Spannendes aus den Software-Laboren

Neues aus den Software-Labs
Bild 1 von 13

Neues aus den Software-Labs

Wenn eine neue Software-Version auf den Markt kommt, sitzen die Programmierer schon längst an der Entwicklung des Nachfolgers. Oder sie sind dabei, ganz neue Anwendungen zu erfinden, die es so noch nicht gegeben hat. Werfen Sie mit uns einen Blick in die Entwicklungslabore von Mozilla, Microsoft, Google und AVM.

So bastelt das Mozilla-Team derzeit eifrig an Firefox 4.0, bei Microsoft hält man mit der Entwicklung des Internet Explorer 9 entgegen. Beide Unternehmen betreiben auch Labor-Websites, auf denen sie ganz neue Programme oder Programmteile vorstellen und zum Teil auch für experimentierfreudige Anwender zum Ausprobieren anbieten.

Das gilt auch für Google und AVM. Während sich auf der Google-Labs-Website fast alles um Web-Anwendungen dreht, geht es im "Fritz! Labor" um neue, funktionsreichere Firmware der verbreiteten AVM-Fritzboxen.

Der Grund für die Offenheit der Unternehmen: Sie möchten von den Testern möglichst zahlreiches Feedback, um zu erfahren, ob die Software fehlerfrei funktioniert und ob sie von den Anwendern angenommen wird - sprich häufig genutzt wird.

Daher finden sich in den Alpha- oder Beta-Versionen aus den Labors häufig auch Reporting-Funktionen, die anonyme Nutzungsstatistiken und Absturzberichte erstellen und an den Hersteller schicken. Wer dabei ein ungutes Gefühl hat, sollte lieber auf die finale Version warten - wenn sie denn erscheint. Es ist nämlich keine Seltenheit, dass Projekte eingestellt werden, wenn sie bei den Anwendern nicht ankommen.

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, woran Microsoft, Google & Co. gerade arbeiten und welchen Programme beziehungsweise Dienste Sie schon jetzt ausprobieren können.

Google Labs

Google bietet der Öffentlichkeit unter http://labs.google.com einen Einblick in seine Versuchsküche. Die meisten Angebote sind naturgemäß Web-Anwendungen. Wir stellen die interessantesten vor:

- City Tours: Dieser Dienst hilft Ihnen, eine Städtetour zu planen. Der Dienst basiert auf Google Maps. Sie geben einen Städtenamen ein und bekommen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einem Stadtplan angezeigt. Diese werden automatisch zu einer optimalen Sightseeing-Tour zusammengestellt, sprich: die Wege zwischen den einzelnen Attraktionen bleiben kurz.

Standardmäßig geht Google City Tours davon aus, dass Sie eine zweitägige Städtetour planen. Diese Einstellung ändern Sie über "Change dates". Da der Dienst auch die Öffnungstage und -zeiten berücksichtigt, sollten Sie an dieser Stelle auch das Datum eingeben, an dem den Sie den Start der Städtetour planen. Über "Add/Remove sights" entfernen Sie einzelne Sehenswürdigkeiten aus dem vorgeschlagenen Besuchsprogramm und fügen weitere hinzu.

Google City Tours berücksichtigt bei der Planung auch, wie viel Zeit man durchschnittlich für eine bestimmte Sehenswürdigkeit benötigt. Per Klick auf einen Eintrag kann man die Dauer anpassen.
Fest vorgegeben ist hingegen die Zeit, die man zu Fuß zwischen zwei Sehenswürdigkeiten benötigt. Die Gehgeschwindigkeit lässt sich nicht anpassen, auch (öffentliche) Verkehrsmittel bleiben unberücksichtigt.
Trotzdem ist Google City Tours ein praktischer Helfer, um spontan eine Städtetour zu planen.

- Realtime Mytracks: Noch bis zum 25. Juli läuft die Tour de France. Mit diesem Google-Experiment sehen Sie in Echtzeit auf einer Google-Maps-Karte, wo sich die Fahrer des Teams HTC-Columbia gerade befinden. Zu jedem der Fahrer erhalten Sie lassen sich Angaben zur momentanen Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Herzfrequenz abrufen.

- Follow Finder: Dieser relativ einfach gehaltene Google-Labs-Dienst analysiert nach Eingabe eines Twitter-Benutzernamens die öffentlich zugänglichen Informationen, welche anderen Benutzer ihm folgen und welche Benutzer ähnliche Follower-Listen haben. Im Anschluss erhalten Sie Vorschläge für potentiell thematisch verwandte Twitter-Feeds, die Sie auch interessieren könnten.

