Wir wissen alles über Sie

.de-Ausfall
Bild 1 von 3

.de-Ausfall

Wer im Internet das Falsche online stellt, muss mit schlimmen Folgen rechnen. Welche Informationen Sie auf welchen Sites preisgeben können, ohne in Zukunft etwas bereuen zu müssen, lesen Sie hier.

Jeder, der sich um eine Stelle bewirbt, recherchiert erst im Internet. Wie stellt sich das Unternehmen dar? Und fast noch wichtiger: Was schreiben Angestellte der Firma auf Sites wie Jobvoting oder Kununu? Anders herum läuft es aber genauso: Auch die Firma schaut sich einen Bewerber genau an. Wo und wie taucht der Arbeitssuchende im Web auf? Hat er in letzter Zeit viel in Foren gepostet? Oder sucht er vielleicht nach kostenlosen Log-ins für Erwachsenen-Sites?

Das Internet vergisst nichts
Immer mehr Informationen sind im Internet gespeichert - auch über Anwender. Und Sie sind wahrscheinlich ebenfalls betroffen. Angaben über Ihre Person finden sich im Web entweder, weil Sie sie selbst eingegeben haben oder weil andere Leute Texte über Sie online gestellt haben. Aber nicht nur Texte: Auch Fotos und Videos tauchen immer öfter im Internet auf. Unangenehm ist, dass sie - nüchtern betrachtet - oft Ansichten bieten, die nicht jeder sehen sollte. Trotzdem bleiben sie über Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, für jedermann aufrufbar.

Das sollten Sie nicht online stellen
Was im ersten Moment vielleicht nach einem lustigen Schnappschuss von Ihnen bei einer bierseligen Party aussieht, macht bei nächster Gelegenheit auf den Personaler der Wunschfirma, den Kreditgeber bei der Bank oder die Nachbarn wohl keinen so guten Eindruck. Fotos und Videos sollten Sie nur dann für alle sichtbar online stellen, wenn Sie diese auch wirklich jedem zeigen möchten. Das gilt entsprechend für schriftliche Äußerungen, und ganz besonders, wenn Sie diese - warum auch immer - unter Ihrem tatsächlichen Namen veröffentlichen haben. Seien Sie vor der Preisgabe so kritisch wie nur irgend möglich, und wägen Sie bei jedem Detail genau ab, ob Sie es verraten wollen. Beispiel: Sie geben in einem Forum einen Tipp gegen Rückenschmerzen. Eine Suchmaschine kann Sie dann mit einer chronischen Krankheit in Verbindung bringen. Im schlimmsten Fall wird Ihr Antrag bei einer Krankenversicherung abgelehnt - schließlich scheinen Sie an einer nicht nur schmerzhaften, sondern für die Versicherung auch sehr teuren Krankheit zu leiden.

Machen Sie den Selbsttest
So gut wie jeder hat sich schon mal selbst gegoogelt. Wenn nicht, sollten Sie es nachholen, denn über erstaunlich viele Menschen hat Google etwas in seinem Index gespeichert. Lediglich zu völligen Medienverweigerern gibt es kaum Fundstellen. Auch Menschen mit sehr häufigen Namen werden wahrscheinlich nur wenige Treffer zu sich selbst fürchten müssen. So liefert Google etwa für "Peter Müller" rund 1,2 Millionen Ergebnisse. Doch Entwarnung gibt's auch für diese Namensträger nicht: Denn wenn man von Peter Müller auch den Wohnort kennt (der sich oft etwa über seine Telefonnummer herausfinden lässt) und damit die Suche einschränkt, führt das bei kleinen Orten zu überschaubaren Trefferlisten.

