Das verrät Ihr Browser über Sie

Ihr Browser sendet ungefragt Privates ins Netz.
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Ihr Browser sendet ungefragt Privates ins Netz.

Musikgeschmack, Aufenthaltsort, zuletzt besuchte Seite – Ihr Browser schickt ungefragt Privates ins Internet. Wir zeigen, wie Sie mit Cookies umgehen sollten und mit einer falschen IP-Adresse Spione in die Irre führen.

So verrät Sie Ihr Browser
Wenn Sie beim Surfen eine Internetadresse eingeben oder auf einen Link klicken, sendet Ihr Browser eine Anfrage an den Server der Webseite, die Sie besuchen wollen. Jede Anfrage enthält einen Header, in dem Ihr Browser private Informationen sendet. Wir erklären was es mit Referrer, User-Agent, IP-Adresse und Cookies auf sich hat.

Das verraten Cookies über Sie
In Cookies speichert der Browser Informationen zu einzelnen Seiten, die er beim nächsten Seitenaufruf an den Webserver sendet. Dieser erkennt Sie wieder und stellt den Ursprungszustand her, zu dem Sie die Seite verlassen haben. So bleiben Sie beispielsweise über mehrere Sitzungen in einem Forum eingeloggt. Cookies sind bequem, bergen aber die Gefahr, dass Seitenbetreiber ein Nutzerprofil von Ihnen erstellen. Beispiel: Ein Webshop protokolliert mit Cookies, für welche Bücher Sie sich interessieren und blendet passende Werbebanner ein. Sobald Sie im Bestell-Formular Namen und Adresse hinterlassen, ordnet der Webshop-Betreiber Ihnen die Protokolldatei aus den Cookies zu und schickt unerwünschte Werbemails.

Auf der nächsten Seite: So gehen Sie richtig um mit Cookies.

Cookies verraten: Sie lesen Stephen King und surfen meist von 19 bis 22 Uhr

So gehen Sie richtig um mit Cookies
Das generelle Abschalten von Cookies ist nicht empfehlenswert: Sie müssen auf viele Annehmlichkeiten verzichten; viele Seiten funktionieren nicht mehr. Der Trick ist, den besten Kompromiss aus Sicherheit und Komfort zu finden.

Cookie-Management im Firefox 3
Firefox-User klicken auf „Extras, Einstellungen, Datenschutz“ und entfernen das Häkchen vor „Cookies von Drittanbietern akzeptieren“ – meist betrifft das serverfremde Werbe-Cookies, die das Surfverhalten über mehrere Server aufzeichnen können. Unter „ Ausnahmen“ tragen Sie Seiten ein, deren Cookies Sie immer oder nie blocken wollen. Im Drop-Down-Menü „Behalten, bis:“ wählen Sie für größtmögliche Sicherheit „Firefox geschlossen wird“. Die Addons CookieSafe und Cookie Monster erlauben ein umfangreiches und bequemes Cookie-Management über die Statusbar.

Cookie-Management im Internet Explorer 8
Im Internet Explorer navigieren Sie zu „Extras, Internetoptionen, Datenschutz“ und klicken auf „Erweitert“ um die automatische Cookiebehandlung aufzuheben. Blocken Sie Drittanbieter und nehmen Sie Erstanbieter-Cookies mit oder ohne Bestätigung an. Alternativ setzen Sie den Regler unter „Datenschutz“ auf „ Mittelhoch“. „Sites“ ist das Pendant zu den Firefox-„Ausnahmen“ .

Auf der nächsten Seite: Täuschen Sie Spione – surfen Sie unter falscher IP-Flagge.

Die IP-Adresse verrät: Sie sind T-Online-Kunde und surfen gerade in Berlin

Das verrät die IP-Adresse über Sie
Wenn Sie eine Internetseite besuchen, sendet Ihr Browser zunächst eine Anfrage an den Server. Die Anfrage enthält auch Ihre IP-Adresse, damit der Server weiß, wohin er die Seite schicken soll. Diese Adresse ist weltweit einzigartig und wird für gewöhnlich bei jeder Einwahl neu erzeugt. Mit Ihrer IP-Adresse erfährt der Server-Betreiber nicht nur Ihren Internet-Provider, sondern auch den Ort der Adress-Vergabe: Der ist fast immer in Ihrem Bundesland, in der Regel im nächstliegenden Knotenpunkt Ihres Providers – oft die Großstadt, die Ihnen am nächsten ist, oder in der Sie wohnen. Machen Sie den Selbsttest: Im Netz gibt es unzählige Seiten, die Ihnen den Standort Ihrer IP-Adresse verraten.