- News Timeline: zeigt Nachrichten und Ereignisse in einer Zeitleiste an. Sie entscheiden, ob pro Spalte ein Tag, eine Woche, ein Monat, ein Jahr oder ein Jahrzehnt angezeigt werden soll. Als Quellen nutzt die Zeitleiste Zeitungen, Nachrichtenmagazine und Wikipedia. Über "Add more Queries" fügen Sie weitere Quellen hinzu, zum Beispiel Blogs. Über die Pfeile links und rechts in der Zeitleiste scrollen Sie bequem durch die Geschichte. Um zu einem bestimmten Datum zu springen, geben Sie es im Format MM/TT/JJJJ in das Feld "Date" ein, also zum Beispiel 02/25/2001. Durch Eingabe eines Suchbegriffs können Sie das Ergebnis in der Zeitleiste weiter eingrenzen

- Chrome Experiments: Dies ist eine von Google betriebene Website, auf der Entwickler originelle Experimente mit Javascript der Allgemeinheit vorstellen können. Javascript ist dabei nicht das einzige Mittel, deren sich die Programmierer bedienen dürfen. Erlaubt sind alle Sprachen, die moderne Browser wie Firefox, Safari oder Chrome von Haus aus unterstützen. Google spricht hier insbesondere von HTML 5 inklusive dem Canvas-Element zum scriptgesteuerten Animieren und Rendern von Bildern. Auch die Vektorgrafik-Sprache SVG fällt unter die Definition. Unter den Demo-Anwendungen sind teils nützliche, teils skurrile Dinge. Das Besondere ist, dass keinerlei Browser-Plug-ins wie Flash oder Java benötigt werden, um die Anwendungen zu nutzen.

- Image Swirl: Eine Bildersuche, die ähnliche Bilder automatisch in Gruppen sortiert anzeigt.

- Fast Flip: Bietet einen schnellen Überblick über die Top-Stories großer amerikanischer Nachrichten-Websites. Die Auswahl lässt sich thematisch oder per Suchbegriff eingrenzen.

- Google Squared: Generiert aus bestimmten Suchergebnissen eine Tabelle.

Google Mail Labs

Für Google Mail gibt es zahlreiche nützliche, wenn auch experimentelle Labs-Funktionen, die Sie schnell und einfach aktivieren können. Dazu klicken Sie in Ihrem Google-Mail-Konto auf "Einstellungen, Labs". Sie gelangen so zu einer langen Liste an Labs-Funktionen, die sich noch in der Testphase befinden. Zu jedem Eintrag gibt es eine kurze Beschreibung. Per Klick auf "Aktivieren" bei einer oder mehreren Funktionen und anschließender Bestätigung durch "Änderungen speichern" können Sie Google Mail erweitern.

Hier einige Beispiele von experimentellen Funktionen für Google Mail:

"Allen antworten" als Standard für Ihre Antworten Nur den ausgewählten Text zitieren Benutzerdefinierte Tastaturkürzel Bilder in den Nachrichtentext einfügen - entweder per Web-Adresse oder von Ihrem PC Erweiterte IMAP-Optionen Filter exportieren und importieren Vorschaufunktion für Links auf Flickr- und Picasa-Fotos sowie auf Google Maps Labels/Ordner ausblenden, die keine ungelesenen Nachrichten enthalten Textvorlagen für Antworten Mailvorschau per Rechtsklick Mausgesten zur Bedienung benutzen Eine Box für eigene Lesezeichen Spezialmarkierungen: Alternativen zu der Stern-Markierung Standardschriftart festlegen Unterordner/-Labels anlegen

Sollte Google Mail aufgrund eines fehlerhaften Labs-Elements nicht mehr korrekt funktionieren, nutzen Sie folgenden Spezial-Link, um Google Mail mit deaktivierten Labs-Funktionen aufzurufen: http://mail.google.com/mail/?labs=0

Microsoft Research

Microsoft besitzt eine eigene Forschungsabteilung mit dem Namen Microsoft Research, die neue Software-Technologien und Softwarearten ausprobiert und entwickelt. Einige davon münden in fertige Produkte, andere nicht. Microsoft arbeitet eng mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen zusammen. Microsoft Research ist losgelöst von den Produktentwicklern, um unabhängig von Produktzyklen zu sein. Denn manch ein Projekt braucht viele Jahre, um es zur Marktreife zu schaffen. Wir stellen einige der interessantesten Projekte vor.

