PC-WELT Rettungs-DVD hilft bei jedem Windows-Notfall

PC-WELT Rettungs-DVD hilft bei jedem Windows-Notfall (c)
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PC-WELT Rettungs-DVD hilft bei jedem Windows-Notfall (c) istockphoto.com/Henrik5000

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Ihr Windows startet nicht mehr? Sie vermuten einen Virus? Das Windows-Passwort ist weg? Die exklusive und bootfähige PC-WELT Rettungs-DVD hilft auch in scheinbar ausweglosen Situationen.

Eine bootfähige Rettungs-DVD sollte zur Standardausstattung jedes PC-Nutzers gehören. Sie können die DVD einsetzen, wenn das installierte Betriebssystem nicht mehr startet oder wenn Sie das Betriebssystem von einem unabhängigen System aus auf Viren, Trojaner oder Rootkits überprüfen wollen. Die PC-WELT Rettungs-DVD können Sie für jedes gängige Betriebssystem wie etwa Windows XP, Vista, Windows 7 oder Linux einsetzen. Wenn der PC oder das Notebook kein optisches Laufwerk haben sollte, erstellen Sie einen bootfähigen USB-Notfall-Stick.

Achtung: Das Notfallsystem wurde nicht auf Computern mit Festplatten in einem Raid-Verbund getestet. Ein Software-Raid, wie es sich über das BIOS des PCs, die Windows-Datenträgerverwaltung oder andere Anwendungen einrichten lässt, wird von diesem System nicht unterstützt. In einigen Fällen werden die Partitionen zwar erkannt, Schreibzugriffe können jedoch zur Zerstörung des Raid-Verbundes führen.

1. So geht’s: PC-WELT-Rettungs-DVD starten
Laden Sie sich das ZIP-Archiv der PC-WELT Rettungs-DVD herunter und entpacken Sie das Archiv in einen beliebigen Ordner. Erstellen Sie aus der ISO-Datei den Rettungs-Datenträger.

Legen Sie die erstellte Rettungs-DVD in das DVD-Laufwerk, und booten Sie den PC davon. Wenn das nicht automatisch funktioniert, müssen Sie die Startreihenfolge im BIOS ändern. Häufig wird beim Start das DVD-Laufwerk nicht angesprochen. Drücken Sie also während des Startvorgangs die auf dem Bildschirm angezeigte Taste (meist Entf, Esc, F2 oder F10). Im BIOS suchen Sie dann das Menü „Boot“ (oder ähnlich lautend). Dort verschieben Sie „CD-ROM-Drive“ über die auf dem Bildschirm angezeigten Tasten an die erste Stelle. Anschließend speichern Sie die Einstellungen und starten den PC neu. Einige Rechner bieten ein Menü, über das Sie das Boot-Laufwerk auswählen können. Sie erreichen es kurz nach dem Einschalten des PCs meist über die Tasten F8, F10 oder F12.

Nachdem Sie den Rechner von der Rettungs-DVD gebootet haben, sehen Sie das Menü der PC-WELT Rettungs-DVD. Wenn Sie keine Auswahl vornehmen, lädt der PC das Betriebssystem automatisch nach 20 Sekunden von der ersten Partition der ersten Festplatte. Um das Notfallsystem zu starten, gehen Sie mit den Pfeiltasten auf „ PC-WELT Rettungs-DVD“ und drücken danach die Enter-Taste.

Startprobleme beheben: Die PC-WELT Rettungs-DVD basiert auf Ubuntu 11.10 (Oneiric Ocelot). Ubuntu ist bekannt dafür, dass es eine breite Hardware-Unterstützung bietet und daher auf beinahe allen PCs ohne Probleme läuft. In einigen wenigen Fällen kann es allerdings dennoch zu Startschwierigkeiten kommen. Sollte beispielsweise das Startmenü nicht auf Tastatureingaben reagieren, liegt das oft an der fehlenden Unterstützung der USB-Tastatur durch das BIOS. Der Fehler lässt sich beheben, indem Sie im BIOS-Setup bei der USB-Konfiguration nach einem Eintrag wie „ USB legacy support“ oder ähnlichem suchen und diese Funktion aktivieren („enabled“).

