in Frage kommen.

Backups erstellen und einspielen

Datenbank-Backups kann man gar nicht genug Bedeutung beimessen: Hier liegen die eigentlichen Daten. Ein Backup der Dateien eines CMS auf dem Webserver sichert lediglich Bilder und Scripts. Um eine ganze Datenbank mit Adminer zu sichern, gehen Sie auf die Server-Übersicht und klicken links oben auf „Export“. In der Mitte können Sie jetzt die zu sichernde Datenbank auswählen und Exportoptionen für Datenbank, Tabellen und Daten wählen. Ein Export besteht aus SQL-Anweisungen, um die Datenbankeinträge exakt wieder herzustellen.

Für ein Backup, das beim Einspielen die vorhandenen Daten ersetzen soll, wählen Sie hier „DROP, CREATE“ für die gewünschte Datenbank, darunter ebenfalls „DROP, CREATE“ für die Tabellen und „ INSERT“ für die Daten. Im Feld „Ausgabe“ wählen „Zeigen“, um die resultierende SQL-Datei anzusehen, oder „Speichern“, um sie als Datei herunterladen. Sie starten das Backup mit einem Klick auf „ Export“ ganz unten. Eine einzelne SQL-Datei sollte nicht zu groß werden, da es sonst später beim Hochladen Probleme geben könnte. Viele Webserver brechen Datenübertragungen nach einer voreingestellten Zeit einfach ab. Ist das Backup größer als 1,5 MB, sollten Sie die Tabellensätze in mehreren Dateien sichern.

Einzelne Tabellen sichern Sie, indem Sie nach der Auswahl der Datenbank links eine der Tabellen anklicken und dann oben „Export“ wählen. In der folgenden Übersicht können Sie weitere Tabellen per Klick ins Backup aufnehmen, indem Sie dort „DROP, CREATE“ aktivieren und bei Daten „INSERT“ markieren. Den Import einer zuvor gesicherten SQL-Datei erledigen Sie über den Menüpunkt „SQL-Query“ links oben. Über das Feld „Datei importieren“ wählen Sie eine gespeicherte SQL-Datei von Ihrer Festplatte aus, die dann nach einem Klick auf „Ausführen“ hochgeladen und importiert wird.

Quelle: In Zusammenarbeit mit www.pcwelt.de
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