So verschleiern Sie Ihre IP-Adresse sofort
Grob gesagt: Um Ihre echte IP-Adresse zu verbergen, surfen Sie über die Umleitung eines Proxy-Servers. Der Webserver erhält nur die IP-Adresse des Proxy-Servers. Nachteil der Umleitung ist jedoch ein Geschwindigkeitsverlust. Eine browserunabhängige und einfache Verschleierung bietet der Online-Dienst Anonymouse. Für ständiges Surfen unter falscher IP-Flagge empfehlen wir das kostenlose Tor.

So verschleiern Sie Ihre IP-Adresse mit Tor
Das kostenlose Tor-Projekt unterhält keine eigenen Proxy-Server, sondern besteht aus den Rechnern der Teilnehmer. Das macht es nahezu unmöglich, den Datenstrom zurückzuverfolgen. Nach der Installation des Tor-Pakets, konfigurieren Sie Ihren Browser. Firefox-User haben es mit dem Addon Torbutton leichter: Es ist bereits vorkonfiguriert und erlaubt dank Symbol unten rechts das schnelle An- und Abschalten von Tor. Achtung: Der im Tor-Paket enthaltene Torbutton ist nicht auf dem aktuellen Stand und läuft nicht in der Beta 3.1 – laden Sie das Addon separat runter. Ohne Addon wechseln sie zu „Extras, Einstellungen, Erweitert Netzwerk“ und stellen in den „Einstellungen“ unter „ Manuelle Proxy-Konfiguration“ den „SOCKS-Host“ auf „localhost“ mit dem Port „9050“. Im Internet-Explorer finden Sie die Option unter „ Extras, Internetoptionen, Verbindungen, LAN-Einstellungen“ Machen Sie den Test: Klicken Sie mit Rechts auf die Zwiebel im Systray unten rechts. Wenn sich der Bandbreitengraph beim Surfen bewegt, ist alles richtig eingestellt.

Auf der nächsten Seite: Verwischen Sie die Referrer-Spur.

Der Referrer verrät: Sie haben gerade ein Sex-Forum besucht

Das verrät der Referrer über Sie
Wenn Sie einen Web-Link anklicken, fordert Ihr Browser die verlinkte Seite an. Teil der Anfrage ist der sogenannte Referrer. Der verrät einer Internetseite, über welchen Link Sie zu ihr gekommen sind. Der Betreiber des Webservers, auf dem die Seite liegt, kann über ein Protokoll Ihre Spur einen Schritt weit zurückverfolgen. Befindet sich die nächste Seite, die Sie besuchen, auf demselben Server, kann der Betreiber ein kleines Surf-Profil über Sie erstellen.

So schalten Sie den Referrer sofort ab
Manche Seiten laden mit deaktiviertem Referrer beispielsweise keine Bilder. Hintergrund: Die Seiten-Betreiber wollen externe Links auf ihre Bilder verhindern. Einige der folgenden Möglichkeiten senden auf Wunsch einen Referrer-Dummy, der eine beliebige Adresse vorgaukelt. Firefox-User tippen „about:config“ in die Adresszeile und suchen den Eintrag „ network.http.sendRefererHeader“, um ihn auf „0“ zu setzen. Alternativ verwenden sie das Addon RefControl. Vorteil des Addons: Sie legen seitenspezifisch fest, ob Firefox den Referrer blockieren, senden, oder einen Dummy verwenden soll. Für den Internet Explorer müssen Sie auf Privoxy zurückgreifen. Privoxy funktioniert mit allen gängigen Browsern.

Mini-Workshop: Privoxy einrichten
Privoxy ist Teil des Tor-Pakets, aber auch einzeln erhältlich. Nach Download und Installation von Privoxy konfigurieren Sie Ihren Browser so, dass er über das Tool läuft. In Firefox navigieren Sie über „Extras, Einstellungen, Erweitert“ zu „ Netzwerk, Einstellungen“. Konfigurieren Sie manuell „HTTP-Proxy“ und „SSL-Proxy“. Beiden weisen Sie die Adresse „127.0.0.1“ und den Port „8118“ zu. Im Internet Explorer machen Sie das gleiche unter „Extras, Internetoptionen, Verbindungen, LAN-Einstellungen“. Machen Sie einen Haken unter „Proxyserver“ und tragen Sie unter „Erweitert“ die obigen Werte ein. Im Internet Explorer heißt SSL Secure. Überprüfen Sie die Einstellungen, indem Sie „p.p“ in die Adress-Zeile tippen und so ins Konfigurationsmenü von Privoxy gelangen.