In sehr seltenen Fällen kann der Bildschirm nach dem Start schwarz bleiben oder Sie sehen nur einen blinkenden Cursor. Grund dafür ist meist die fehlerhafte Erkennung von Bildschirm und/oder Grafikkarte oder Konflikte mit anderer Hardware. Lösungen für derartige Probleme finden Sie beispielsweise unter ubuntuusers.de. Auch das PC-WELT-Forum kann oft weiterhelfen, wenn Sie Infos zu Ihrer Hardware-Konfiguration und eine Problembeschreibung unter „Heft: Fragen zur PC-WELT“ posten.

2. Netzwerkverbindung konfigurieren
Für die komfortable Nutzung der Virenscanner (Punkt 3) ist eine Internetverbindung erforderlich, damit die Antiviren-Software vor dem Start die aktuellen Virensignaturen herunterladen kann. Die meisten PC-Benutzer bauen die Internetverbindung über ein drahtgebundenes Netzwerk („Ethernet“) und einen DSL-Router oder ein Kabelmodem mit integriertem DHCP-Server auf. In diesem Fall funktioniert die Konfiguration automatisch. In der Leiste am oberen Bildschirmrand sehen Sie anschließend auf der rechten Seite ein Symbol mit einem doppelten Pfeil. Nach einem Klick darauf gehen Sie im Menü auf „Verbindungsinformationen“. Es öffnet sich ein Fenster mit Infos zur Übertragungsgeschwindigkeit und IP-Konfiguration.

WLAN-Verbindung aufbauen: Wenn das Notfallsystem einen WLAN-Adapter erkannt hat, erscheint in der Leiste am oberen Bildschirmrand ein Dreieckssymbol. Nach einem Klick darauf sehen Sie die Funknetze in der Umgebung. Wählen Sie das gewünschte WLAN per Mausklick aus. Es erscheint ein Fenster, in das Sie den WLAN-Schlüssel eingeben. Klicken Sie zum Abschluss noch auf „ Verbinden“.

Sie testen die Netzwerkfunktion am einfachsten, indem Sie über die Startleiste auf der linken Seite oder die Tastenkombination Windows-2 den Internet-Browser Firefox mit einem Mausklick starten und eine beliebige Webseite aufrufen. Wenn das funktioniert, haben Sie Zugang zum Internet und somit können die Virenscanner ihre Signatur-Updates herunterladen.

3. Nach Schad-Software suchen lassen
Die PC-WELT Rettungs-DVD ist mit zwei Virenscannern ausgestattet: Der Bitdefender-Scanner bietet eine grafische Oberfläche und ist dadurch einfach zu bedienen. Den AVG-Scanner können Sie nur auf der Kommandozeile verwenden. Das ist etwas komplizierter, aber für eine zusätzliche Kontrolle sinnvoll.

Bitdefender-Scanner: Starten Sie das Antivirenprogramm per Doppelklick auf das Desktop-Icon und klicken Sie auf „Fortfahren“. Das Programm lädt dann automatisch die aktuellen Virensignaturen aus dem Internet herunter. Danach klicken Sie auf „Jetzt Scannen“. Es öffnet sich ein Fenster, in dem Sie das Verzeichnis angeben, das Sie untersuchen wollen. Auf der linken Seite des Fensters erscheinen die Partitionen unter Einträgen wie „ 500 GB-Dateisystem“ oder mit dem Namen, den Sie unter Windows für eine Partition festgelegt haben. Nach einem Klick darauf wird die jeweilige Partition eingebunden. Im rechten Teil des Fensters sehen Sie die enthaltenen Ordner und Dateien.

Klicken Sie auf „Öffnen“, um die gesamte Partition zu scannen oder wählen Sie für die Untersuchung per Doppelklick einen einzelnen Ordner aus und klicken Sie dann auf „Öffnen“. Warten Sie, bis der Scanvorgang abgeschlossen ist. Das kann bei größeren Festplatten etwas dauern. Sollte der Virenscanner fündig werden, sehen Sie eine Liste mit infizierten Dateien. Die empfohlene Behandlung lautet „Umbenennen“ und danach „Problem beheben“. Der Bitdefender-Scanner hängt an jede verdächtige Datei die Endung „ .virus“ und den Namen des Schädlings an. Sollte sich der Fund als Fehlalarm herausstellen, können Sie die Dateien später wieder umbenennen.