- Community Bar: Hierbei handelt es sich um ein Plug-in für den Internet Explorer. Sie ermöglicht es, Kommentare anderer zu der gerade besuchten Web-Seite aufzurufen und die eigene Meinung abzugeben. Zudem können Sie mit anderen Nutzern der CommunityBar, die gerade die gleiche Web-Seite geöffnet haben, chatten. Außerdem sehen Sie, welche anderen Seiten dorthin verlinken. Über eine Skala können Sie die Seite von "Low" bis "High" bewerten. Nützlich ist auch die "Tag"-Funktion. Sie sehen, welchen Kategorien (Tags) andere Nutzer die aktuelle Seite zugeordnet haben und können selbst Tags hinzufügen. Ein Klick auf eine Kategorie bringt sie zu einer Seite, die andere Web-Adressen auflistet, die ebenfalls diesem Tag zugeordnet wurden.

Über "Extras, Symbolleisten, Explorer-Leiste, Microsoft CommunityBar" lässt sich die Toolbar ein- und ausblenden. Sie erscheint im linken Browserbereich Seitenleiste. Um die CommunityBar zu nutzen, benötigen Sie ein Windows-Live-Benutzerkonto. Wenn Sie ein Hotmail-Postfach haben, können Sie dessen Zugangsdaten verwenden. Solange die Community aktiv ist und Sie eingeloggt sind, werden alle Web-Adressen, die Sie laden, an einen Microsoft-Server übertragen, um die Kommentare und Bewertungen der anderen Nutzer abzurufen.
Hinweis: Bei einem erneuten Test der CommunityBar mussten wir feststellen, dass der Login-Vorgang mit einer kryptischen Fehlermeldung scheiterte. Wir gehen davon aus, dass es sich um ein temporäres Problem handelt.

- AutoCollage 2008: Dieses Tool verbindet von Ihnen ausgewählte Fotos mit einem Mausklick zu einem Collage-Bild mit weichen Übergängen. Es handelt sich um eine Testversion mit 30-tägiger Laufzeit.

- SongSmith: Hinterlegt ein Lied, das Sie per Mikrofon aufnehmen, automatisch mit passender Hintergrundmusik. Sie müssen nur Musikrichtung und Tempo auswählen. Instrumente, Akkorde und Stil lassen sich nach Bedarf anpassen. Es handelt sich um eine Testversion mit einer maximalen Nutzungsdauer von sechs Stunden. Zeiten, in denen das Programm inaktiv im Hintergrund läuft, zählen dabei nicht mit.

Mozilla: Firefox 4.0 & neue Programme

Die Weiterentwicklung von Firefox findet quasi öffentlich statt: Die beteiligten Entwickler besprechen sich in Telefonkonferenzen, bei denen jeder mithören kann. Die Protokolle stehen im öffentlichen Entwickler-Wiki. Die Zwischenversionen liegen auf den FTP-Servern von Mozilla. Und zum Testen der Beta-Versionen ruft Mozilla alle experimentierfreudigen Anwender regelmäßig auf seiner Website auf - aktuell zu Version 4.0 Beta 1. Details zu den Neuerungen finden Sie in unserer News-Meldung "Firefox 4.0 Beta 1 darf getestet werden".

Abseits des Haupt-Entwicklungszweigs von Firefox werden auf den Seiten von Mozilla Labs neue Projekte und Funktionen vorgestellt. Anwender sind zum Testen und Kommentieren eingeladen. Hier eine Auswahl der interessantesten Projekte zurzeit:

- Contacts: Das Firefox-Add-On generiert ein zentrales Adressbuch aus allen Kontaktdaten, die bisher verstreut bei Google Mail, Twitter, Yahoo Mail und dem Adressbuch auf den PC liegen. Sie können einer Website erlauben, auf das Adressbuch zuzugreifen - zum Beispiel um in einem Weiterempfehlungs-Formular die Adresse eines Freundes einzufügen. Contacts befindet sich momentan noch im Pre-Alpha-Stadium.

- Jetpack: Jetpack soll die Erstellung von Firefox-Add-Ons erleichtern. Jeder, der HTML, CSS und Javascript beherrscht, soll dadurch in die Lage versetzt werden, eine Firefox-Erweiterung zu entwickeln. Firefox unterstützt Jetpack-Add-Ons seit Version 4.0 Beta 1.