Mehr als Google: Google alleine enthüllt gar nicht alles über Ihre Spuren im Web. Mittlerweile gibt es spezielle Personensuchmaschinen, die sehr detaillierte Profile zu jedem Internet-Surfer anlegen. Als Grundlage dafür benutzen die Dienste natürlich auch Google, erweitern diese Datenbank aber um Fundstellen aus Community-Sites wie Linkedin, Facebook, Myspace, Spock, Twitter, Yahoo!360 und Xing. Der Dienst Yasni berücksichtigt dabei auch spezielle deutschsprachige Sites. Wer etwa beim Online-Versender Amazon einen Wunschzettel führt, der wird diesen auch bei Yasni wiederfinden. Die meisten dieser Personensuchmaschinen erlauben es, das eigene Profil zu verändern und Einträge darin zu löschen. Das hat den Vorteil, dass Sie Ihre Amazon-Wunschliste im Profil bei Yasni entfernen können. Es hat aber auch den Nachteil, dass Sie sich dafür bei Yasni registrieren müssen. Dann weiß der Dienst auch gleich, dass es Sie und Ihr Profil wirklich gibt. Suchtipp: Wenn Sie nach einem Namen suchen, bekommen Sie in der Regel bessere Treffer, wenn Sie Vor- und Nachnamen zusammen in Anführungszeichen setzen.

Datenspeicher Community-Sites

Websites wie Facebook, Myspace, Studivz und Xing sind vor allem bei jüngeren Anwendern ausgesprochen beliebt. Hier geben viele Nutzer sehr persönliche, teils gar intime Details über sich preis. Egal, ob es der Drang zur Selbstdarstellung ist, der Wunsch nach vielen digitalen Bekannten oder die wirtschaftliche Notwendigkeit, in einem Business-Netzwerk präsent zu sein: Für neugierige Augen gibt es eine Menge zu sehen. Umso vorsichtiger sollten die Anwender sein und immer auch an die Zukunft denken. Wer als Student mit markigen Sprüchen etwa auf Studivz auftritt, muss sich nicht wundern, wenn später die Headhunter einen Bogen um ihn machen. Auf solchen Community-Sites sollten Sie sich genauso wie überall sonst im Internet nur in angepasster Form darstellen und darauf achten, dass ausschließlich Mitglieder der Site Ihr Profil einsehen können. Suchmaschinen und Nichtmitglieder sollten Ihre Daten nicht sehen dürfen. Das lässt sich in der Regel unter den Kontoeinstellungen festlegen.

Websites für Freizeit und Hobby
Special-Interest-Websites sind ideale Tummelplätze für PC-Anwender, die sich über ein bestimmtes Thema oder ihre Hobbys austauschen möchten. Wer gerne fotografiert, stellt seine Fotos etwa bei Flickr oder Picasa ein, und Urlaubsfotos verknüpft man mit dem besuchten Ort bei Locr.de. Wer filmt, lädt die Videos etwa bei Youtube hoch. Bei Fotos und Videos sollten Sie unbedingt Personennamen aus dem Spiel halten. Noch arbeiten Suchmaschinen nicht mit Gesichtererkennung, sondern sind auf die Angaben von Namen angewiesen. Also gilt: Weder Ihr Profil auf der Website sollte Ihren tatsächlichen Namen enthalten noch der Dateiname des Fotos noch ein Kommentar oder eine Bildunterschrift. Sie müssen auch die Erlaubnis von allen abgebildeten Personen besitzen, die Sie auf einem Foto oder in einem Film online stellen. Andernfalls können Sie verklagt werden.

Google Groups & Co.
Im Usenet gehörte es früher zum guten Ton, dort nur unter dem Real Name, also seinem tatsächlichen Namen, zu veröffentlichen. Anderenfalls wurde man zumindest im deutschsprachigen Usenet komplett ignoriert. Prinzipiell gilt das heute noch, nachdem das Usenet über Google Groups genutzt wird. Angesichts der aktuellen Datensammler ist es aber klüger, nur unter einem Pseudonym aufzutreten. Auch in Blogs und Foren sollten Sie nicht unter Ihrem tatsächlichen Namen schreiben. Lassen Sie sich auch nicht von einem seriösen Umfeld, etwa dem FAZ-Forum, rumkriegen. Geizen Sie mit Ihrer Mailadresse, wenn diese Ihren Namen verrät. Veröffentlichen Sie sie dann auch nicht etwa bei einer Ebay-Auktion. Sonst kann jeder schnell herausfinden, was Sie in den letzten drei Monaten ge- und verkauft haben. Das trifft auch auf Kleinanzeigen auf beliebigen Sites oder dem Gebrauchtmarkt von Amazon zu. Und natürlich sollte da auch Ihre Telefonnummer nicht auftauchen.