Virusdefinitionen ohne Internetverbindung aktualisieren: Sollte sich im Notfallsystem keine Internetverbindung aufbauen lassen, können Sie das Update der Virusdefinitionen auf anderem Wege bereitstellen. Laden Sie auf einem anderen PC die Datei cumulative.zip herunter und kopieren Sie sie auf einen USB-Stick. Verbinden Sie den USB-Stick mit dem PC, auf dem das Notfallsystem läuft, und starten Sie den Bitdefender-Scanner. Klicken Sie auf „Fortfahren“, auf „OK“, auf „Update jetzt durchführen“, noch einmal auf „OK“ und dann auf „Manuelles Update“. Wählen Sie die Datei cumulative.zip auf dem USB-Stick aus und klicken Sie auf „Öffnen“ sowie danach auf „OK“ und „Schließen“.

AVG-Scanner: Da es bei der Virenerkennung immer wieder zu Fehlalarmen kommt, sollten Sie bei einem Fund immer eine zweite Meinung einholen. Dazu verwenden Sie den AVG-Virenscanner. Bevor Sie das Programm nutzen können, binden Sie die Partitionen der Festplatten ein, die Sie untersuchen wollen. Klicken Sie in der Leiste auf der linken Seite auf das zweite Icon von oben („ Persönlicher Ordner“) oder verwenden Sie die Tastenkombination Windows-1. Damit starten Sie den Dateimanager Nautilus. Unter „ Geräte“ tauchen die Partitionen mit einer Größenbezeichnung auf, beispielsweise „500 GB-Dateisystem“. Klicken Sie die gewünschte Partition an, um sie einzubinden. Daneben erscheint dann ein Symbol, über das Sie die Einbindung bei Bedarf wieder lösen können.

Starten Sie ein Terminal-Fenster per Doppelklick auf das Desktop-Icon „Root-Terminal“. Geben Sie avgupdate ein und bestätigen Sie mit der Enter-Taste. Nachdem das Programm die aktuellen Virensignaturen heruntergeladen hat, tippen Sie avgscan /media
ein. „/media“ ist der Pfad, unter dem das Notfallsystem alle Partitionen eingehängt hat. Drücken Sie die Enter-Taste, um den Virenscanner zu starten. Das Programm gibt den Namen der infizierten Dateien und die Bezeichnung des Schädlings im TerminalFenster aus. Wenn sich die Meldungen mit denen des Bitdefender-Scanners decken, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um Schad-Software. Sollte der AVG-Virenscanner Schadprogramme finden, die der Bitdefender-Scanner nicht bemerkt hat, müssen Sie die betroffenen Dateien manuell umbenennen. Öffnen Sie den Dateimanager Nautilus, klicken Sie die Datei an und drücken Sie die Taste F2. Ändern Sie die Dateiendung auf „.virus“.

Tipp: Im Zweifelsfall können Sie suspekte Dateien zusätzlich über virustotal.com von zurzeit mehr als 40 Virenscannern testen lassen. Rufen Sie die Seite in Firefox auf, klicken Sie auf „Choose File“, wählen Sie die zu prüfende Datei aus und klicken Sie auf „Scan it!“. Wenn die Datei bekannt ist, erhalten Sie sofort das Ergebnis. Andernfalls dauert es einige Sekunden bis zum Ergebnis.

4. So reagieren Sie auf einen Virenbefall
Die Schad-Software auf dem Rechner wurde wie in Punkt 3 beschrieben vom Virenscanner umbenannt. Damit ist die Gefahr erst einmal gebannt, denn Windows kann die infizierten, ausführbaren Dateien nicht mehr starten. Sie sollten als Nächstes Informationen über den gefundenen Virus einholen und anschließend entscheiden, wie Sie weiter vorgehen wollen. Details zu einem Schädling finden Sie zum Beispiel im Bitdefender-Virenlexikon, in der Kaspersky-Virus-Enzyklopädie oder einfach über eine Google-Suche.