- Prism: Hierbei handelt es sich - vereinfacht gesagt - um einen Firefox ohne Menü- und Symbolleiste. Gedacht ist Prism für Web-Anwendungen wie Google Docs, Photoshop Online, PDF Hammer & Co. Für jede Web-Anwendung legen Sie mit Prism eine eigene Verknüpfung mit individuellem Icon auf dem Desktop und/oder im Startmenü an. Vorteil: Sie können jede Web-Anwendung einzeln und unabhängig von Ihrem Browser in einem eigenen Windows-Fenster nutzen. Stürzt eine Anwendung ab, hat das keinen Einfluss auf die anderen.

- Raindrop: Das Firefox-Add-on sammelt Ihre persönlichen Nachrichten von Ihrem Webmail-Postfach, Facebook, Twitter & Co ein, analysiert ihren Inhalt und sortiert sie automatisch in den richtigen Ordner ein. Soviel zur Theorie. Praktisch ist das Tool aber noch lange nicht fertig und liegt auch noch nicht als installierbare Version, sondern nur im Quelltext vor. Wie Raindrop aussieht, demonstriert ein Entwickler in diesem Video.

AVM / Fritzbox

Auch die Fritzbox, der in Deutschland wohl beliebteste DSL-Router, besteht zu einem großen Teil aus Software, genauer gesagt aus einem Linux-System. Die Firmware entwickelt Hersteller AVM ständig weiter und ergänzt sie um neue Funktionen.

Fritzbox-Updates als Beta

Woran die Entwickler gerade sitzen, gibt AVM im "FRITZ! Labor" unter www.avm.de/labor preis. Zum Recherchezeitpunkt standen dort Betaversionen für die Fritzbox Fon WLAN 7390, 7270 und 7240 zum Download bereit. Sie sollen unter anderem bessere WLAN- und DSL-Stabilität bieten, eine renovierte Benutzerfläche besitzen und die Einrichtung eines zweiten WLAN-Netzes für Gäste ermöglichen.

Häufig findet man im Fritz Labor auch Firmware, die nur zum Testen einer speziellen neuen Funktion ausgelegt ist. Regelmäßiges Vorbeischauen lohnt sich also.

Achtung: Bei der Installation einer Beta-Firmware gehen alle von Ihnen an der Fritzbox vorgenommenen Einstellungen verloren.

YouTube TestTube

YouTube nennt sein virtuelles Entwicklungslabor passend "TestTube". Momentan stehen dort acht Funktionen zum Ausprobieren zur Verfügung. Für einige benötigen Sie ein YouTube-Konto. Bei anderen reicht es, auf einen Aktivierungslink zu klicken. Hier die Liste der aktuellen TestTube-Funktionen:

Video-Editor: Lässt Sie kleinere Korrekturen an Ihren eigenen Videos im Browser durchführen. Kommentarsuche: Alle Benutzerkommentare der letzten Tage nach einem Stichwort durchsuchen Insights for Audience: Zeigt an, welche Videos Benutzer einer bestimmten Herkunft eines bestimmten Alters und eines bestimmten Geschlechts anschauen und welche Suchbegriffe sie häufig verwenden CaptionTube: Videos mit Untertiteln versehen - diese Funktion ist auch schon regulär verfügbar Videoanmerkungen: Kommentare an bestimmten Zeitpositionen ins Video einblenden. Auch diese Funktion ist schon regulär verfügbar. HTML5-Video: Videos ohne Flash-Plug-in anschauen. Stattdessen wird die neue Videofunktion von HTML5b enutzt, die zum Beispiel Firefox und Google Chrome in den aktuellen Versionen unterstützen YouTube Music Discovery: Erstellt anhand eines Künstler- oder Titelnamens eine Wiedergabeliste von gefundenen Musikvideos, die dann hintereinander abgespielt werden. Feather: Eine besonders schlanke und abgespeckte Variante der YouTube-Website.

Quelle: In Zusammenarbeit mit http://www.pcwelt.de
Kommentare
Top-Themen
Eine Verbindung ins Internet ist nur eine von vielen Leistungen, die eine Fritzbox bietet. Wir stellen einige Features ...mehr
Wie finde ich bestimmte Informationen im Netz - und sind die auch seriös? Erschreckend viele Menschen in Deutschland ...mehr
Ein Inhaltsverzeichnis mit Microsoft Word zu erstellen, ist nicht schwer. Word kümmert sich um die Formatierung und ...mehr
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.