Um Privoxy bequem über den Browser zu konfigurieren, müssen Sie erst den „Edit“-Button aktivieren. Klicken Sie doppelt auf das blaue Privoxy-Tray-Icon rechts unten und öffnen Sie über „Options“ die „Main Configuration“. Scrollen Sie zu Punkt „4.5 enable-edit-actions“ und machen Sie aus der „0“ bei „ enable-edit-actions“ eine „1“. Such-Hilfe: Die veränderbaren Werte haben keine Raute am Zeilenanfang.

So schalten Sie den Referrer mit Privoxy ab
Tippen Sie „p.p“ in die Adress-Zeile und klicken Sie auf „ View & change the current configuration“. Klicken Sie jetzt auf „Edit“ hinter „.\user.action“, danach auf „Insert new section below“ in der untersten gelben Zeile. Dadurch erstellen Sie einen neuen Eintrag. In diesem klicken Sie jetzt auf „Edit“ und suchen „ hide-referrer“; stellen Sie die Option auf Grün. Da manche Seiten ohne Referrer nicht richtig funktionieren, aktivieren Sie rechts „ Fake as the root directory of the site“. So gaukeln Sie der Seite vor, von ihrer Startseite zu kommen. Bestätigen Sie mit „Submit“ ganz unten. Weisen Sie Privoxy abschließend an, für welche Seiten die Regel gelten soll, indem Sie sie unter „URL patterns, Add“ hinzufügen. Ein Schrägstrich („/“) bedeutet: für alle Seiten.

Auf der nächsten Seite: Bestimmen Sie selbst, was der User-Agent sendet.

Der User-Agent verrät: Sie verwenden Firefox 3.09 und Windows XP

Das verrät der User-Agent über Sie
Bei einer Server-Anfrage überträgt Ihr Browser im sogenannten User-Agent seinen Namen und den Ihres Betriebssystems. Beispiel: „ Mozilla/4.0 (compatible; MSIE 8.0; Windows NT 5.1; Trident/4.0)“. Hier nutzt der Surfer den Internet Explorer 8 (MSIE 8.0) unter Windows XP (NT 5.1). Die Bezeichnung „Mozilla“ ist ein Relikt aus Tagen, als der Netscape Navigator noch die Browser-Welt dominierte – „Mozilla“ war sein Codename. Das „compatible“ zeigt an, zu welcher Netscape-Version der IE kompatibel sein soll.

So schalten Sie den User-Agent sofort ab
In Firefox tippen Sie „about:config“ in die Adress-Zeile und filtern nach „general.useragent.extra.firefox“. Per Doppelklick bestimmen Sie, was Firefox ab sofort senden soll. Ein leeres Feld bedeutet, dass er nichts schickt. Eine weitere Möglichkeit ist das Firefox-Addon User Agent Switcher. Über „Extras, User Agent Switcher“ schalten Sie schnell um und fügen über „Options, User Agents“ eigene Paare hinzu. Standardmäßig stehen IE7, Netscape 4.8 und Opera 9.25 zur Wahl, alle mit Windows Vista. Viele Seiten passen sich dem anfragenden Browser an. Erhalten sie keine oder falsche Werte aus dem User-Agent, stellen sie die Seite eventuell nicht optimal dar. Bei Problemen schalten Sie am bequemsten mit dem Firefox-Addon zurück. IE8-Surfer greifen wieder zu Privoxy.

So schalten Sie den User-Agent mit Privoxy ab
Wie Sie Privoxy einstellen, haben wir bereits anhand der Referrer-Abschaltung erklärt. Tippen Sie jetzt „p.p“ in die Adress-Zeile und klicken Sie auf „View & change the current configuration“. Navigieren Sie über „Edit“ hinter „.\user.action“ auf „Insert new section below“ in der untersten gelben Zeile und erstellen Sie damit einen neuen Eintrag. In diesem klicken Sie auf „ Edit“ und suchen „hide-user-agent“; stellen Sie die Option auf Grün. Wer mag, trägt einen eigenen User-Agent ein. Bestätigen Sie mit „Submit“ ganz unten. Weisen Sie Privoxy abschließend an, für welche Seiten die Regel gelten soll, indem Sie sie unter „URL patterns, Add“ hinzufügen. Ein Schrägstrich („/“) steht für alle Seiten.

Quelle: Copyright (C)2008 www.pcwelt.de
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