Bringen Sie in Erfahrung, welche Dateien und Registry-Einträge betroffen sind und wie die Infektion des PCs erfolgt sein könnte. Wie Sie die Windows-Registry vom Notfallsystem aus bearbeiten, lesen Sie in Punkt 5. Es kommt letztlich darauf an, ob sich der PC tatsächlich gründlich reinigen lässt oder ob ein Risiko besteht, dass Spuren bleiben. Bei kompromittierten Rechnern empfehlen viele Sicherheitsexperten grundsätzlich die Neuinstallation des Betriebssystems. Wenn Sie sich dafür entscheiden, können Sie vorher wichtige Dateien über das PC-WELT-Notfallsystem auf einen USB-Stick oder eine externe Festplatte sichern (siehe Punkt 6).

5. Windows-Registry bearbeiten
Das Notfallsystem ist mit dem einfachen Registry-Editor Chntpw ausgestattet. Das Tool arbeitet auf der Kommandozeile und ist nicht besonders komfortabel zu bedienen. Im Schadensfall kann es jedoch wertvolle Dienste leisten. Chntpw kann in Situationen weiterhelfen, in denen ein Schädling Registry-Einträge so verändert hat, dass Windows nicht mehr startet. Ein Beispiel dafür ist der BKA-Trojaner. Er sperrt den PC, indem er anstatt der standardmäßigen Windows-Shell Explorer.exe ein eigenes Programm startet. Wurde dieses vom Virenscanner umbenannt, erscheint nach dem Windows-Start kein Desktop. So beheben Sie das Problem:

Schritt 1: Öffnen Sie zuerst im Dateimanager Nautilus (Aufruf mit Windows-1) das Verzeichnis, in dem die Dateien der Windows-Registry liegen. Wählen Sie unter „Geräte“ die Windows-Partition aus und gehen Sie in das Verzeichnis „ Windows/System32/config“. Drücken Sie Strg-L, damit Nautilus den Pfad in der Adressleiste hinter „Ort:“ anzeigt. Markieren Sie die komplette Zeile und kopieren Sie sie mit Strg-C.

Schritt 2: Starten Sie über das Icon auf dem Desktop ein Root-Terminal. Tippen Sie daraufhin chntpw -e und danach ein Leerzeichen ein. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in das Terminal-Fenster und wählen Sie im Menü „Einfügen“. Hängen Sie dann an das Ende der Kommandozeile noch /SOFT WARE an und drücken Sie die Enter-Taste. Beachten Sie die Großschreibung.

Schritt 3: Den Registry-Editor chntpw steuern Sie über Befehle, die Ihnen vielleicht von der Windows-Eingabeaufforderung oder der Linux-Kommandozeile her bekannt vorkommen. Mit cd wechseln Sie zwischen den Registry-Zweigen, mit dir lassen Sie sich den Inhalt anzeigen und ? gibt eine kurze Hilfe aus. Jeder Befehl wird erst nach dem Drücken der Enter-Taste ausgeführt. Geben Sie cd \Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Winlogon cat Shell ein. Das Tool sollte anschließend „explorer.exe“ ausgeben. Wenn nicht, führen Sie zuerst ed Shell aus, tippen explorer.exe ein und drücken die Enter-Taste. Mit q verlassen Sie chntpw. Wenn Sie Änderungen vorgenommen haben, bestätigen Sie noch mit y.
Varianten des BKA-Virus ändern weitere Schlüssel (Infos unter bka-trojaner.de).

6. Wichtige Dateien auf externe Platte retten
Wenn Windows nicht mehr startet oder ständig abstürzt, haben Sie oft gerade keine Zeit, sich um die Reparatur zu kümmern. Sie wollen vielleicht nur eine Word-Datei von der Festplatte retten und dann an einem anderen Rechner weiterarbeiten.

Datensicherung auf USB-Stick oder externe Festplatte: Verbinden Sie das USB-Gerät mit dem PC und starten Sie den Dateimanager Nautilus über Windows-1. Gehen Sie nun in das Verzeichnis, aus dem Sie Daten kopieren möchten. Markieren Sie danach die gewünschten Dateien oder Ordner und drücken Sie Strg-C. Wechseln Sie unter „Geräte“ zum USB-Laufwerk. Erstellen Sie mit Strg-Shift-N einen neuen Ordner und nennen Sie diesen beispielsweise Backup. Gehen Sie in den neu erstellten Ordner und drücken Sie Strg-V.