Private Homepage

Wer eine eigene Homepage hat, ist mit Name und Postanschrift sichtbar - und das ganz unabhängig vom Impressum auf der Website. Der Grund: Wer eine Site beantragt, muss einen Verantwortlichen angeben. Bei privaten Homepages ist das in der Regel der Antragsteller selbst. Seine Daten werden beim Antrag an die Registrierungsstelle übermittelt. Für Sites mit der Top-Level-Domain .de ist das die Denic. Bei Denic lässt sich über "Domainabfrage" der Eigentümer ermitteln.

So löschen Sie Infos über sich
Haben Sie im Internet zu Ihrem Namen unerwünschte Infos gefunden, können Sie diese in vielen Fällen löschen lassen. Wenden Sie sich an die Ansprechpartner oder Service-Stellen der entsprechenden Sites, und bitten Sie darum, die Daten zu löschen. Mit unserem Musterbrief: Vom Rechtsanwalt haben wir zwei Standard-schreiben formulieren lassen. Mit ihnen können Sie die Betreiber einer Website auffordern, unerwünschte Infos im Web zu löschen. Den einen Brief setzen Sie ein, wenn ein Foto von Ihnen auf einer Website auftaucht. Denn an Ihrer Abbildung haben Sie das Veröffentlichungsrecht - ganz egal, wer die Aufnahme gemacht hat. Den anderen Brief nutzen Sie, wenn Sie auf einer Site Infos über sich gefunden haben, die gegen Ihr Persönlichkeitsrecht verstoßen.

In Foren: Eigene Beiträge in einem Forum können Sie in der Regel selbst löschen. In anderen Fällen wenden Sie sich per Mail an den Administrator des Blogs. Halten Sie die Mail kurz und sachlich. Liefern Sie den genauen Link zum Forumseintrag mit. Auch hierfür können Sie unseren Musterbrief verwenden.
In Google Groups: Gehen Sie auf das Melde-Tool der Google Groups. Es führt Sie per Assistent durch den Meldevorgang. Dabei müssen Sie auch die Message-ID der betreffenden Nachricht eingeben. Diese erhalten Sie in Google Groups bei der Nachricht über "Weitere Optionen, Original anzeigen". Übrigens: Möchten Sie künftig verhindern, dass Google Groups Ihre Beiträge archiviert, dann tragen Sie in die erste Zeile jeder Nachricht das Kommando "X-No-Archive:yes" ein.

Bei gelöschten Websites beachten: Wenn Sie Informationen von einer Web-Seite löschen oder gar die ganze Seite entfernen, lebt die Seite an anderer Stelle unter Umständen trotzdem weiter. Zum einen kann sie sich im Cache von Google befinden. Dann ist die Seite immer noch aufrufbar, wenn jemand sie als Treffer auf Google findet und dort "Im Cache" wählt. Abhilfe: Sie lassen bei Google den Cache löschen. Zum andern könnte die Site im Internet Archive gelistet sein. Hier sind Tipps, wie Sie sie aus dem Archiv entfernen.

Per Löschdienst: Wenn Sie mehr Geld als Zeit haben, können Sie auch auf einen professionellen Löschdienst zurückgreifen. Deutschsprachig ist etwa Reputation Defender. Der Dienst sucht für 29 Dollar ein Mal alle Fundstellen zu Ihrem Namen und lässt Ihnen dann die Wahl, welche Funde er löschen soll.

Quelle: Copyright (C)2008 www.pcwelt.de
Kommentare
Top-Themen
Planen, Daten eingeben und auf den Drucker-Knopf drücken - fertig ist das Traumhaus. In Beckum wird das erste ...mehr
Mit der Software Pegasus sollen Journalisten, Menschenrechtler und Politiker gezielt ausgespäht worden sein. Die ...mehr
Das schnelle Internet kommt in Deutschalnd mehrheitlich über Kabel und VDSL-Kupferleitungen. Aber die ...mehr
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.