Dateien auf einem Netzwerklaufwerk sichern: Starten Sie den Dateimanager Nautilus, drücken Sie Strg-L, tippen Sie hinter „Ort:“ smb://Servername ein und bestätigen Sie anschließend mit der Enter-Taste. Servername ersetzen Sie durch die Bezeichnung Ihres NAS oder Windows-PCs. Wenn dabei eine Fehlermeldung erscheinen sollte, geben Sie für Servername die IP-Adresse an. Diese ermitteln Sie unter Windows auf der Kommandozeile über das Tool ipconfig. Geben Sie dann Benutzername und Passwort ein und klicken Sie auf „Verbinden“. Jetzt gehen Sie entsprechend vor wie beim USB-Gerät beschrieben. Wenn Sie mehrere Dateien aus unterschiedlichen Ordnern kopieren müssen, geht das einfacher, wenn Sie mit der Taste F3 die zweigeteilte Ansicht in Nautilus aktivieren. Oder Sie öffnen mit Strg-N ein neues Nautilus-Fenster. Dateien lassen sich so auch leichter per Drag & Drop kopieren.

7. Gelöschte Dateien wiederherstellen
Haben Sie Dateien gelöscht und den Papierkorb geleert, sind die Daten nicht unwiederbringlich verloren. Wenn der freigewordene Speicherbereich bisher nicht überschrieben wurde, stehen die Chancen gut, die Dateien wiederherzustellen. Wenn Sie Dateien versehentlich gelöscht haben, sollten Sie daher den Rechner so schnell wie möglich herunterfahren und mit der Rekonstruktion beginnen. Und so geht‘s:

Schritt 1: Für die Sicherung der wiederhergestellten Dateien benötigen Sie eine zweite Partition auf der Festplatte oder eine externe Festplatte. Binden Sie den Datenträger für die Sicherung nach dem Start des Notfallsystems zuerst über Nautilus ein. Dazu klicken Sie unter „Geräte“ auf den gewünschten Datenträger. Erstellen Sie einen neuen Ordner, etwa mit dem Namen Recover.

Schritt 2: Klicken Sie auf das Desktop-Icon „ Wiederherstellen von Bild-Dateien“. Damit starten Sie das Programm Photorec. Das Tool war ursprünglich vor allem dafür gedacht, Bilder von SD-Karten zu retten. Es kann aber für die Wiederherstellung beliebiger Dateien eingesetzt werden. Wählen Sie aus der nun erscheinenden Liste der Datenträger denjenigen aus, von dem Sie Dateien gelöscht haben oder den Sie (schnell) formatiert haben und drücken Sie dann Enter.

Schritt 3: Im nächsten Menü wird der Partitionstyp abgefragt, hier trifft Photorec in der Regel automatisch die richtige Wahl, so dass Sie einfach Enter drücken können. Wählen Sie dann die Partition, auf der nach verlorenen Dateien gesucht werden soll und drücken Sie zweimal Enter. Zuletzt wählen Sie noch den Eintrag „Whole“, um die gesamte Partition zu durchsuchen und drücken Enter.

Schritt 4: Wählen Sie den Zielordner für die Wiederherstellung aus. Dazu navigieren Sie in das Verzeichnis „ media“ im Hauptverzeichnis. Sie sehen ein Verzeichnis mit einer längeren Zahlen- und Buchstabenkolonne. Dahinter verbirgt sich der Datenträger, den Sie in Schritt 1 eingehängt haben. Wählen Sie den Ordner für die Sicherung der Daten aus.

Schritt 5: Drücken Sie y, um die Rettung zu starten. Ist die Rettung abgeschlossen, dann wählen Sie „Quit“ und drücken Enter. Wählen Sie erneut „Quit“ und drücken Enter, um Photorec wieder zu verlassen. Die geretteten Dateien sehen Sie daraufhin im Dateimanager in Ihrem „Recover“-Ordner.

8. Fehlende Partition wiederherstellen
Bei Ihnen sind nicht nur einzelne Dateien verschwunden, sondern gleich die ganze Partition? In diesem Fall kann das Tool Testdisk weiterhelfen. Sie starten es mit einem Doppelklick auf das Desktop-Icon „Wiederherstellen von Dateien“.

Schritt 1: Im ersten Menü belassen Sie die Auswahl auf „Create“ und drücken Enter. Mit den Pfeiltasten markieren Sie aus der Datenträgerliste denjenigen, auf dem die Partitionen fehlen, und drücken Enter.

Schritt 2: Im folgenden Menü können Sie auswählen, um welchen Partitionstyp es sich handelt. Meist bietet Testdisk automatisch den richtigen Eintrag („Intel“) an, den Sie einfach mit Enter bestätigen.

Schritt 3: Im nächsten Menü wählen Sie „Analyse“ und drücken zweimal Enter. Im Anschluss daran untersucht das Tool den gewählten Datenträger nach Partitionsstrukturen und listet gefundene Partitionen auf. Drücken Sie Enter, um die gefundenen Partitionen zu übernehmen. Nun wählen Sie „Write“ und drücken die Enter-Taste. Mit der Y-Taste starten Sie die Wiederherstellung. Dann wählen Sie „OK“ und „Quit“. Gehen Sie nochmal auf „Quit“ und drücken Sie Enter, um Testdisk zu verlassen.

9. Fehlerhafte Treiber entfernen
Die Installation eines neuen Treibers ist mit gewissen Risiken verbunden. Unter Umständen startet Windows nach der Installation nicht mehr und zeigt nur noch einen blauen Bildschirm („Blue Screen“). Oft findet sich hier auch ein Hinweis auf die Treiberdatei, die das Problem verursacht hat. Als Erstes sollten Sie versuchen, Windows mit Bordmitteln zu reparieren. Schalten Sie den PC ein und drücken Sie mehrfach die F8-Taste, bis das Menü „ Erweiterte Startoptionen“ erscheint. Wählen Sie „Letzte als funktionierend bekannte Konfiguration (erweitert)“ und drücken Sie die Enter-Taste.

Wenn Sie bei einem Absturz den Blue Screen nur kurz zu Gesicht bekommen haben, können Sie in diesem Menü übrigens auch „ Automatischen Neustart bei Systemfehlern deaktivieren“ wählen. Dann können Sie die Fehlermeldung in Ruhe betrachten. Sollte diese Maßnahme nicht helfen, booten Sie den PC von der PC-WELT Rettungs-DVD. Starten Sie den Dateimanager Nautilus mit Windows-1 und klicken Sie unter „Geräte“ auf den Eintrag für die Windows-Partition. Gehen Sie ins Verzeichnis „Windows/System32/Drivers“, klicken Sie auf die SYS-Datei, die im Blue Screen angezeigt wurde. Drücken Sie die Taste F2 und benennen Sie die Datei um. Hängen Sie etwa „.DEFEKT“ an. Nun sollte Windows wieder starten.

10. Windows-Passwort löschen
Sie haben Ihr Windows-Passwort vergessen? Über die Rettungs-DVD lässt sich das Windows-Passwort löschen. Danach loggen Sie sich unter Ihrem Benutzernamen bei Windows ohne Passwort ein. So geht’s:

Schritt 1: Starten Sie den Dateimanager Nautilus über die Tastenkombination Windows-1. Wählen Sie unter „Geräte“ die Windows-Partition aus und gehen Sie in das Verzeichnis „ Windows/System32/config“. Drücken Sie Strg-L, damit Nautilus den Pfad in der Adressleiste hinter „Ort:“ anzeigt. Markieren Sie die komplette Zeile und kopieren Sie sie mit Strg-C in die Zwischenablage.

Schritt 2: Klicken Sie doppelt auf das Icon „ Root-Terminal“ auf dem Desktop. Tippen Sie chntpw –u Benutzernamen ein. Statt Benutzername verwenden Sie Ihren Anmeldenamen bei Windows. Dahinter folgt ein Leerzeichen. Sollte der Benutzername Leerzeichen enthalten, setzen Sie ihn in Anführungszeichen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in das Fenster und wählen Sie im Menü „Einfügen“. Dahinter geben Sie SAM ein. Die komplette Kommandozeile könnte jetzt beispielsweise chntpw –u Hans /media/1234ABCD1234ABCD/Windows/System32/config/SAM heißen. Beachten Sie die Groß-/Klein-Schreibung. Bestätigen Sie mit der Enter-Taste.

Schritt 3: Geben Sie 1 ein und drücken Sie die Enter-Taste. Jetzt müssen Sie nur noch mit y und der Enter-Taste bestätigen. Starten Sie den PC neu. Sie können sich nun mit Ihrem Benutzernamen ohne Kennwort anmelden.

Quelle: www.pcwelt.de
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